Fieber, Schüttelfrost

Fieber ist Ausdruck einer Abwehrreaktion des Organismus bei Infektionen, nach Eindringen körperfremder Substanzen und beim Beseitigen von abgestorbenen oder abgenutzten Zellen. Es hat eine wichtige Funktion, weil Temperatursteigerung die Stoffwechselvorgänge beschleunigt. Deshalb ist es besser, Fieber nicht mit Medikamenten zu senken, wenn es nicht als zu unangenehm empfunden wird.

Definition von Fieber

  • Temperatur frühmorgens im Mund gemessen über 37,5 oder im Darm über 37,7 Grad.

  • Abends (ca. 18 Uhr) im Mund über 38 oder im Darm über 38,2 Grad.

Am genausten ist die Messung im Mund. In der Achselhöhle (axillär) ist das Resultat weniger zuverlässig, weil es in hohem Mass von der Aussentemperatur beeinflusst wird. Man erhält in jedem Fall tiefere Werte als im Körperinnern. Messungen im Ohr sind praktisch, schnell und werden häufi g angewandt, auch in Spitälern. Nachteil: Die Resultate unterliegen grösseren Schwankungen als bei Messung in Mund oder Darm.

Kleine Kinder haben schnell sehr hohe Werte, die über 40 Grad erreichen und Krampfanfälle auslösen können. Typische Begleitsymptome sind Kopf- oder Gliederschmerzen, Magen-Darm-Verstimmungen oder allgemeines Krankheitsgefühl. Hohe Temperaturen rufen nicht selten Sinnestrübungen (wirre Träume, Phantasieren) hervor.

Ein plötzlicher Fieberschub mit den vorgenannten Symptomen wird meist durch eine akute Infektionskrankheit wie Grippe (»Grippe und Erkältung, Schnupfen, Halsschmerzen) ausgelöst.

Frösteln und Muskelzittern – auch Schüttelfrost – sind Zeichen eines raschen Fieberanstiegs. Ist der Höhepunkt erreicht, verschwinden Frieren und Zittern, im Körper wird Hitze fühlbar. Später, wenn die Temperatur sinkt, beschleunigt Schwitzen die Abkühlung. Fieber lässt sich mit Hausmitteln behandeln.

Wann braucht es den Arzt

  • Temperaturen über 40 (Kinder über 39) Grad, Fieberkrämpfe.

  • Fieber, aber auch Untertemperatur bei älteren Menschen.

  • Schüttelfrost, das nicht unterdrückbare Schütteln des ganzen Körpers.

  • Bewusstseinstrübung, Nackensteife, starke Kopfschmerzen.

  • Punktförmige Hautblutungen oder rasch auftretender Hautausschlag.

  • Schmerzen während des Ein- und Ausatmens, Atemnot.

  • Vorbestehende Krankheiten oder Risikofaktoren mit Abwehrschwäche: Chemotherapie wegen Krebs oder nach Organtransplantation, AIDS, Zustand nach Milzentfernung.

  • Fieber nach einer Tropenreise.

  • Fieber, das wiederholt auftritt, auch wenn es nicht stark ansteigt, ebenso über längere Zeitperioden anhaltendes nächtliches Schwitzen.

Empfehlungen Hausmittel

  • Während des Temperaturanstiegs: Wärmezufuhr mit Decken, Wärmekissen und Bettfl asche, mit heissem Tee.

  • Wadenumschläge mit Essig- oder Zitronenwasser, handwarm beginnen, mit jedem Wechsel kühler. Die Wickel wechseln, wenn sie nicht mehr als kühlend empfunden werden. Hautunverträglichkeiten beachten; das Bett gut schützen, damit es nicht nass wird. Bei kalten Füssen oder Beinen keine kalten Wadenwickel anwenden.

  • Reichlich Flüssigkeit: leicht gesüsster Lindenblütentee, Holunderblütentee, mit heissem Wasser verdünnter Zitronensaft oder Petersilientee: 1 Esslöffel gehackte Petersilie mit 1,5 dl Wasser aufkochen, sieben und warm trinken.

  • 200 Gramm gewaschenen Reis mit einem Liter kochendem Wasser übergiessen und im Topf abkühlen lassen, ab und zu einen Schluck Reiswasser trinken.

  • Nach einem Schweissausbruch den Körper abreiben. Dazu wird ein Tuch (am besten aus Leinen) in körperwarmes Wasser getaucht Fieber, Schüttelfrost; Hitzschlag Fieber, Schüttelfrost und nur so weit ausgedrückt, dass es nicht mehr tropft. Der Patient darf die Temperatur des Wassers nicht als kalt empfinden. Alternative: Franzbranntwein einreiben, besonders an Rücken und Beinen.

  • Fieberbläschen: den Saft von einem frischen, zerriebenen Zitronenmelisseblatt wiederholt auftragen.

Hinweis - Medikamente

Kinder sollten nicht mit Salicylaten (Acetylsalicylsäure enthaltende Medikamente wie Aspirin® oder Alcacyl® und andere) behandelt werden. Im Zusammenhang mit Fieber verabreichte Salicylate können bei ihnen eine zwar seltene, aber lebensgefährliche Krankheit, das Reye-Syndrom, verursachen.

Stichworte
Fieber, Körpertemperatur, Infektion, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Grippe, Erkältung, Halsschmerzen
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