Knochenbruch, Fraktur

Von aussen auf den Körper wirkende Gewalt ist die häufi gste Ursache eines Knochenbruchs, man spricht von traumatischer Fraktur.

Seltener führt geringfügige, immer am gleichen Ort wiederholte Krafteinwirkung zu einer schleichend auftretenden Ermüdungsfraktur. Ein Beispiel ist die «Marschfraktur» eines Fussknochens bei Rekruten.

Abb. 5: Provisorisches Schienen eines verletzten Beines (Transportschiene)

So genannte Spontanfrakturen treten bei gewöhnlich risikolosen Belastungen oder ohne erkennbaren Anlass auf; sie ereignen sich nur bei vorgeschädigten Knochen (Osteoporose, Krebs). Bewegungsapparat Knochenbruch, Fraktur

Woran man einen Knochenbr

uch erkennt
  • Schmerz, Schwellung im Bereich der Bruchstelle, Bluterguss.

  • Funktionsverlust des betroffenen Körperteils, Unfähigkeit, ihn zu gebrauchen, Schonhaltung.

  • Fehlstellung oder abnorme Lage des Knochens, wie Verdrehung, Achsenknick, Verkürzung.

  • Stabilitätsverlust, unnatürliche Beweglichkeit. Dieses Kriterium ist das einzige sichere Zeichen einer Fraktur. «Unnatürliche Beweglichkeit » sollte aber nicht ausprobiert werden – diese Untersuchung ist extrem schmerzhaft.
    Die übrigen Symptome findet man auch bei Verstauchung (»Verstauchung, Bänderzerrung und Bänderriss) oder Luxation (Ausrenken) von Gelenken oder ähnlichen Verletzungen.

Wann braucht es den Arzt

  • Bei Frakturen grösserer Knochen und immer, wenn eine offene Wunde, eine Gefäss- oder Nervenschädigung vorliegt, muss möglichst rasch behandelt werden.

  • Frakturen kleinerer Knochen, zum Beispiel an der Hand und am Fuss, weisen oft keine sichtbare Fehlstellung auf und bedrohen das Leben nicht, sind in diesem Sinn also kein Notfall.

Empfehlungen Hausmittel:

  • Die verletzte Stelle sofort mit Eis (in einem Tuch, um die Haut zu schützen), kaltem Wasser oder einem Alkoholwickel kühlen – unabhängig davon, ob eine Fraktur gesichert ist. Den Verunfallten beim Transport warmhalten.

  • Den verletzten Körperteil stabil lagern und ruhigstellen. Automatisch angezogene oder gebeugte Extremitäten mit Polstermaterial abstützen.

  • Zuverlässiges Ruhigstellen langer Knochen erfordert eine langstreckige Fixation über das darunter und das darüber liegende Gelenk hinaus. Als provisorische Schiene dienen Holzlatten oder anderes stabiles Material, zum Befestigen Verbandstoff, ein Gürtel oder ein Halstuch. Mögliche Druckstellen polstern. Der Arm wird ruhig gestellt, indem man ihn am Oberkörper fixiert

  • Die Wunde bei offener Fraktur abdecken – steril, sofern möglich.

  • Bei Schock oder Schockgefahr: Patienten fl ach hinlegen, allenfalls die Beine etwas hochlagern

  • Bei Verdacht auf Becken- oder Wirbelfraktur: Den Verunfallten nur bewegen, soweit dies für lebensrettende Sofortmassnahmen nötig ist.

  • Rettungsdienst, Notfallarzt alarmieren.

Abb. 6: Anlegen einer Tragschlinge mit einem Dreiecktuch zur Ruhigstellung des Arms nach Verletzung

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Knochenbruch, Fraktur

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