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medicine 2.0 – Gesundheitslexikon

Dellwarzen, Mollusken

Fachbegriffe: Molluscum contagiosum, Eptithelioma molluscum

Bei den Dellwarzen (Fachbegriff: Molluscum contagiosum) handelt es sich um eine harmlose, aber sehr ansteckende Viruserkrankung der Haut. Sie tritt vor allem bei Kindern zwischen 2-5 Jahren und bei jungen Erwachsenen zwischen 15-29 Jahren auf.

Begriffserklärung

Inkubationszeit:

Die Zeitspanne vom Moment der Ansteckung mit Krankheitserregern bis zum Ausbruch der ersten Symptome.

Immunsuppression:

Unterdrückung der körpereigenen Abwehrreaktionen, die körpereigene Abwehr wird eingedämmt. Davon abgeleitet: immunsuppressiv, immunsupprimierend. Entsprechende Medikamente heissen Immunsuppressiva.

Viruserkrankung:

Viren können in lebende Organismen eindringen also Tiere Menschen und auch Pflanzen und sich dort vermehren, was zum Erscheinen einer Krankheit führt. Beispielsweise Röteln, Mumps, Masern, HPV, HIV, Grippeviren etc.

Ursachen und Risikofaktoren

Übertragung:

Die Dellwarzen werden durch eine Virusinfektion mit dem Molluscispox-Virus verursacht. Dies ist ein Virus aus der Familie der Pocken-Viren. Die Übertragung des hochansteckenden Virus erfolgt durch direkten Körperkontakt (Schmierinfektionen), Bekleidung oder durch gemeinsame Benutzung von Handtüchern im Schwimmbad. Auch eine Ansteckung durch Sexualkontakt ist vor allem bei jungen Erwachsenen möglich. Dellwarzeninfektion sind auch in Krippen und Kindergärten weit verbreitet.

Risikofaktoren:

  • Kinder von 2-5 Jahren, ihr Immunsystem ist noch nicht voll ausgebildet
  • Personen mit vorbestehenden Hauterkrankungen (z.B. Ekzeme, Neurodermitis) erkranken leichter an dieser Virusinfektion, da die Schutzfunktion der Haut bereits angegriffen ist.
  • Personen mit einer bestehenden Immunschwäche
  • Personen die sich einer Kortisontherapie unterziehen
  • Junge Erwachsene zwischen 15-29 Jahre mit beginnender sexueller Aktivität

Das Krankheitsbild

Es handelt sich um eine häufige, weltweit auftretende, harmlose und selbstlimitierende Infektionserkrankung.

Kinder von 2 bis 5 Jahren und junge Erwachsene sind in besonderem Masse betroffen. Die Inkubationszeit beträgt 2 Wochen bis mehrere Monate und nach Wochen bis Monaten heilt die Infektion meist spontan (von alleine) wieder aus.

Es handelt sich um eine bis ca. 20, schmerzlose, gelbliche bis glänzend-weisse Papeln mit einer Delle in der Mitte. Ausser gelegentlichem Juckreiz verursachen die Warzen meistens keine Symptome/Beschwerden und stellen eher ein kosmetisches Problem dar.Bei immunsupprimierten Personen können es auch 100 Dellwarzen werden. Die Dellwarzen treten am gesamten Körper auf. Am häufigsten sind sie jedoch an den Armen, Händen, Fingern, am Oberkörper, im Gesicht und an den Genitalien anzutreffen. Bei Druck auf die Dellwarzen entleert sich eine rahmartige, teigige Masse.

