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medicine 2.0 – Gesundheitslexikon

Burnout-Syndrom

Auch: Belastungsreaktion

Das Burnout bezeichnet einen seelischen und körperlichen Erschöpfungszustand aufgrund einer lange andauernden Stresssituation. Es ist keine eigenständige Krankheit laut ICD-10, sondern eine Zusatzdiagnose. Es kann auch sein, dass sich hinter einem Burnout eine Depression verbirgt, oder dass sich eine Depression als Komplikation eines Burnouts entwickelt.
Ein Burnout ist geprägt durch allgemeine Lustlosigkeit, Müdigkeit aber auch körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Verdauungsstörungen und andere körperliche Beschwerden. Das Burnout ist demnach ein komplexes Beschwerdebild, das die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen massiv beeinträchtigt und sich langsam über Monate oder sogar Jahre entwickelt.

Begriffserklärung

ICD-10:

Die Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD, International Classification of Diseases) ist das wichtigste, weltweit anerkannte Diagnose­klassifikationssystem der Medizin. Es wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben.

Affektive Störung :

Affektive Störung ist der Überbegriff für verschiedene Formen von Depressionen und Manie. „Affektiv“ bedeutet, dass das Denken und die Verhaltensweisen durch starke, nicht zu beherrschende Emotionen gesteuert werden und dadurch krankhaften Charakter annehmen können.

Depression:

Depressionen gehören zu den häufigsten affektiven Störungen und können in jedem Lebensalter beginnen. Man versteht darunter ein länger anhaltendes, schweres Stimmungstief. Charakteristisch sind Hoffnungslosigkeit, Leeregefühl, Antriebsverlust, Angstzustände. Schwer Depressive mögen nicht herzhaft lachen oder Freude empfinden.
Es lassen sich viele Formen von Depression unterscheiden, sowohl bezüglich Ursachen als auch vorherrschenden Symptomen. Nicht selten wiederholen sich depressive Episoden.

Manie:

Die Manie weist gegenteilige Merkmale auf als die Depression: Antriebssteigerung, ausgeprägte Fröhlichkeit – oft von Aussenstehenden als unpassend empfunden – und enthemmtes Verhalten. Das griechische Wort μανία (Mania) bedeutet „Raserei“. Zusätzlich können Beeinträchtigungen des Denkens bestehen; typisch sind auch Störungen in sozialen Bereichen (privat und beruflich).

Ursachen und Risikofaktoren

Insbesondere Personen, die sehr hohe Ansprüche an sich selbst haben und über ein ausgeprägtes Pflichtbewusstsein verfügen, laufen Gefahr ein Burnout-Syndrom zu entwickeln. Generell wirken jedoch verschiedene Faktoren zusammen bis sich ein Burnout entfaltet.

So kommt als Ursache eine permanente Überforderungssituation oder auch eine permanente Unterforderung in Frage. Auch das Gefühl ungerecht behandelt zu werden und/oder Wertekonflikte wirken sich negativ aus.
Angst vor Arbeitsplatzverlust, Stress am Arbeitsplatz, Mobbingsituationen aber auch chronische, ungelöste Konflikte sowohl im Privat- als auch im Berufsleben, können die Entstehung eines Burnouts begünstigen.

Diese andauernden Belastungen können mit der Zeit auch das Immunsystem schädigen und zählen zu den Ursachen des chronischen Erschöpfungssyndroms CFS.

Das Krankheitsbild

Typischerweise entwickelt sich ein Burnout-Syndrom über einen längeren Zeitraum von Monaten bis Jahren. Die betroffenen Personen sind dabei nicht mehr erhohlungsfähig auch durch Ferien oder freie Tage erlangen sie keine Besserung und geraten in einen Teufelskreis.

Anfangs stehen oft ein sehr hoher Anspruch und ein hohes Engagement im Beruf oder auch im Privatbereich. Mit der Zeit entwickelt sich bei den von Burnout-betroffenen ein gefühltes Missverhältnis zwischen Engagement und Wertschätzung bzw. Ertrag/Sinn.
Zunehmend fühlen sich die Personen nicht mehr leistungsfähig, distanzieren sich emotional, wirken eher gefühllos und gereizt und verrichten ihre Arbeit mechanisch und nur noch nach Dienst.

