Harnverhaltung

Die Schwierigkeit, Wasser zu lösen, zeigt sich unter zwei Aspekten: Abschwächung des Strahls trotz vermehrter Anstrengung (allmählich einsetzender Zustand) oder plötzliche Unfähigkeit zur Blasenentleerung trotz quälendem Drang.

Abschwächung des Strahls: Beim Mann ist die Ursache eine sich in der zweiten Lebenshälfte vergrössernde Prostata (Prostatahyperplasie), eine Drüse, die am Blasenausgang liegt, die Harnröhre umschliesst und sie durch ihr Wachstum zunehmend einengt. Die Urinentleerung ist dadurch verlangsamt, trotz verstärktem Druck wird der Harnstrahl schwächer und oft lässt sich die Blase nicht mehr völlig entleeren – man spricht dann von «Resturin». Dieses Phänomen nimmt nach und nach zu, es liegt bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von etwa 76 Jahren heute im Grenzbereich des normalen Alterungsvorgangs.

Wann braucht es den Arzt

Die Prostatahyperplasie ist nicht Krebs, aber Krebs kann daraus entstehen. Deshalb sind parallel zu einer Behandlung mit Hausmitteln ärztliche Kontrollen angezeigt.

Unfähigkeit zur Blasenentleerung: Neben einer fortgeschrittenen Prostata-Vergrösserung sind Unterleibsoperationen (auch bei Frauen), psychische Reaktionen und neurologische Ausfälle (Diskushernie) die Auslöser. Hausmittel können angewendet werden, bis der Arzt eintrifft. Ist das Wasserlösen vollständig blockiert, handelt es sich um ein Ereignis, das sofortiger ärztlicher Hilfe bedarf.

Wann braucht es den Arzt

Der Arzt wird die Blase durch Einlegen eines Katheters entleeren, und wenn dies nicht geht, «von oben» durch Punktion der überfüllten Blase oberhalb des Schambeins.

  • Eine Prostata-Operation lässt sich im Allgemeinen durch Hausmittel auf lange Sicht nicht umgehen. Auch die Wirksamkeit von pflanzlichen Heilmitteln gegen Prostata-Vergrösserungen ist nicht bewiesen.

  • Die sexuelle Aktivität muss nicht eingeschränkt werden.

  • Angesichts der Häufigkeit von Prostata-Krebs empfiehlt sich bei Männern über 50 Jahren eine jährliche Vorsorgeuntersuchung. Prostata-Krebs führt keineswegs obligatorisch zur Harnverhaltung, insbesondere nicht zu Beginn der Krankheit.

Empfehlungen Hausmittel

  • Sitzbad mit Zinnkraut, bei einer Wassertemperatur von 38 Grad, und versuchen, die Blase im Bad zu entleeren.

  • Bei psychischen oder reflektorischen Reaktionen: Warme Kräuterpackungen (Heublumen) auf den Unterleib legen.

  • Prostata-Vergrösserung: Präparate aus Kürbissamen (Drogerie) einnehmen, solange eine Operation unnötig oder nicht erwünscht ist.

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