Schwindel

Plötzlich gerät das Umfeld scheinbar ausser Kontrolle und beginnt sich zu drehen, zu flimmern, zu schwanken oder wegzurutschen. Diese illusionäre Verzerrung der Aussenwelt wird oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen. Seinen Ursprung hat Schwindel im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs, in Schwankungen des Blutdrucks oder in psychischen Einflüssen.

Bewegungs- oder Reisekrankheit wird durch Schaukel- und Drehbewegungen während Meer-, Flugzeug- oder Autoreisen hervorgerufen. Die optische Wahrnehmung einer sich scheinbar abnorm Gehirn, Nervensystem, Psyche Schwindel bewegenden Umwelt (zum Beispiel ein schwankender Horizont) aktiviert zusätzlich das Brechzentrum im Hirnstamm.

Drehschwindel tritt in Ruhelage und stabiler Position auf. Die Umgebung scheint sich zu drehen, was zu Gangunsicherheit und Brechreiz führt. Diese Störungen im Gleichgewichtsorgan lassen sich zurückführen auf unzureichende Durchblutung, Infekte oder Medikamente. Sehr unangenehm ist der Schwindel, wenn ihn Kopfbewegungen immer wieder auslösen.

Kreislauf, Blutdruckschwankungen: Zu niedriger, zu hoher Blutdruck, Herzrhythmusstörungen (»Unregelmässiger Puls, Herzrhythmusstörungen, Herzklopfen) oder »Herzmuskelschwäche sind häufig Ursache von Schwindel, manchmal sogar von sekundenlangem Schwarzwerden vor den Augen. Seltener kommt es zum Kreislaufkollaps (»Bewusstlosigkeit, Ohnmacht, Kollaps). Dieser kündigt sich überdies durch Schweissausbruch und Übelkeit an. Auch Beruhigungs- und Blutdruckmittel können Schwindel verursachen. Gelegentlich beeinträchtigen Kopfbewegungen mit Drehen der Halswirbelsäule die Durchblutung des Hirnstamms und der Hirnnerven, was zu einem von der Kopfposition abhängigen Schwindel führt.

Psychische Einflüsse: Manchen Menschen verursachen emotional belastende Sachverhalte Schwindelgefühl und Unwohlsein, so der Blick aus grosser Höhe (»Höhenschwindel, Panikattacken und Angst), der Anblick von Blut oder Reden über etwas Angst Erregendes (»Kreislaufkollaps).

Wann braucht es den Arzt

Ärztliche Hilfe ist nötig bei extremem oder immer wiederkehrendem Schwindel, wenn dieser auf Hausmittel nicht reagiert oder wenn sich neurologische Symptome bemerkbar machen wie Kopfschmerz, Ohrgeräusch, Hörverminderung, unverständliche Sprache, Orientierungsverlust und Störung der Körpermotorik. Anhaltender Verlust des Gleichgewichts und der Kontrolle über gezielte Körperbewegungen kann auf ernsthaften organischen Prozessen im Gehirn beruhen und bedarf einer raschen medizinischen Abklärung.

Hausmittel eignen sich für akute erstmalige Schwindelanfälle.

Empfehlungen Hausmittel

  • Kreislaufkollaps: flach hinlegen, allenfalls die Beine hochlagern, keine schnellen Bewegungen machen, Augen schliessen, ruhen.

  • Bei niedrigem Blutdruck mit Kollapsneigung: das Essen etwas mehr salzen; Wechselduschen (abwechselnd warmes und kaltes Wasser); viel trinken.

  • Höhenschwindel: Primär geht es darum, entsprechende Situationen zu umgehen. Wenn es sich nicht vermeiden lässt: nicht nach unten blicken und von dem beängstigenden Standort absteigen.

  • Seekrankheit: kalten (nicht rohen) Fisch ans Bett bringen lassen und halb liegend essen (Ratschlag eines Seemanns).

  • Reisekrankheit: trockenes Brot in Essig tauchen und gut kauen.

  • Verschiedene Medikamente gegen Reisekrankheit sind auf dem Markt, sie müssen bereits vor der Abreise eingenommen werden. Viele haben die Nebenwirkung, dass sie müde machen und das sichere Lenken eines Fahrzeugs nicht mehr gewährleistet ist.

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