Komplikationen

Komplikationen sind sehr selten. Wie bereits erwähnt, stellen die Dellwarzen eher ein kosmetisches Problem dar. Zu den seltenen, aber möglichen Komplikationen gehören lokale Hauterkrankungen wie beispielsweise:

Was man selbst tun kann - Vorbeugen

Wie oben erwähnt, sind die Dellwarzen sehr ansteckend (hochkontagiös). Es gilt, mittels Verhaltensregeln und Hygienemassnahmen, die Ausbreitung zu verhindern:

  • Nach Kontakt mit den Warzen sollten die Hände gründlich gewaschen werden.
  • Herumspielen an der Warze, Aufkratzen oder Abreissen der Warze sollte vermieden werden.
  • Erkrankte Personen, sollten stets ein separates Handtuch benutzen, welches anschliessend bei mindestens 60 Grad gewaschen und häufig gewechselt wird.
  • Bei Anfälligkeit auf Dellwarzen, sollten öffentliche Schwimmbäder gemieden werden.
  • Kinder mit Dellwarzen sollten nicht mit anderen Kindern/Geschwistern zusammen baden.
  • Menschen mit trockener Haut sind anfälliger für Dellwarzen. Ein regelmässiges Rückfetten der Haut mittels Lotions ist deshalb wichtig.

Selbstbehandlung

Zur Selbstbehandlung von Dellwarzen gibt es unzählige Hausmittel und Ratschläge. Bevor insbesondere bei Kindern die Ausschälung (die Warzen werden operativ mit einem scharfen Löffel abgetragen) beim Arzt erfolgt, lohnt es, sich einige davon auszuprobieren.

  • Schöllkraut: Die Heilpflanze zermörsern und die Warze mit dem Saft betupfen. 2-3 mal pro Tag während zwei Wochen. Der Saft besitzt antivirale und antibakterielle Bestandteile.
  • Knoblauch: die Dellwarze mit einer Knoblauchzehe oder einer frisch geschnittenen Scheibe vor dem Zubettgehen einreiben, Anwendung während ca. 1 Woche. Auch Knoblauch hat antivirale und antibakterielle Eigenschaften.
  • Zudem sind in Apotheken und Drogerien verschiedene pflanzliche Tinkturen zum Betupfen der Warzen erhältlich (Tuja, Teebaumöl, Rhizinusöl etc.)

Wann braucht es den Arzt

Um die Diagnose abzusichern und andere Erkrankungen wie vulgäre Warzen, spitze Kondylome, Windpocken, Herpes simplex oder Tumore auszuschliessen, sollte ein Arztbesuch beim Neuauftreten der Dellwarzen erfolgen.

Therapie

Die Dellwarzen heilen in den meisten Fällen innerhalb von Wochen bis Monaten von alleine aus, so dass zumeist abgewartet werden  kann. Eine Behandlung ist sinnvoll, wenn es zum Auftreten von Juckreiz kommt, die Papeln störend aussehen, es zu häufigem Kratzen kommt, und um eine Verbreitung oder die Ansteckung anderer Personen zu verhindern. 

Es stehen die folgenden ärztlichen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung: 

Die Läsion kann mechanisch durch Entfernung, Hitze (Laser) oder Kälteanwendung (Kryotherapie) behandelt werden. 

Die Behandlung benötigt zumeist eine zusätzliche schmerzstillende Behandlung und kann vereinzelt zu Narbenbildung, Ausquetschen kann zu einer Verschlimmerung der Infektion (Abszessbildung) führen.

Alternativ kann eine medikamentöse Therapiemit  schwach ätzenden oder reizenden Substanzen oder Virostatika erfolgen. 

Eine kürzlich erschienene, gross angelegte Studie (Interventions for cutaneous molluscum contagiosum; Cochrane Database Syst Rev. 2017 May; 2017(5)), welche sich auf Patienten mit normalem Immunsystem bezog, konnte keiner der Behandlungen einen guten Erfolg zuschreiben, und verwies, auch im Hinblick auf Nebenwirkungen, auf den guten natürlichen Verlauf der Erkrankung.

Vorbeugung

Durch Hygienemassnahmen kann die Ansteckungsgefahr durch  Dellwarzen vermindert werden. Insbesondere sollten bei der Benutzung von Gemeinschaftsduschen Badeschuhe getragen werden, beim Hinlegen in Sporthallen sollte ein eigenes Handtuch untergelegt werden, auch in Kindergärten oder Krippen sollten nach Möglichkeit nur eigene Waschlappen oder Handtücher verwendet werden.

Autor: C. Schmidts, Arbeitsmedizin FMH, Gesellschaftsarzt

aktualisiert am: 05.07.2019

 
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