Folgende Symptome können bei einem Burnout auftreten:

  1. Erschöpfung: das Gefühl, körperlich und emotional
    dauerhaft entkräftet und ausgelaugt zu sein, Schlafstörungen (gesteigert oder vermindert),
  2. Zynismus: eine distanzierte, gleichgültige Einstellung
    gegenüber der beruflichen Tätigkeit bei vorhergehendem
    sehr grossem Engagement und Einsatz. Man ist reizbar, verwirrt.
  3. Ineffektivität: das Gefühl beruflichen und privaten Versagens
    sowie der Verlust des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten
  4. Ohnmacht: das Gefühl der Hilflosigkeit und des
    Kontrollverlustes – man reagiert nur noch, Antriebslosigkeit.

Auch körperliche Symptome können auftreten:

  • Kopfschmerzen
  • Muskelverspannungen
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Herzklopfen
  • Körperliche Schwäche
  • Verdauungsbeschwerden
  • Sexuelle Lustlosigkeit

Komplikationen

Werden nur einzelne Symptome behandelt oder sehr lange das Problem nicht erkannt, kann sich eine schwere, Behandlungsbedürftige Depression entwickeln.

Diagnose, Therapie und Prognose

Zur Diagnosestellung wird die Krankheitsgeschichte erhoben und sowohl die berufliche als auch die familiäre Situation mit einbezogen.
Diverse Fragebogen werden zur Diagnosefindung beigezogen. Auch Laboruntersuchungen gehören dazu, um eine körperliche Ursache bzw. Krankheit auszuschliessen.
Die Therapie muss sehr individuell gestaltet werden. Oftmals ist jedoch auch eine grundsätzliche Umorientierung im Leben mit fachlicher Unterstützung zu überlegen. Bei ausgesprochen depressiver Symptomatik kann auch eine medikamentöse Unterstützung durchaus sinnvoll sein.

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

Eine ausgeglichene Lebensführung mit ausreichend Schlaf, gesunder Ernährung, genügend Bewegung und einer guten Balance zwischen Anspannung und Entspannung, welche auch genügend soziale Kontakte bietet, ist bereits sehr hilfreich.

Die Wahrnehmung der eigenen körperlichen und geistigen Bedürfnisse schärfen und Entspannungstechniken erlernen helfen ebenso, sich selber gegenüber die notwendige Achtsamkeit aufzubringen.
Auch kann es hilfreich sein, seine Arbeitssituation zu überdenken und gegebenenfalls mit den Vorgesetzten Kontakt aufzunehmen und Unklarheiten zu regeln.

Therapeutische Stressbewältigungsverfahren

  • Aktives Stressbewältigungstraining /Stressmanagement
  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung
  • Biofeedback, Neurofeedback
  • Tai-Chi
  • Qigong
  • Craniosacraltherapie
  • Massage
  • Fussreflexzonenmassage
  • Hydrotherapie (z.B. Kneipptherapie)
  • Aromatherapie
  • Akupunktur
  • Neuraltherapie
  • Pilates

Wann braucht es den Arzt

In folgenden langandauernden (über 2 Wochen) Situationen, ist ein Arztbesuch durchaus sinnvoll. Sprechen Sie mit ihrem Hausarzt oder wenden Sie sich an eine Fachperson ihres Vertrauens.
Auch Angehörige können aktiv werden. Falls Sie das Gefühl haben, dass eine ihnen nahestehende Person von einem Burnout oder von einer Depression betroffen ist, können Sie einen Termin für diese Person vereinbaren und sie dorthin begleiten, denn aufgrund der Erkrankung ist die betroffene Person oft nicht in der Lage, dies selber zu tun.

  • Suizidgedanken, Selbsttötungsgedanken
  • langandauernde Niedergeschlagenheit Gefühl von Energielosigkeit, Erschöpfung
  • Unfähigkeit Freude zu empfinden
  • Dauernde Reizbarkeit
  • Unfähigkeit Entscheidungen zu fällen
  • Selbstzweifel, geringes Selbstwertgefühl
  • Schlafstörungen
  • Andauerndes Gefühl innerer Lehre

Autor: Dr. med. H. Ganguillet

aktualisiert am: 02.08.2018

 
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