Insekten- und ZeckensticheInsektengifte
und Substanzen, die der menschliche Organismus selber nach Insektenstichen freisetzt, rufen die typischen,
lokalen Hautreaktionen wie Rötung, Schwellung und »Juckreiz hervor. Stiche von Bienen,
Wespen und
Hornissen sind giftig, Mückenstiche dagegen eher lästig, Zeckenstiche anfangs wenig spektakulär. Und
doch ist ein Insektenstich unter bestimmten Gegebenheiten lebensgefährlich, abhängig von folgenden Faktoren: Ort
des Stichs: Stiche am Hals und in den Rachen können zu akuter starker Schwellung der Rachen- und
Kehlkopfschleimhaut und damit zum Ersticken führen. Allergie:
Bisweilen ist schon ein einziger Stich bedrohlich. Personen, die allergisch reagieren und die
damit verbundenen Gefahren bereits kennen, haben in der Regel ein Notfallset bei sich. Menge
des Insektengifts: Gefahr durch das Gift von Bienen oder Wespen besteht bei gesunden Erwachsenen
ab 100, bei Kindern im Schulalter ab 30 Bienen- oder Wespenstichen – unabhängig davon, ob eine Allergie
vorliegt. Krankheitsübertragung: Infizierte
Zecken sind Überträger von viralen und bakteriellen Krankheiten. In tropischen und subtropischen Regionen
werden durch Mückenstiche die Erreger der Malaria und des Gelbfiebers, durch Stechfliegen die Erreger
der afrikanischen Schlafkrankheit auf den Menschen übertragen.
Wann braucht es den Arzt Eine ärztliche Untersuchung ist erforderlich bei Allgemeinreaktionen wie Atemnot, Schwindel, Fieber und anderen Infektionszeichen, die oft erst nach Tagen oder Wochen auftreten. |
Die
meisten Insektenstiche lassen sich allerdings gut mit Hausmitteln behandeln. Empfehlungen
Hausmittel Allgemein Die
entzündete Hautstelle mit «cold pack», Eis (oder Glace), Quark oder Essigsaurer Tonerde kühlen. Mit
Essig abwaschen oder mit dem Saft von zerquetschten Spitzwegerich-, Gänseblümchen- oder Pfefferminzblättern
bestreichen. Eine möglichst kühle Zwiebelscheibe auf den Stich legen. Schwellung
im Mund: Bis zum Erreichen des Arztes Eis lutschen oder mit sehr kaltem Wasser gurgeln.
Wespen-
oder Bienenstich Zucker mit dem eigenen Speichel
auflösen
und auf dem Stich verteilen. Ein in der Haut verbliebener Bienenstachel
wird ohne
Druck mit einem Messer kratzend oder allenfalls mit einer Pinzette vorsichtig entfernt – durch Druck
würde mehr Gift in den Körper gepresst. Die Stelle anschliessend desinfizieren. Bienenstachel haben
Widerhaken, das Entfernen ist deshalb schwierig. Ein Wespenstachel ist glatt und lässt sich leichter
herausziehen.
Zeckenstich Nach
Aufenthalt in einem Gebiet, wo infizierte Zecken vermutet werden: alle exponierten Körperstellen gut
absuchen, auch den behaarten Kopf. Ist eine Zecke gefunden, fasst man sie am besten mit einer Pinzette
oder Zeckenzange (aus der Apotheke) so tief als möglich in der Haut und zieht vorsichtig, bis sie sich
löst. Anschliessend sollte die Stichstelle desinfiziert werden. Eine Zeckenzange besteht aus Plastik.
Wenn man nur eine Metallpinzette zur Verfügung hat, wärmt man diese kurz an (Hand, lauwarmes Wasser),
denn Kälte veranlasst die Zecke dazu, Infektionserreger in die menschliche Blutbahn zu entleeren. Vorbeugen Geeignete
Kleidung tragen. Ungünstig sind vielfarbige oder geblümte Stoffe. Insektenabweisende
Geruchsstoffe («Repellents») einreiben oder aufsprayen. Keine
stark duftenden Kosmetika verwenden, sie ziehen Insekten an; entsprechendes gilt für Schweiss. Orte
mit vielen Insekten meiden, insbesondere die Nähe von Mülltonnen und Fütterungsstellen. Vorsicht
mit Fallobst, es zieht Wespen an. Alte Baumstämme nicht bewegen, sie dienen Wespen manchmal als Wohnung.
Insektengitter an Fenstern; auf Safari Moskito netze um die Liegestelle anbringen. In Wiesen nicht barfuss
gehen. Süsse Speisen und Getränke, aber auch Fleisch sind Insektenköder,
was sich besonders im Freien lästig auswirkt. Kinder denken vielleicht nicht daran und benötigen einen
Warnhinweis, damit sie mit dem Sirup nicht unversehens eine Wespe oder Biene schlucken. Gegen
gewisse Krankheiten, die durch Insekten oder Zecken übertragen werden, gibt es Impfungen
oder vorbeugend wirkende Medikamente. So ist es in einzelnen Regionen der Schweiz empfehlenswert,
gefährdete Personen gegen Folgen von Zeckenbissen zu impfen. Auslandreisen:
Grundsätzlich werden Impfungen und die medikamentöse Malaria-Prophylaxe vor der Abreise durchgeführt
oder eingeleitet. Deshalb ist es notwendig, sich frühzeitig von einem Arzt beraten zu lassen.
Stichworte Insektenstich,
Hautreaktion, Juckreiz, Schwellung, Rötung, anaphylaktische Schock, Allergie, Bienstich, Wespenstich,
Zeckenstich, Malaria
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