Epileptischer Anfall

Ursache des epileptischen Anfalls sind Störungen der Gehirnfunktion, die Sekunden oder Minuten dauern. Gut bekannt ist der so genannte «Grand-Mal-Anfall», bei dem der betroffene Mensch bewusstlos niederstürzt und Schüttelkrämpfe der Muskulatur auftreten.

Andere Formen der Epilepsie äussern sich durch eigenartige Verhaltensweisen (Absence), Muskelzucken, Missempfindungen, Krämpfe oder lediglich durch unbeabsichtigte Bewegungen. Zur Zeit des Anfalls reagiert der Epileptiker gewöhnlich nicht auf seine Umgebung.

Wann braucht es den Arzt

Jeder Verdacht auf Epilepsie muss ärztlich abgeklärt werden, eine Therapie mit Medikamenten ist meist erforderlich.

Bei Anfalltypen nicht-epileptischer Natur bleibt die Reaktion auf äussere Reize zumindest teilweise erhalten. Beispiele sind Folgen eines übermässigen Alkohol- oder Drogenkonsums oder der «Nervenzusammenbruch (ausser Kontrolle geratene nervliche Überreaktion). Bei diesen sind plötzliche ungewöhnliche Handlungen charakteristisch, zum Beispiel Schreikrämpfe, unkontrolliertes Weinen, Zuckungen oder Wutausbrüche.

Empfehlungen Hausmittel

  • Ein epileptischer Anfall lässt sich nicht unterbrechen, auch nicht – oder schon gar nicht – durch Anschreien oder Schütteln des Patienten.

  • Den Epileptiker aus der Gefahrenzone bringen, indem man am Oberkörper zieht, nicht an Beinen oder Armen – wegen der Krämpfe besteht die Gefahr des Ausrenkens.

  • Den Betroffenen während des Anfalls so lagern, dass er sich durch die Krämpfe nicht verletzt, am sichersten auf dem Boden. Nicht auf ein Bett zerren oder auf einen Stuhl setzen.

  • Harte, spitze oder scharfe Gegenstände in Reichweite möglichst entfernen, sie stellen eine Gefahr dar. Falls der Patient Derartiges in der Hand hält, versucht man es vorsichtig zu entfernen.

  • Bei Erbrechen: Stabile Seitenlagerung, damit hochgestiegener Mageninhalt aus dem Mund fl iesst und die Person nicht daran erstickt (»Bewusstlosigkeit, Ohnmacht, Kollaps).

  • Der spontane Abgang von Urin, Schaum vor dem Mund und Zungenbissverletzungen sind beim «Grand-Mal-Anfall» typisch. Die Zunge vor Bissverletzungen zu schützen, wäre zwar wünschenswert, ist aber in der Phase des Muskelkrampfs praktisch unmöglich – der Mund lässt sich für den bekannten Gummikeil nicht öffnen, oder der Zungenbiss ist bereits geschehen. Ausserdem bestände Verletzungsgefahr für die Finger des Helfers.

  • Den Epileptiker nach dem Anfall auf der Seite liegend schlafen lassen, durch Decken Wärme zuführen und nicht wecken. Nach dem Erwachen: beruhigen und falls nötig die Kleider wechseln.

Wann braucht es den Arzt

Kommt es nicht innerhalb von zehn Minuten spontan zum Nachlassen der Zuckungen und Krämpfe und zum Erwachen, muss notfallmässig ein Arzt gerufen werden. Der epileptische Anfall lässt sich durch intravenös (in die Vene) oder über den Darm verabreichte Medikamente unterbrechen. Nach fachneurologischer Abklärung folgt eine medikamentöse Langzeittherapie.

Empfehlungen Hausmittel

Anfälle nicht-epileptischer Ursache: Als Hausmittel lassen sich kalte Umschläge um Kopf, Hals und im Nacken anwenden. Reichlich trinken lassen (»Panik-Attacken und Angst), jedoch nicht Kaffee oder Alkohol wegen deren stimulierender Wirkung.

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