«Wasseransammlung» im Bein, das «dicke Bein»

Das «dicke» oder geschwollene Bein schmerzt meist nicht, typischer ist ein Schweregefühl. Diffuse Einlagerung von Flüssigkeit (Serum, Lymphe) lässt das Gewebe wie einen Schwamm aufquellen (Ödem). «Wasseransammlungen» können klein- oder grossvolumig verteilt sein, also beispielsweise beide Unterschenkel betreffen oder nur einen Fuss. Unter dem Druck einer Fingerkuppe wird das Ödem verdrängt und es entsteht eine Delle, die sich nach kurzer Zeit wieder auffüllt. An den Beinen nehmen Schwellungen typischerweise im Verlauf des Tages zu. Im Liegen oder durch Hochlagern der Beine, auch während der Nacht, fliesst Gewebeflüssigkeit in die Blutbahn zurück und wird durch die Nieren ausgeschwemmt – die Unterschenkel und Füsse sind morgens schlanker.

Krampfadern und Thrombose: Eine häufige Ursache von «dicken, schweren Beinen» sind »Krampfadern. Durch den Rückstau im Gefässsystem entsteht ein Ödem.

Wann braucht es den Arzt

Bei akut einsetzender, einseitiger Schwellung und wenn Begleitsymptome wie Schmerz oder Rötung dazukommen, sollte man den Arzt beiziehen; eine »Thrombose könnte die Ursache sein.

Gewebsschwäche: Bisweilen schwellen die Beine aufgrund einer angeborenen oder vererbten Gewebsschwäche an, besonders nach langem Stehen oder Gehen.

Herzmuskelschwäche: Ödeme, die beidseitig am Fussrücken, in der Knöchelgegend und an den Unterschenkeln lokalisiert sind, bilden sich, wenn die Leistungsfähigkeit des Herzens nachlässt (»Herzerkrankungen, »Herzmuskelschwäche).

Wann braucht es den Arzt

Bei Verdacht auf eine Herzmuskelschwäche ist immer ein Arztbesuch angezeigt.

Lymphödem: Dies ist eine seltene Ursache des «dicken Beins». Es beruht auf einem Rückstau von Lymphe in Gewebespalten aufgrund eines anlagemässigen Mangels an Lymphgefässen oder einer Schädigung des lokalen Lymphsystems. Letzteres kann geschehen als Folge von operativen Eingriffen oder Tumorbestrahlung in der Leistengegend, ausserdem nach wiederholten Infektionen am Unterschenkel.

Auch am Arm sind Lymphödeme bekannt; sie stehen fast immer in Zusammenhang mit Operationen von »Brustkrebs (»Erkrankungen der weiblichen Brust, »Geschwulst, Knoten, Krebs), wenn Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt oder bestrahlt werden mussten.

Empfehlungen Hausmittel

  • Beine hochlagern, dabei das Abknicken in der Leiste vermeiden.

  • Kühle Kamillen- oder Quarkumschläge.

  • Bei Krampfadern und auch nach Thrombosen: Beine einbinden; noch vorteilhafter sind Stützstrümpfe. Diese müssen individuell angepasst werden – am besten in einem Sanitätsgeschäft –, damit sie ihre optimale Wirkung erlangen. Wegen des Waschens sollte man über zwei Paare verfügen. Allfällige «Blutverdünnung» (»Krampfadern).

  • Lymphödem: Lymphdrainage und Entstauungstherapie sind zur Selbst anwendung geeignet, wenn eine professionelle Beurteilung und Anleitung erfolgt. Das Prinzip besteht in einer Art Streichmassage, durch welche Gewebsflüssigkeit in zentraler Richtung ausgepresst wird. Das Tragen eines Kompressionsstrumpfs (am Arm: eines Kompressionsärmels) ergänzt die Methode.

  • Langstreckenflüge: Die Schuhe nicht ausziehen, aber wenn möglich Bändel lockern. Nach einem mehrstündigen Flug besteht das Risiko, dass ein geschwollener Fuss nicht mehr in den Schuh passt.

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