Wechseljahre, Klimakterium und MenopauseUrsache Symptome Was
man selbst tun kann – Vorbeugen Wann
braucht es den Arzt
Begriffsbestimmungen Einige in diesem Zusammenhang verwendete Ausdrücke werden vielfach gleichbedeutend
verwendet oder nicht scharf voneinander abgegrenzt. Klimakterium Das ist der
Zeitraum, in dem die Regelblutungen unregelmässig und meist schwächer werden bis zu deren schliesslichem Ausbleiben. Durch hormonale Umstellung fallen die meisten der so genannten
„Wechseljahrbeschwerden“ zwischen das 45. und 60. Lebensjahr. Wechseljahre Der deutsche Begriff
wird im Allgemeinen gleichsinnig gebraucht wie das aus dem Griechischen abgeleitete „Klimakterium“. Prämenopause 4
bis 5 Jahre vor der Menopause („vor“ lateinisch „prä“) nimmt die Produktion von weiblichen Hormonen allmählich ab. Zyklusstörungen sind ein häufiges
Symptom. Menopause Die Auslegung ist hier uneinheitlich, und man muss gut hinhören, um zu merken,
was im Einzelfall gemeint ist. 1. Zeitpunkt der letzten Regelblutung, wobei nach dieser letzen Menstruation während mindestens
eines Jahres keine durch den Zyklus hervorgerufene weitere Blutung erfolgte. Der Begriff steht damit für einen ganz bestimmten Moment im Leben
einer Frau, der erst nachträglich zu definieren ist. 2. Das Wort „Menopause“ wird oft auch verwendet für den ganzen weiteren Lebensabschnitt
nach Aufhören (Sistieren) der Regelblutung, also im gleichen Sinn wie die unten angeführte „Postmenopause“. Postmenopause So
wird die Zeitspanne 1 bis 2 Jahre nach dem Sistieren des monatlichen Zyklus genannt („nach“ lateinisch „post“). Hormonal bedingte Veränderungen und Ausfallserscheinungen können in diesem
Lebensabschnitt andauern.
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Ursache
Während der Wechseljahre lassen die Reifung von Eizellen und die Hormonbildung
in den Eierstöcken nach und versiegen allmählich völlig. In der Folge erlöschen monatliche Blutungen
und Fruchtbarkeit. Ein verfrühtes Auftreten der Wechseljahre kann bedingt sein durch:
Entfernung der Eierstöcke mit oder ohne Gebärmutter
Rauchen
Diabetes mellitus, Schilddrüsen-Unterfunktion
Familiäre Disposition (Veranlagung). Insbesondere Frauen mit spät einsetzender
Menstruation (Menarche) tendieren zu einer frühen Menopause.
Symptome
Manche Frau erlebt diese Zeit ohne nennenswerte Probleme, doch die Mehrzahl
– etwa zwei Drittel – hat leichtere oder heftigere Beschwerden.
Psyche Typische psychische
Beschwerden sind Depressionen, Schlaflosigkeit, schlechte Laune
und Reizbarkeit, labile Stimmung, Antriebsarmut, Erschöpfung, Identitätskrise, „Torschlusspanik“, Angst
vor bösartigen Tumoren.
