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medicine 2.0 – Gesundheitslexikon

Akne

Akne ist die häufigste Hautkrankheit bei Jugendlichen. Es handelt sich dabei überwiegend um die so genannte gewöhnliche Akne oder Acne vulgaris, die zu den Talgdrüsenerkrankungen gehört. Durch hormonal ausgelöste erhöhte Talgproduktion entstehen punktförmige, schwarze Mitesser. Bei den schwereren Formen kommen Knoten (Papeln) und Pusteln dazu, die oft durch Hautbakterien infiziert werden und ein Eitertröpfchen enthalten, im Volksmund „Pickel“ genannt.

Ursachen und Risikofaktoren

In der Regel wirken mehrere ursächliche Faktoren zusammen.

  • Familiäre Bereitschaft zu Akne ist bekannt, so dass eine genetische Disposition angenommen wird.
  • Geschlechtshormone regen in der Pubertät die Talgdrüsen der Haut zu vermehrter Aktivität an. Männliche Hormone (Androgene) sind ausschlaggebend, doch auch das Verhältnis von männlichen zu weiblichen Geschlechtshormonen spielt eine Rolle. In jedem menschlichen Organismus werden sowohl männliche wie weibliche Sexualhormone gebildet; bei jungen Männern ist die Akne aber häufiger und tritt in schwereren Formen auf als bei Frauen in der Pubertät. Hormonale Einflüsse können allerdings bei Letzteren in der zweiten Hälfte des monatlichen Zyklus Akne auslösen oder verschlimmern.
  • Verstopfung der Talgdrüsenausgänge durch übermässige Produktion hornartiger Substanzen in der Talgdrüse.
  • Bakterielle Besiedelung: Durch das Eindringen von Hautbakterien und durch Entzündung entstehen Eiter enthaltende Pusteln und Knoten, im schlimmsten Fall Abszesse.
  • Von innen oder aussen auf die Haut einwirkende Faktoren:
    • Medikamente vermögen, akneartige Hauterscheinungen hervorzurufen, besonders Cortison (Steroid-Akne), manche Schlafmittel und gewisse Vitamin-B-Präparate in hoher Dosierung. Vergleichbares wird beobachtet nach Kontakt mit Chemikalien wie Chlor (Chlor-Akne), Dioxin (Dioxin-Akne) sowie mit Ölen (Öl-Akne) oder Teer (Teer-Akne).
    • Ungeeignete Kosmetika oder Rasierschaum verschlimmern die Akne manchmal.
    • Viele „Anti-Baby-Pillen“ bessern die Hautkrankheit, Verschlechterungen sind allerdings auch möglich.
  • Psychische Belastung, emotionaler Stress können Akne verstärken.
  • Hypothetische oder widerlegte Ursachen:
    • Akne hat nichts mit Unsauberkeit oder fettigem Haar zu tun und ist auch nicht ansteckend, wie früher oft behauptet wurde.
    • Der direkte Einfluss von bestimmten Nahrungsmitteln wie Käse, Nüsse, Fleisch und allen voran Schokolade auf das Entstehen von Akne liess sich in wissenschaftlichen Studien nicht bestätigen, obwohl sich eine Verschlimmerung der Krankheit im Zusammenhang mit Speisen beobachten lässt.
    • Über die Ursachen jener Akneform, die gelegentlich bei Neugeborenen auftritt, existieren erst Vermutungen.

Symptome und Schweregrade

Ein Mitesser entsteht, indem feine Hornlamellen den Ausgang einer Drüse verstopfen und sich darin ein Talgpfropf bildet. Die oft schwarze Verfärbung der Mitesser beruht auf Pigmenteinlagerung und dem Einwirken von Bakterien. Wenn sich die Talgdrüsen und umgebendes Gewebe entzünden und vereitern entstehen Pusteln oder „Pickel“. Diese Vorgänge können sich überall abspielen. Am häufigsten findet man Pickel im Gesicht, am Nacken, an der Schulter, am oberen Rücken und an der Brust. Man unterscheidet verschiedene Schweregrade, abhängig von der Anzahl Mitesser, Pusteln und Knoten und vom Ausmass der Entzündung. Bei der schwersten Form (Acne conglobata) entstehen auch Fisteln; das sind feine, pathologische (abnorme) Verbindungsgänge im Gewebe.

