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medicine 2.0 – Gesundheitslexikon

Fussgelenkverletzungen

Formen: Verstauchung, Bänderzerrung, Bänderriss

Durch ruckartiges Zerren werden Bänder überdehnt. Massivere Verletzungsmechanismen führen zum Zerreissen einzelner Fasern und zu Bluterguss. Im schlimmsten Fall besteht ein totaler Durchriss des ganzen Bandes mit Blutung ins Gelenk.

Überblick

Eine Verstauchung entsteht durch gewaltsames Überdehnen von Gelenkbändern, und nicht wie das Wort suggeriert durch eine Stauchung. Bänder bestehen aus zähen Fasern, welche die Gelenkkapseln verstärken, die Gelenke überbrücken und ihre Bewegungen passiv führen. Sie sind direkt am Knochen befestigt (s. Abb. a). Da in den Bändern Blutgefässe und Nerven verlaufen, ist die Verletzung schmerzhaft und es blutet.

Durch ruckartiges Zerren kann es zur Überdehnung der Strukturen bei erhaltener Kontinuität kommen. Massivere Verletzungsmechanismen führen zum Zerreissen einzelner Fasern, so dass ein Bluterguss entsteht. Im schlimmsten Fall besteht ein totaler Durchriss des ganzen Bandes mit Blutung ins Gelenk und unter die Haut. Am anfälligsten für Verstauchung und Zerrung sind Sprung- und Kniegelenk, Schulter- und Handgelenk. Im Folgenden werden Verletzungen des Sprunggelenks beschrieben, jene des Kniegelenks finden sich in einem separaten Text.

Aussenbänder Sprunggelenk

Ursachen und Schweregrade

Seitenbänder gibt es am inneren und äusseren Knöchel. Die häufigste Ursache einer Verstauchung überhaupt ist das seitliche Abkippen („Übertreten“) des Fusses mit sofortigem Schmerz und nachfolgender Schwellung über dem äusseren Knöchel. Im leichtesten Fall, der reinen Überdehnung oder Verstauchung im engeren Sinn, besteht kein Gewebeschaden. Bei stärkerer Gewalteinwirkung wird das Fussgelenk, genauer das obere Sprunggelenk, in unterschiedlichem Ausmass verletzt. Die nachstehenden Abbildungen illustrieren am Beispiel des rechten Fusses unterschiedliche Schweregrade.

Terrung Teilriss
Durchriss von Aussenbänder
  • Zerreissen einzelner Fasern, Anriss (s. Abb. b): Eine Schwächung des Gelenkzusammenhalts besteht kaum. Der blau durch die Haut schimmernde Bluterguss bestätigt, dass einige Faserstrukturen zerrissen sind. Eine spontane Heilung ist nach angemessener Schonung immer zu erwarten.
  • Durchriss des Bandapparates (s. Abb. c): Dies ist die schwerste Folge der Verstauchung. Das Fussgelenk füllt sich mit Blut, im Knöchelbereich erscheint unter der Haut ein praller Bluterguss. Unbehandelt kann ein Stabilitätsverlust des Gelenks resultieren, der zu wiederholtem Übertreten führt.

Symptome

Der sofortige Schmerz im Anschluss an die Verletzung ist allen Verstauchungen gemeinsam. Je nach Ausmass des Gewebeschadens treten weitere Symptome auf:

  • Schwellung: Das Fussgelenk schwillt an. Es entwickeln sich Überwärmung und Spannungsgefühl.
  • Bluterguss: Ein Bluterguss zeigt an, dass Faserstrukturen und Gefässe verletzt sind. Der Bluterguss breitet sich entlang des äusseren Fussrands aus. Bei Zerreissen von Gelenkstrukturen blutet es ausserdem ins Gelenk, dieses kann kaum mehr bewegt oder belastet werden.
  • Funktionsausfall: Abhängig davon, wo die Verletzung auftritt und wie stark das Band verletzt ist, ergeben sich weitere Funktionsausfälle, z.B. ein Stabilitätsverlust mit Gehunfähigkeit.

Was man selbst tun kann

  • Kühlen: Verletzte Stelle kühlen durch Auflegen von Cold Pack oder Eis. Unter Kälteeinwirkung ziehen sich die Blutgefässe zusammen und es blutet weniger. Kühlung ist zugleich schmerzlindernd. Doch Vorsicht: wegen der Gefahr einer Kälteschädigung der Haut das Eis in ein Tuch einwickeln.
  • Hochlagern und Ruhighalten des verletzten Beins vermindert die Schwellung. Ein Cold Pack kann auch über dem Verband gelegt werden.
  • Verbinden: Ein Druckverband unter mässiger Kompression reduziert die Schmerzen, wirkt präventiv gegen die zu erwartende Schwellung und hilft mit, den verletzten Abschnitt ruhig zu halten.
  • Hausmittel: Zum Kühlen eignen sich Umschläge mit essigsaurer Tonerde. Oder: Quarkauflage anbringen, Arnikasalbe einreiben oder gekochte, abgekühlte Kohlblätter auflegen und verbinden.

Wann braucht es den Arzt

  • Eine Arztkonsultation ist angezeigt:Falls eine starke Schwellung und/oder ein Bluterguss vorhanden ist.
  • Bei Funktionsverlust oder störender Beeinträchtigung der Gelenkfunktion.
  • Wenn Verdacht auf einen Knöchelbruch besteht.

Diagnose

In der Regel wird eine Röntgenaufnahme durchgeführt, um eine begleitende Fraktur erkennen oder ausschliessen zu können.

Therapie

Vielfach ist ein Ruhigstellen mit starrem Verband (Gips, Plastikmaterial), seltener eine operative Bandnaht oder -rekonstruktion nötig.

Vorbeugen

  • Einlaufen und Stretching vor dem Sport.
  • Sportgerechte Schuhe im Gebirge, bei Fussball, Ski, Tennis, Jogging usw.
  • Einwandfrei funktionierende Skibindung.
  • Achtsame Bewegungen auch im Alltag, Vorsicht bei unebenem Boden, besonders beim Treppensteigen und bei Stufen (Trottoirrand).
  • Gelenkstabilisierung mit Stützbandagen bei Sportarten, welche Gelenke stark beanspruchen und bei Bänderschwäche.
  • Allgemeine Massnahmen zum Vorbeugen von Verletzungen.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler, Dr. med. H. Ganguillet
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 04.08.2018

 
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