Körper Hitzewallungen
und damit verbundene Schweissausbrüche, Herzrasen. Des Weiteren Kopfschmerz, Schwindel, Juckreiz, Sensibilitätsstörungen
(Störung der Gefühlswahrnehmung), Blasenschwäche, Harninkontinenz (unwillkürlicher
Verlust von Urin), Osteoporose, Elastizitätsverlust der Haut, Bildung eines Oberlippenbarts,
Zunahme des Unterhautfettgewebes an gewissen Körperstellen
Genitalien Besonders zu erwähnen unter
den körperlichen Beschwerden sind die vaginalen Blutungen, sie können unter dem
Stichwort Zyklusstörungen nachgelesen werden. Manchmal kommt es in den Wechseljahren
zu Dauerblutungen. In diesem Fall ist eine ärztliche Untersuchung angezeigt, um einen Gebärmutterkrebs
ausschliessen oder allenfalls frühzeitig erkennen zu können. Dringender noch gilt diese Empfehlung,
wenn nach der Menopause erneut eine Blutung beobachtet wird. Mit
dem Abnehmen der Hormonproduktion bilden sich Gebärmutter, Scheide und Schamlippen sowie die Brustdrüsen
zurück. Diese Rückbildungsvorgänge betreffen auch die Schleimhaut, die trockener, empfindlicher und
infektionsanfälliger wird. Von den Rückbildungsvorgängen positiv beeinflusst werden Endometriose
und manche Myome, die sich nach der Menopause zurückbilden.
Was
man selbst tun kann – Vorbeugen
Die Wechseljahre sind ein normaler Alterungsprozess und lassen sich nicht
verhindern. Einige unangenehme Begleiterscheinungen können jedoch gemildert werden.
Sport kann einer Osteoporose, die in der Menopause
gehäuft eintritt, vorbeugen oder sie hinausschieben. Weiterhin so aktiv bleiben wie früher; Bewegung
und sexuelle Aktivität wirken sich auf das körperliche und seelische Wohlbefinden günstig aus und verlangsamen
die Alterungsprozesse.
Ernährung: viel Gemüse, aber weniger Fleisch essen, denn eine hohe Eiweissaufnahme
beschleunigt den Knochenabbau. Der Körper braucht in dieser Phase des Lebens besonders regelmässig Kalzium
und Magnesium.
Die Haut wird in den Wechseljahren trockener, deshalb sollte sie regelmässig
eingecremt werden. Viel trinken und genügend Schlaf tragen gleichfalls zur Pflege der Haut bei.
Entspannungsübungen und soziale Kontakte sind geeignet, ein neues inneres Gleichgewicht
zu finden.
Manche Wechseljahrbeschwerden lassen sich mit Hausmitteln lindern: Dinkelspreukissen
zur Reduktion von Wallungen und Schwitzen nachts, Tee aus Salbeiblättern oder Frauenmantel (jeweils
2 – 3 Teelöffel mit einer Tasse heissem Wasser übergiessen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen), wechselwarme
Duschen und entspannende oder aktivierende Bäder
Wann
braucht es den Arzt
Der zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr unregelmässiger werdende Zyklus
an sich erfordert keinen Arztbesuch, ausser bei starken psychischen oder körperlichen Beschwerden. Diese
lassen sich durch pflanzliche Präparate oder Hormone lindern. Wegen der möglichen Nebenwirkungen und
Interaktionen (Wechselwirkung) mit anderen Medikamenten ist eine Beratung auch vor der Einnahme pflanzlicher
Präparate ratsam.
Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen hinsichtlich Krebs bleiben im Klimakterium
und danach empfehlenswert. In und nach den Wechseljahren können bösartige Erkrankungen auftreten, wozu
auch der Brustkrebs gehört. Eine Arztkonsultation ist zudem angezeigt:
Bei hormonal bedingten Entzündungserscheinungen an den äusseren
Geschlechtsorganen wie Juckreiz, Schmerz (auch beim Geschlechtsverkehr) und entzündlicher Rötung
Bei neu einsetzender Blutung. Eine solche könnte auf eine Krebserkrankung (Gebärmutterkrebs)
hinweisen.
Nach der Menopause sind Frauen hinsichtlich Bluthochdruck
und Herzinfarkt ähnlich stark gefährdet wie Männer. Regelmässige Blutdruckkontrolle
ist deshalb sinnvoll. Der Anstieg des Herzinfarktrisikos ist unter anderem auf Stoffwechselveränderungen
zurückzuführen, die eine vermehrte Einlagerung von Fettsubstanzen in die Blutgefässwand begünstigen.
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