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medicine 2.0 – Gesundheitslexikon

Nasenbluten

Fachbegriff: Epistaxis

Der Ursprungsort von spontanem Nasenbluten liegt überwiegend im dichten Geflecht von kleinen Blutgefässen, die beidseits im vorderen Teil der Nasenscheidewand liegen, hier relativ exponiert sind und leicht platzen können. Bei Knochenbrüchen im Mittelgesicht werden immer auch Schleimhäute zerrissen so dass es aus der Nase und in den Rachenraum blutet.

Ursachen und Risikofaktoren

Lokale Faktoren

  • Spontanes Bluten kann darauf beruhen, dass oberflächlich liegende Blutgefässknäuelchen aus geringfügigem und oft unbekanntem Grund platzen. Trockene Luft (Heizung im Winter) erhöht die Verletzlichkeit. Bei Kindern und Jugendlichen ist Nasenbluten häufig, jedoch selten besorgniserregend.
  • Direkte Schleimhautschädigung geht oft auf heftiges Schnäuzen, Nasenbohren oder äussere Einwirkung wie Stoss oder Schlag zurück. Das zu häufige oder lange andauernde Verwenden von Nasensprays macht die Nasenschleimhaut zudem leichter verletzlich.
  • Knochenbrüche: Eine unfallbedingte Blutung aus der Nase entsteht bei Frakturen im Bereich der Nase und der Nasennebenhöhlen. Die Blutungsquelle liegt dann nicht nur in der Nase selbst, doch findet das Blut dort den Weg nach aussen. Blutunterlaufene Augenlider („blaues Auge“) können nach wenigen Stunden in Erscheinung treten.

Allgemeinerkrankungen

Manche Allgemeinerkrankungen schädigen entweder die Blutgefässe der Nasenschleimhaut unmittelbar, oder sie setzen die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herab, was zum Bluten aus kleinsten Gefässlecks führt. Solche Krankheiten können neben Schnupfen, Erkältung und Grippe auch Hypertonie (Bluthochdruck), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Allergie (Heuschnupfen), Leukämie oder eine Blutgerinnungsstörung sein. An Letztere ist zu denken, wenn gleichzeitig mit dem Nasenbluten spontan Blutergüsse in der Haut auftreten.

Medikamente, Chemikalien, Hormone

Zahlreiche Medikamente vermindern die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Damit verbunden ist die unerwünschte Folge, dass spontane Blutungen, auch Nasenbluten, begünstigt werden. Solche Medikamente finden unter anderem Einsatz zur Antikoagulation (beabsichtigte „Blutverdünnung“), wenn diese potentielle Nebenwirkung angesichts der Gesamtsituation in Kauf zu nehmen ist. Man setzt die Antikoagulation ein zur Prophylaxe von arteriellen oder venösen Thrombosen oder von Embolien z.B. bei arteriosklerotischen Durchblutungsstörungen (Arteriosklerose), nach Herzinfarkt, Gefässoperation (Bypassoperation) oder bei längerer Bettlägerigkeit.
Chemikalien, welche die Schleimhaut reizen (z.B. Chlor), sowie Veränderung des Hormonspiegels (z.B. in der Schwangerschaft) begünstigen Nasenbluten ebenfalls.

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

  • Sitzende Position einnehmen, den Kopf leicht nach vorne (nicht nach hinten) neigen, damit das Blut nicht in den Rachen läuft. Die Nasenflügel von beiden Seiten während fünf bis zehn Minuten zusammendrücken, einen kalten Waschlappen in den Nacken legen.
  • Aus einem Stück Papiertaschentuch oder Gaze ein Röllchen formen, anfeuchten oder noch besser mit einer Creme (Handcreme) bestreichen und in das blutende Nasenloch stecken. Solche Tamponaden dürfen nicht länger als 12 Stunden im Nasenloch bleiben, weil es sonst zu Infektionen kommen kann.
  • Blut, das in den Rachen oder Mund gelangt, nicht hinunterschlucken, sondern ausspucken. Blut im Magen kann Übelkeit und Erbrechen auslösen.
  • Nach Stillstand der Blutung: Blutkrusten nicht forciert ausschnäuzen und auch nicht abkratzen. Zum Aufweichen eine Nasensalbe oder leicht gesalzenes Wasser verwenden, worauf sich die Krusten von selbst lösen.
  • Nasenpflege mit Cremes oder Salben bei Schnupfen und Heuschnupfen. 
  • Heftiges Schnäuzen vermeiden.
  • Im Winter die Raumluft befeuchten.
  • Blutdruckkontrollen, wenn bei Erwachsenen spontanes Nasenbluten gehäuft auftritt.

Wann braucht es den Arzt

Hört das Nasenbluten nicht innerhalb einer halben Stunde auf, wiederholt es sich häufig oder beginnt es nach einem Unfall mit Schädelverletzung, sollte der Arzt nach lokalen oder allgemeinen Ursachen suchen.

Therapie

  • Der Arzt kann eine Nasentamponade anlegen. Seltener ist eine Verätzung nötig und ganz selten der Verschluss der blutenden Stelle mit einer Naht.
  • Gegebenenfalls Abklärung und Behandlung einer zugrunde liegenden Krankheit.
  • Blutet es aufgrund einer Medikamenteneinnahme, wird der Arzt wenn möglich die Dosis anpassen oder einen anderen Wirkstoff verschreiben.
  • Knochenbrüche des Gesichtsschädels erfordern eine kieferchirurgische Beurteilung.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 02.08.2018

 
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