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medicine 2.0 – Gesundheitslexikon

Ekzem

Das Ekzem ist gekennzeichnet durch eine Entzündung der Oberhaut mit geröteten, schuppenden, trockenen oder nässenden Arealen. Manchmal bilden sich Bläschen, Knötchen oder Krusten. Die Entzündung ist nicht ansteckend, verläuft chronisch, meist schubweise und ist oft – aber nicht obligatorisch – verbunden mit intensivem Juckreiz.

Überblick

Wichtige Formen von Ekzemen

  • Allergisches Ekzem
  • Toxisches (irritatives) Ekzem
  • Atopisches Ekzem, „organisch bedingtes“ oder endogenes Ekzem
  • Seborrhoisches Ekzem

Das allergische Ekzem ist Folge einer Überempfindlichkeitsreaktion nach Kontakt mit dem auslösenden Stoff. Bei direkter Berührung handelt es sich um ein so genanntes Kontaktekzem. Das Entstehen ist nicht von der Menge der ursächlichen Substanz abhängig, wie das auch für andere allergische Erkrankungen zutrifft. Bei manchen beruflich bedingten Ekzemen wirken eine toxische (irritative) und eine allergische Komponente zusammen. Kontaktekzeme gehören zu den häufigsten Berufskrankheiten.

Das toxische Ekzem tritt nach Kontakt mit einem Gift oder Reizstoff auf (toxisches oder irritatives Kontaktekzem). Die Intensität der Hautreaktion ist hier jedoch abhängig von der Einwirkungsdauer und der Dosis des Schadstoffs sowie von der individuellen Hautbeschaffenheit.

Das endogene oder atopische Ekzem („organisch bedingtes“ Ekzem) wird auch als atopische Dermatitis oder Neurodermitis bezeichnet. Es sind vor allem die Beugeseiten der Gelenke betroffen, oft auch Hände, Hals, Gesicht (Stirn und Augenlider), oberer Brust- und Schulterbereich. Bei Kleinkindern ist der so genannte „Milchschorf“ das erste Zeichen. Betroffene erkranken mehrheitlich im ersten Lebensjahr, selten entsteht das atopische Ekzem erst im Erwachsenenalter.

Eine weitere, recht zahlreich vorkommende Form stellt das seborrhoische Ekzem dar. Die Häufigkeitsgipfel liegen im Säuglingsalter sowie zwischen 20 und 40 Jahren. Es erkranken überwiegend Männer, Frauen namentlich in den Wechseljahren.

Ekzem

Ursachen und Risikofaktoren

Vielfach handelt es sich um eine allergische Hautreaktion, zu der eine genetische Veranlagung besteht. Die Kombination mit anderen allergischen Erkrankungen (Allergie) ist deshalb häufig, zum Beispiel mit Heuschnupfen oder Asthma. Auslöser beruflich bedingter allergischer Ekzeme sind insbesondere Epoxidharze (Klebstoffe), Mineralöle, Zement, Gummi und Latex, Haarpflege- und Färbemittel, Reinigungsmittel, Mehl und Getreide. Zu den typischen nicht-beruflichen Allergenen zählen Leder und Nickel in Schnallen und Uhrenbändern, Kosmetika, örtlich angewandte Medikamente, Konservierungsmittel und Duftstoffe, Textilfarben, Pflanzen. Stress und Anspannung wirken verstärkend.

Toxische Ekzeme entstehen durch chemische Reizstoffe, besonders Reinigungs-, Wasch-, Desinfektions- und Verdünnungsmittel.

Für das atopische Ekzem sind unter anderem genetische und immunologische (das Immunsystem betreffende) Faktoren als mögliche Ursachen bekannt. Stress und weitere Belastungen können einen Krankheitsschub auslösen.

Beim seborrhoischen Ekzem entzündet sich die Umgebung von Schweiss- oder Talgdrüsen. Es kann in den ersten Lebenswochen aus unbekannten Gründen auftreten. Bei Erwachsenen sind Pilzinfektionen und Schwankungen des Hormonspiegels vermutlich Auslöser. Stress und Ernährung haben offensichtlich auch einen Einfluss.

Andere Ekzeme entstehen aufgrund einer ungenügenden Fettproduktion von Hautdrüsen, bei gestörter Durchblutung (zum Beispiel in Zusammenhang mit Krampfadern) oder bei alternder Haut.

Das Krankheitsbild

Allgemein sind die befallenen Hautstellen gerötet, schuppend, teils ausgetrocknet, teils nässend und dann verkrustend. Der Ausschlag (Exanthem) kann aus kleinen Knötchen (Papeln) oder Bläschen bestehen. Manchmal entstehen Rhagaden (kleine Risse in der Haut). Bei akutem schwerem Auftreten ist die Haut oft ödematös (angeschwollen), gelegentlich kommen allgemeines Krankheitsgefühl und Fieber dazu.

