0844 277 277 Mo-Fr 8-18 Uhr
CSS Versicherung
Zur Übersicht
medicine 2.0 – Gesundheitslexikon

Chronisches Erschöpfungssyndrom und chronische Müdigkeit, Chronic Fatigue Syndrome (CFS)

Chronische Müdigkeit kann Folge verschiedener Krankheiten sein und tritt vermehrt unter schwierigen Lebensumständen oder nach Überforderung auf und kommt in jedem Lebensalter vor. Körperliche und psychische Beschwerden können Ursache, aber auch Folge von anhaltender Müdigkeit sein.

Das so genannte Chronic Fatigue Syndrome (chronisches Erschöpfungssyndrom, CFS) ist meist ein Problem des mittleren Lebensalters (20- bis 50-Jährige). Es ist charakterisiert durch Erschöpfung und Abnahme der Leistungsfähigkeit, die mehrere Monate bis Jahre andauern. Für das chronische Erschöpfungssyndrom hat sich jedoch noch keine einheitliche Definition durchgesetzt, und es ist nicht überall als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt.

Inwieweit chronische Müdigkeit von chronischer Erschöpfung abgegrenzt werden kann oder soll, ist derzeit noch offen.

Ursachen

Es gibt viele mögliche Gründe für Müdigkeit oder Erschöpfung. Einige könnten durchaus dem Chronic Fatigue Syndrome zugeordnet werden – je nach Standpunkt des Betrachters. Eine vollständige Aufzählung ist nicht möglich.

Besonders typische und häufige Ursachen sind:

  • Schlafstörung (besonders auch das Schlafapnoe-Syndrom).
  • Depressionen, Angststörungen und andere psychische Krankheiten, berufliche und familiäre Überforderung, Stress, Burnout-Syndrom („Ausgebranntsein“).
  • Krebsleiden, Abwehrschwäche, viele chronische Krankheiten verschiedener Art, insbesondere Herz-Kreislauf, Lungen- und gewisse rheumatische Erkrankungen.
  • Eventuell Umweltgifte wie Quecksilber und Blei, vielleicht auch Amalgam (?) und physikalische Einwirkungen (Elektrosmog?).
  • Chronic Fatigue Syndrome: Die Ursachen sind Gegenstand von Forschungsarbeiten. Da das Syndrom oft im Anschluss an schwere Infektionskrankheiten auftritt, ist ein Zusammenhang mit immunologischen Vorgängen naheliegend. Besonders diskutiert wurde das CFS in Zusammenhang mit schwerem Verlauf von Ebstein-Barr-Virusinfektionen (Erreger des Pfeiffer’schen Drüsenfiebers).

Das Krankheitsbild

Hauptsymptom sind Müdigkeit tagsüber sowie deutliche und anhaltende Reduktion des Leistungsvermögens. Betroffene wachen fast ebenso müde und erschöpft auf, wie sie sich schlafen gelegt haben. Liegt eine Grundkrankheit vor, bilden deren Symptome zusammen mit der Erschöpfung oft einen Teufelskreis.

Der Zustand dauert nicht nur Stunden oder Tage – das ist je nach vorausgegangener Tätigkeit normal –, sondern Monate bis Jahre. Er wird von psychischen und körperlichen Symptomen begleitet.

  • Psychische Symptome: Konzentrationsschwäche, Antriebsarmut, Reizbarkeit, Vergesslichkeit, Verwirrtheit.
  • Körperliche (somatische) Symptome: Selbst ohne konkret fassbare Grundkrankheit leiden Betroffene oft unter verschiedenen Begleiterscheinungen wie Rücken-, Gelenk- und Muskelschmerzen oder -schwäche, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, niedriger Blutdruck. Gelegentlich kommen Halsweh, Sensibilitäts- und Sehstörungen dazu, manchmal auch Lichtscheu, anhaltend leicht erhöhte Temperatur, Nachtschweiss, Lymphknotenschwellungen.

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

Änderungen der Lebensgewohnheiten bringen häufig Besserung. Dazu gehören:

  • Gesunde, vollwertige Ernährung, Verzicht auf Nikotin und Alkohol.
  • Regelmässige Bewegung, Gymnastik, stufenweise aufbauendes Körpertraining, Sport.
  • Stressabbau durch Einplanen von täglich festgelegten Zeiten der Entspannung und Erholung.

Wann braucht es den Arzt

Bei lange anhaltender Erschöpfung sollte ein Arzt nach einer möglichen Grundkrankheit suchen. Wird eine solche festgestellt, richtet sich die Therapie in erster Linie nach dieser.
Gelegentlich ist eine schlafmedizinische Abklärung sinnvoll.

Die Diagnose Chronic Fatigue Syndrome wird heute mehrheitlich dann gestellt, wenn sich keine konkrete Ursache für die anhaltende Erschöpfung nachweisen liess.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 02.08.2018

 
Haftungsausschluss/Warnhinweis

Die CSS Versicherung übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Die publizierten Angaben können den fachkundigen Rat von Arzt und Apotheker in keinem Fall ersetzen.