In der Regel heilt eine leichte Akne von allein. Die Dauer ist unterschiedlich und lässt sich nicht vorhersagen; meistens verschwindet der unangenehme Zustand im 3. Lebensjahrzehnt.

Folgen

  • Akne hat nicht selten psychische Auswirkungen, die von mangelndem Selbstwertgefühl bis zu Depression oder Suizidgedanken reichen.
  • Narben entstehen praktisch nur nach dem Ausdrücken von Mitessern und Pickeln und bei sehr schweren Formen.

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

In leichten Fällen kann durchaus selbst behandelt werden. Die Aknehaut ist meist fettig, stark fettende Salbe deshalb ungeeignet. Glänzt die Haut bereits mittags wieder, wischt man sie mit einem Kosmetiktuch ab.
Auf einzelne Massnahmen ist die Reaktion individuell unterschiedlich, sodass das geeignete Verfahren am besten selbst ausprobiert wird. Durch die Behandlung kann sich die Haut entzünden und die Akne vorübergehend verschlechtern. Bis sie sich auf die neue Pflege eingestellt hat und die Pusteln verschwinden, vergehen oft einige Wochen.

  • Das Reinigen geschieht ein- bis zweimal täglich mit pH-neutraler Seife. Synthetische Waschmittel (Syndets) eignen sich bei stark fettender Haut. Gesichtslotionen, die mit einem Wattebausch aufgetragen werden, unterstützen die Behandlung. Vorsicht, viele Präparate enthalten als Wirkstoff Benzoylperoxid, das bunte Wäsche unwiederbringlich entfärbt.
  • Peelings (Rubbelcremes) reinigen gründlich und tragen dazu bei, die Drüsenausführgänge zu öffnen, damit sich der Talg entleeren kann. Sie sollten aber nicht öfter als zweimal pro Woche angewendet werden.
  • Das Eröffnen von Eiterpusteln geschieht ohne Drücken und Quetschen. Zum leichteren Entfernen von Mitessern kann man das Gesicht vorgängig mit feuchten Kompressen erwärmen.
    Bei der schweren Akneform sollte man jedoch auf alle Manipulationen verzichten und die Therapie ausgebildetem Fachpersonal (Medizinische Praxisassistentin, Kosmetikerin) anvertrauen.
  • Diäten bringen meist nichts oder wenig. Eine gesunde Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse, mässigem Fett- und Salzkonsum wirkt sich freilich positiv auf den gesamten Körper aus.

Wann braucht es den Arzt

Entscheidend ist der Leidensdruck, der aus dem Zeitfaktor, der Lokalisation der Akne und ihrer Ausprägung resultiert.
Eine stark entzündliche Akne erfordert ärztliche Kontrollen, um Narben möglichst zu verhindern. Behandelt wird mit desinfizierenden Lösungen, Vitamin A enthaltenden Mitteln, Antibiotika, bei Frauen manchmal mit Hormonen. In schwersten Fällen stehen Isotretinoine zur Verfügung. Diese stark wirkenden Medikamente sind nur auf ärztliches Rezept erhältlich.

Von Isotretinoinen sind gefährliche Nebenwirkungen bekannt; am folgenschwersten sind Missbildungen beim ungeborenen Kind, wenn eine schwangere Frau diese Medikamente einnimmt.

  • Eine Schwangerschaft muss deshalb vor Behandlungsbeginn mit Sicherheit ausgeschlossen worden sein.
  • Nach Ende der Behandlung muss mit einer Schwangerschaft sechs Monate zugewartet werden.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 02.08.2018

 
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