Dominierendes Symptom bei allergischen Ekzemen ist der Juckreiz, der nicht selten zu Schlafstörungen führt. Die Haut weist Kratzspuren auf. Nicht-allergische Ekzeme verlaufen mitunter ohne Juckreiz.

Das seborrhoische Ekzem ist gekennzeichnet durch fettige Hautschuppen und entzündete, typischerweise scharf begrenzte, gelblich-rote Herde. Es sind in der Regel talgdrüsenreiche Regionen betroffen, nämlich Gesicht und Kopfhaut (Säuglinge), Brust und Rücken. Bei Säuglingen heilt die Krankheit in der Regel innerhalb einiger Wochen spontan, bei Erwachsenen sind Rezidive (Rückfälle) häufig. Juckreiz ist bei dieser Ekzemform seltener, und wenn er auftritt, ist er wenig ausgeprägt.

Folgen

Nach längerer Krankheitsdauer (chronisches Ekzem) verdickt sich die Haut, sie verhornt und kann schuppen; der Arzt spricht von Lichenifizierung.
Eine Komplikation ist die Infektion ekzematöser, zerkratzter Hautstellen durch Bakterien oder Viren (Superinfektion).

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

  • Das Vermeiden des Kontakts mit einem bekannten Auslöser ist die beste Möglichkeit zur Prophylaxe und für das Heilen des Ekzems.
  • Handschuhe tragen bei der Arbeit mit Chemikalien.
  • Hautpflege: Kontaktekzeme entstehen bisweilen erst, wenn die Haut gereizt oder (leicht) verletzt ist, weshalb eine gute Hautpflege schützend wirkt. Rückfettende Öl- oder Teerbäder, pH-neutrale Seife verwenden, denn herkömmliche Seife greift den natürlichen Säureschutzmantel der Haut an. Nach dem Waschen feuchtigkeitsspendende Lotionen verwenden, allenfalls halbfette Cremes ohne Zusätze wie Konservierungsstoffe und Parfum.
  • Heftiges Kratzen verschlimmert die Hauterscheinungen. Besser ist sanftes Streicheln oder Abbürsten der juckenden Stellen. Kühlende Umschläge machen.
  • Kleidung: Am besten nur Baumwolle oder Leinengewebe auf der Haut tragen. Synthetische Fasern und Wolle fördern den Juckreiz.
  • Bei Sonnenallergie: Sonnenexposition meiden.
  • Klimawechsel (Meer oder Hochgebirge) können sich beim Vorliegen von Ekzemen sowohl günstig als auch ungünstig sein.
  • Stressarme und geregelte, ausgeglichene Lebensweise. Viele Ekzeme verschlimmern sich bei psychischer Anspannung.
  • Gezielte diätetische Massnahmen bei Nahrungsmittelallergien. Hingegen sind strenge „Neurodermitis-Diäten“ (kein Zucker, kein Fleisch und ähnliches) in der Regel nicht Erfolg versprechend. Gelegentlich bringt der Verzicht auf scharf gewürzte Speisen und alkoholische Getränke Besserung.
  • Langes Stillen, besonders bei Kindern mit erblicher Vorbelastung, verringert vermutlich die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Allergien oder Neurodermitis.

Wann braucht es den Arzt

Bei chronischen Entzündungen der Haut ist eine ärztliche Beurteilung sinnvoll, da Ekzeme, Pilz- und andere Hautkrankheiten manchmal nicht leicht zu unterscheiden sind. Auch wenn die ekzematösen Hautstellen infiziert sind (eitriges Sekret oder Eiterbläschen), ist eine ärztliche Behandlung meist nötig.

Mit diversen Tests werden auslösende Faktoren ermittelt, was das Vermeiden der Exposition ermöglicht.

Die Therapie stützt sich auf Schüttelmixturen und Cremes, die Kortison, Teer, Zink oder Salizylsäure enthalten, seltener müssen Medikamente eingenommen werden.
Ziel der Behandlung von infizierten Hautstellen ist es, tiefe Narben zu verhindern.

Weiterführende Informationen, Adressen

  • Schweizerische Elternvereinigung asthma- und allergiekranker Kinder
    Lungenliga Schweiz

    Chutzenstrasse 10
    3007 Bern
    Tel. 031 378 20 50
    www.lungenliga.ch
     
  • Selbsthilfe Schweiz
    Laufenstrasse 12
    4053 Basel
    Tel: 061 333 86 01
    www.selbsthilfeschweiz.ch
     
  • aha! Allergiezentrum Schweiz
    Scheibenstrasse 20
    3014 Bern
    Tel. 031 359 90 00
    www.ahaswiss.ch

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 02.08.2018

 
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