Blasenentzündung, Harnwegsinfekt

Infektionen der Harnblase sind bei Frauen wegen der kürzeren Harnröhre viel häufi ger als bei Männern. Ursache sind gewöhnlich Bakterien, die spontan oder durch mechanischen Reiz in die Blase gelangt sind. Solange die Vermehrung von Bakterien und anderen Erregern von der Körperabwehr in Grenzen gehalten wird, treten kaum Symptome auf. Wird die Abwehr aber in irgendeiner Art geschwächt, vermehren sich die Krankheitserreger und reizen die Blasenschleimhaut.

Zeichen der Entzündung sind Schmerzen in der Blasengegend, Brennen beim Wasserlösen, häufiger Harndrang, aber mit jeweils nur kleinen Urinmengen. Fieber ist bei unkomplizierter Blasenentzündung selten; vereinzelt führen Blutungen zu rötlich gefärbtem Urin. Durch Trinken von grossen Flüssigkeitsmengen lassen sich Bakterien forciert ausschwemmen und die Beschwerden können spontan verschwinden. Bleiben nach dem Abklingen der Entzündung Bakterien in der Blase zurück, besteht allerdings ein Rückfallrisiko.

Wann braucht es den Arzt

Deshalb veranlasst der Arzt bei wiederholt auftretenden Harnweginfekten eine mikroskopische Untersuchung des Urins auf Bakterien und einen Antibiotika-Test. Eine anschliessende, gezielte Antibiotika-Behandlung dauert im Allgemeinen drei bis fünf Tage. Gegebenenfalls muss nach dem auslösenden Faktor gesucht werden. Antibiotika-Therapie

Komplikation: Steigt eine Infektion aus der Blase in eine oder beide Nieren auf, kommt es zur »Nierenbeckenentzündung, die von hohem Fieber und starken Schmerzen begleitet ist.

Empfehlungen Hausmittel

  • Beim ersten Auftreten der Symptome: grosse Mengen Tee oder Wasser trinken, um die Harnwege durchzuspülen. Günstig sind Brennnesseltee oder Tee aus Birkenblättern.

  • Bei Blasenschmerzen: einen warmen Heublumensack oder eine Bettflasche auf den Unterbauch legen. Natriumbikarbonat (doppeltkohlensaures Natron, Drogerie) mildert die Symptome; mehrmals täglich eine Messerspitze in einem Glas Wasser auflösen und trinken.

  • Preiselbeersaft wirkt an Schleimhäuten entzündungshemmend und wird deshalb zur schnelleren Genesung bei Harnweginfekten empfohlen. Er ist auch vorbeugend wirksam. Preiselbeersaft oder -nektar ist in verschiedenen Geschäften erhältlich. Erwachsene trinken maximal 3/4 Liter täglich, Kinder weniger.

Vorbeugen

  • Allgemein genügend trinken; auf vollständige Entleerung der Blase achten. Patienten mit Herzinsuffizienz sollten mit ihrem Arzt die Trinkmenge besprechen.

  • Keine nasse Kleidung auf der Haut tragen (Badesachen), Füsse und Unterleib warmhalten.

  • Wasserlösen nach dem Sex spült Bakterien hinaus, die allenfalls in die Harnwege gelangt sind.

  • Zurückhaltend anzuwenden sind Scheidenspülungen, Intimsprays, Sperma abtötende Cremes und Schaum (Spermizide). Sie schädigen die normalerweise in der Scheide lebenden Bakterien (Lactobazillen), was Infektionen der Scheide und damit auch der Harnwege begünstigt.

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