Schlafstörungen

Vorübergehende Ein- oder Durchschlafstörungen lassen sich meist bestimmten Situationen zuordnen. Problematischer ist die chronische, lang dauernde Beeinträchtigung des Nachtschlafs. Diese hat vielerlei Ursachen: tagsüber nicht gelöste Probleme, körperliche Erkrankungen, Schmerzen, das Schlafapnoe-Syndrom oder äussere Einflüsse wie die Störung des Tag-Nacht-Rhythmus durch unregelmässige Arbeit, Zeitverschiebung und Umgebungslärm. Mehrheitlich ist auch die Qualität des Schlafs beeinträchtigt. Folgen sind Erschöpfung, Konzentrationsschwäche, Leistungsabfall, berufliche und familiäre Schwierigkeiten. Zudem besteht die Gefahr einer Schlafmittelabhängigkeit.

Wann braucht es den Arzt

Eine ärztliche Untersuchung erfordern Ursachen wie chronische Schmerzen, Verdacht auf Herz-Kreislauf- oder andere Organerkrankungen, das Apnoe-Syndrom mit starkem Schnarchen und Atempausen, ferner Depressionen und andere psychische Krankheiten.

Empfehlungen Hausmittel

  • Armbad in kühlem Wasser oder ein kühles Halbbad (bis zum Bauch im Wasser), den Körper nur kurz abtupfen und sich wieder ins Bett legen. Nach der Kälte wird die Durchblutung angeregt, man bekommt warm, dies beruhigt und macht etwas schläfrig. Manche Menschen reagieren allerdings besser auf ein körperwarmes Armbad. Man muss beide Varianten ausprobieren.

  • Grundsätzlich: zum Einschlafen die Füsse warm und den Kopf kühl halten. Bettflasche und Schlafsocken steigern die Hautdurchblutung und erzeugen eine angenehme Wärme.

  • In ein Glas Milch etwas Mandelmus rühren, mit einem Löffel Honig süssen, einer Messerspitze Safran würzen und trinken. Alternative: heisse Milch mit Zucker oder Honig vor dem Zubettgehen trinken.

  • Beruhigend wirken Tees aus Melisseblättern, (»Anhang) Kamillen-, Orangen-, Lavendel- oder Hopfenblüten oder eine Mischung verschiedener Kräuter.

  • Baldriantropfen oder 1 Teelöffel Melissengeist verdünnt mit etwas warmem Wasser einnehmen.

  • Kräuterkissen: füllen mit Baldrianwurzel, Lindenblüten, Melisse, Feldthymian (Quendel) und allenfalls etwas Salbei.

  • Ein Glas Rotwein abends beruhigt. Zu viel Alkohol dagegen bewirkt Durchschlafstörungen und nächtlichen Harndrang. Insbesondere der «Schlummerbecher» Bier füllt den Magen und wirkt harntreibend – besser, man verzichtet darauf.

  • Abendspaziergang; Entspannungsübungen wie autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation (Muskelentspannung).

Vorbeugen

  • Das Nachtessen sollte leicht und spätestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen abgeschlossen sein.

  • Abends nur wenig trinken, damit der Schlaf nicht durch eine volle Harnblase unterbrochen wird.

  • Einhalten eines regelmässigen Schlafrhythmus.

  • Es beruhigt, wenn man beim Einschlafen an etwas denkt, das Freude bereitet. In diesem Sinn helfen Lesen und Entspannungsmusik.

  • Belastende Ereignisse in einem Tagebuch niederschreiben und so «abzulegen» versuchen, denn Probleme zu wälzen, verscheucht den Schlaf.

  • Heisse Bäder kurz vor dem Schlafengehen wirken für viele Menschen anregend und sind daher nicht empfehlenswert.

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