HirnerschütterungBeim Aufprall
mit dem Kopf auf einen harten Gegenstand kann sich unter der Haut ein Bluterguss bilden, eine «Beule»,
oder es kommt sogar zu einem Riss in der Kopfhaut (Haut, Blutungen an der Körperoberfläche). Der
Aufschlag «erschüttert» den Kopf als Ganzes und darin natürlich auch das Gehirn. Bleiben Übelkeit oder
Kopfweh zurück, drängt sich der Begriff «Hirnerschütterung» geradezu auf. Dies ist umgangssprachlich
sicher passend, doch wird in der Medizin unter Hirnerschütterung (Commotio cerebri) etwas anderes verstanden. Hirnerschütterung:
Die Definition im unfallmedizinischen Sinn ist ein mit dem Aufschlag des Kopfs sofort
einsetzender Bewusstseinsverlust (»Bewusstlosigkeit, Ohnmacht, Kollaps), wie
er im Boxsport bei
einem vollen K.o.-Treffer beobachtet wird. Zusätzliche
charakteristische Merkmale Nach einigen Sekunden
bis wenigen
Minuten folgt spontan das Erwachen. Oft weiss der Verletzte nichts mehr von den letzten Geschehnissen
vor dem Ereignis (Fachausdruck: Amnesie). Nach dem Erwachen besteht mitunter während kurzer Zeit ein
psychischer Dämmerzustand, in dem ebenfalls nichts im Gedächtnis fixiert wird. Die Amnesie
kann sich allmählich wieder «auffüllen», doch lässt sich nicht voraussagen, ob Erinnerungslücken
zurückbleiben werden. Die Hirnsubstanz selbst weist keine
organische
Schädigung auf, und deshalb darf mit einer völligen Heilung gerechnet werden. Übelkeit, Erbrechen,
Schwindel, Lichtscheu und Kopfweh sind Folgeerscheinungen der Hirnerschütterung, die sich stetig zurückbilden. Patienten
mit alleiniger Hirnerschütterung werden heute nach Stunden oder einem Tag Überwachung aus der Spitalpflege
entlassen. Auch nach dieser Frist ist es möglich, dass eine Spätkomplikation auftritt.
Wann braucht es den Arzt Selten, aber gefährlich ist eine Blutung ins Schädelinnere, eine Komplikation, die noch nach Stunden bis Tagen möglich ist. Verdacht erregt das Auftreten von Dösigkeit, zunehmendem Kopfweh, Verwirrung. Dies muss rasch erkannt werden und erfordert eine operative Entfernung des Blutergusses. |
Hirnquetschung:
Hat das Hirngewebe durch den Schlag oder Aufprall eine direkte Verletzung erlitten wie Quetschung,
Substanzrisse, Blutung, handelt es sich um einen bedeutend schlimmeren Zustand als die Hirnerschütterung.
Im ersten Moment lässt sich dies nicht beurteilen, denn man weiss ja noch nicht, wann und ob der Verletzte
erwachen, sprechen und sich bewegen wird. Je länger die Bewusstlosigkeit dauert, desto höher ist allerdings
die Wahrscheinlichkeit, dass das Hirngewebe selbst Schaden genommen hat (Hirnquetschung oder Contusio
cerebri).
Empfehlungen Hausmittel Den
Bewusstlosen aus der Gefahrenzone bringen. Wenn er nach wenigen Minuten
nicht wieder
zu sich kommt, muss ein Notarzt alarmiert werden. Stabile
Seitenlagerung,
damit kein erbrochener Mageninhalt in die Luftröhre und die Lungen eindringt. Den
Verletzten nach dem Erwachen ansprechen: Antwortet er? Reagiert er auf einfache Aufforderungen wie Hände
drücken, Zunge herausstrecken? Klagt er über irgendwelche Schmerzen (auch an anderen Körperstellen)?
Vermag er sich hinzusetzen? Massnahmen bei Kopfweh (Kopfschmerzen). Die
Beobachtung nach Spitalaustritt muss zu Hause weiterhin während mehrerer Tage gewährleistet
sein. Zweckmässig ist es, den Verunfallten immer wieder anzusprechen, sein Verhalten und seine Reaktionen
zu prüfen. Man muss sich nicht scheuen, ihn auch nachts zu wecken – um den Schlaf von allfälliger Bewusstlosigkeit
zu unterscheiden. Ein gesunder Schläfer wacht auf, der Bewusstlose ist nicht weckbar. Nach
einer Hirnerschütterung kann der Verletzte das gewohnte Leben rasch wieder aufnehmen. Strenge
Bettruhe während Tagen, wie sie früher empfohlen wurde, beschleunigt die Rückbildung von Symptomen wie
»Kopfweh erfahrungsgemäss nicht.
|