Muskelschmerzen und Wadenkrämpfe

Muskelkater ist ein schmerzhaftes lokales Ermüdungsphänomen, das gelegentlich von einem Krampf begleitet wird. Ursachen sind winzige Risse in Muskelfasern infolge aussergewöhnlicher Aktivität oder eine Anreicherung von sauren Stoffwechselprodukten.

Muskelverspannungen lösen hauptsächlich Schmerzen im Bereich von Schulter, Nacken oder Kopf (Gehirn, Nervensystem und Psyche, »Kopfschmerzen, Migräne) und Wirbelsäule aus (Bewegungsapparat, »Rückenschmerzen). Muskelzerrungen entstehen durch brüske Überdehnung. Werden kleine Blutgefässe mit verletzt, bildet sich ein Bluterguss (Haut, Blutungen an der Körperoberfläche, »Blutungen unter der Haut). Es dauert nicht selten mehr als zwei Wochen, bis man nichts mehr davon sieht und spürt.

Muskelschmerzen bei Infektionskrankheiten: Ein bekanntes Beispiel ist die Grippe, bei der zahlreiche Muskelpartien schmerzen. Auch andere, meist durch Viren ausgelöste Erkrankungen sind manchmal von diesem Symptom begleitet.

Wadenschmerzen, die beim Spazieren zum Anhalten zwingen, können auf mangelhafte Blutversorgung eines Beins hinweisen. Dieses fühlt sich oft kühler an als das gesunde. Besonders bei älteren Menschen besteht dann Verdacht auf ein «Raucherbein» oder die «Schaufensterkrankheit». Typischerweise verkürzt sich allmählich die Gehstrecke, die ohne Schmerzen zurückgelegt werden kann, und die Beschwerden treten mit dem Fortschreiten der Krankheit auch im Ruhezustand auf.

Rheumatische Muskelschmerzen stehen vornehmlich in Zusammenhang mit Weichteilrheumatismus.

Muskelkrampf: Die Muskeln der Beine, seltener der Arme, ziehen sich unwillkürlich und schmerzhaft zusammen. Der Krampf reisst einen Menschen nachts aus dem Schlaf oder er tritt nach körperlichen Anstrengungen und beim Sport auf. Die häufigsten Ursachen sind Mangel an Flüssigkeit (Trinkmenge) sowie an bestimmten Mineralstoffen oder Vitaminen (Natrium, Kalzium, Magnesium, Vitamin B1). Auch bei Varizen (»Krampfadern, Varizen) entstehen bisweilen Muskelkrämpfe, ebenso bei verschiedenen Stoffwechsel und neurologischen Erkrankungen.

Wann braucht den Arzt

In jedem Fall von vermuteter «Schaufensterkrankheit» sollte ein Arzt der Ursache nachgehen, ausserdem wenn es trotz Vorsorgemassnahmen immer wieder zu Wadenkrämpfen kommt oder Hausmittel wirkungslos bleiben.

Empfehlungen Hausmittel

Muskelkater

  • Die Muskeln weiterhin, aber nur leicht beanspruchen. Gehtraining, Schwimmen, Radfahren, Moorbäder.

Muskelverspannung

  • Schmerzende Muskeln sind oft verspannt. Lockernd wirken Entlastung, leichte Bewegung, Massagen, Vibration, zudem warme Heublumenwickel oder Dampfkompressen. Dazu eine Kompresse mit heissem Wasser übergiessen oder mit verdünntem Extrakt der Pflanze (Heublume) anfeuchten, nicht zu heiss auf die schmerzende Stelle legen, mit einem Frotteetuch befestigen. Sportsalben sind eine gute Ergänzung.

Muskelzerrung

  • Ein verletzter Muskel soll nicht belastet werden, er braucht Ruhe. Im akuten Stadium: Kälteanwendung, nicht Wärme. Kalten Quark dick auf ein Leinentuch streichen und auf der schmerzenden Stelle anbringen.

Wadenkrämpfe

  • Durch sanftes, aber bestimmtes Dehnen des Muskels ist es meist möglich, den Krampf wieder zu lösen. An der Wade erreicht man dies durch Heraufziehen des Vorfusses oder vorsichtiges In-die- Hocke-Gehen.

  • Ruhiges, tiefes Atmen trägt dazu bei, dass der Körper mit genügend Sauerstoff versorgt wird und sich entspannt. Wärme wirkt gleichfalls entkrampfend.

  • Treten die Krämpfe beim Liegen auf: etwas umhergehen, die Muskeln dehnen, den Fuss schütteln.

  • Kalte Umschläge.

  • Haferflocken, Reis, Erbsen, Kohlrabi, Bananen und Nüsse, insbesondere Mandeln, enthalten viel Magnesium, das Krämpfen entgegenwirken soll. Wenn dies längerfristig nicht zum Erfolg führt: Magnesium in Pulver- oder Tablettenform einnehmen.

  • Besteht Verdacht auf eine Durchblutungsstörung («Raucherbein»): das Bein nicht hochlagern; eine prekäre Durchblutung könnte sonst noch schlechter werden.

  • Genügend trinken, mindestens 1,5 Liter täglich; nach Schwitzen (Sport, Fieber, Sommer) mehr.

Vorbeugen

  • Vor dem Sport gründlich aufwärmen, Stretching (Dehnübungen).

  • Belastung beim Training langsam steigern; auf Ermüdungserscheinungen achten.

  • Beim Bergab-Gehen Wanderstöcke benutzen.

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