Durchfall

Das Essen von unverträglichen oder infizierten Speisen kann zu Durchfall führen. Auch Nervosität, Stress, Stoffwechselkrankheiten, Medikamente und allergische Reaktionen haben bisweilen durchfallartige Stuhlentleerungen zur Folge. Wenn diese ein- oder zweimal hintereinander auftreten, sind sie nicht beunruhigend.

Wann braucht es den Arzt

Wiederholen sie sich hingegen während längerer Zeit, ist die Ursache durch einen Arzt abzuklären. Eine rasche Konsultation erfordern:

  • Zusätzliches Erbrechen, Fieber.

  • Wässriger, schleimiger oder blutiger Stuhl.

  • Durchfall-Episoden, abwechselnd mit tagelanger Verstopfung.

Hinweis Medikamente

Fieber ist ein Zeichen dafür, dass krankmachende Erreger oder Toxine (Giftstoffe) in den Körper gelangt sind. Dann dürfen keine Mittel (mehr) eingenommen werden, welche die Stuhlentleerung verzögern, da die Keime sonst länger im Organismus bleiben. Der Arzt wird in diesen Fällen im Allgemeinen Antibiotika verschreiben.

Die Gefahr bei massivem Durchfall liegt namentlich im Verlust von Wasser und Salzen, den der Körper durch Trinken nicht mehr zu kompensieren vermag. Kinder sind wegen ihres geringeren Körpervolumens stärker gefährdet als Erwachsene. Besonders bei Kleinkindern und Säuglingen droht bereits innerhalb Stunden Lebensgefahr, weshalb es sich empfiehlt, in Apotheken käufliche Elektrolyt-Beutelpackungen in der Haus- oder Reiseapotheke zu haben. Der Inhalt wird in Wasser aufgelöst und dem Kind zu trinken gegeben. Damit lassen sich neben dem Wasser auch die fürs Erste nötigen Elektrolyte (Mineralien) zuführen. Diese Erste-Hilfe-Massnahme eignet sich besonders für Auslandreisen.
Hinweis zur Antibiotika-Therapie: »Anhang.

Empfehlungen Hausmittel

  • Zum Ersatz des Wasser- und Mineralstoffverlustes sollten mindestens 3 Liter Flüssigkeit pro Tag getrunken werden, leicht gesüsster Kamillen-, Fenchel-, Melissen-, Thymian- oder ein anderer Kräutertee, Bouillon, isotonische Getränke.

  • Mit Wasser angerührten Kakao oder Schwarztee mit wenig frischem Zitronensaft und Zucker schluckweise trinken.

  • Bei starkem Durchfall: Getränk aus 1 Liter Wasser, dem man knapp 2 Teelöffel Salz, 4 Teelöffel Zucker (20 Gramm) sowie 1 Tasse Orangensaft oder 2 zerdrückte Bananen beifügt. Starkes Süssen ist hingegen nachteilig, weil grössere Mengen Zucker den Durchfall begünstigen. Oder Elektrolytlösungen, wie vorgängig beschrieben.

  • Nahrungsaufbau: Günstig ist das Essen von salzigem Gebäck. Später geriebene Äpfel, Bananen, Naturreis, getrocknete Heidelbeeren; Karottensuppe mit Bouillon. Für Kleinkinder: Brei aus Zwieback, Kamillentee und einer Banane.

  • Ungeeignet sind koffeinhaltige Getränke. Unverdünnte Fruchtsäfte werden oft nicht vertragen. Auf Milchprodukte (ausser Joghurt), stark gewürzte Speisen, Rohkost, Eier, Fleisch und Kaffee verzichtet man besser während der ersten drei Tage.

  • Sobald der Stuhl etwas dicker wird, beginnt man mit stärkehaltigen Nahrungsmitteln (Kartoffeln, Reis, Teigwaren) und gekochtem Gemüse.

Vorbeugen

  • Das Verfalldatum von Lebensmitteln beachten und Speisen grundsätzlich nicht zu lange aufbewahren.

  • Mayonnaise, Tiramisu und andere Eienthaltende Produkte werden rasch von Bakterien besiedelt und verderben ungekühlt in kurzer Zeit.

  • Gemüse und Salate gut waschen, keine ungewohnt riechenden Getränke und Nahrungsmittel zu sich nehmen.

  • Vorsicht beim Aufwärmen von Mahlzeiten; im Zweifelsfall besser nicht mehr verzehren. Keine verschimmelten oder angefaulten Lebensmittel essen.

  • Besonders gut auf Hygiene achten, wenn Personen im gleichen Haushalt an einer Magen-Darm-Infektion erkrankt sind. Häufiges Händewaschen ist dann unverzichtbar.

  • Vor Reisen in Entwicklungsländer oder in die Tropen ist eine Impfung gegen Durchfallerkrankungen wie Typhus und Cholera zu erwägen.

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