0844 277 277 Mo-Fr 8-18 Uhr
CSS Versicherung
Zur Übersicht
medicine 2.0 – Gesundheitslexikon

Schnupfen

Fachbegriff: Rhinitis

Schnupfen oder Rhinitis ist meist Symptom einer Erkältungskrankheit oder einer allergischen Reaktion. Seltener ist die chronische Rhinitis, d.h. die anhaltende Entzündung der Nasenschleimhaut infolge chronischer Nasennebenhöhlenentzündung.
Der durch Allergie bedingte Schnupfen tritt saisonal auf (Pollenallergie, z.B. Heuschnupfen) oder aber unabhängig von Witterung und Jahreszeit (Allergie auf Tierhaare, Milben usw.), wie dies auch bei Erkältungen der Fall ist.

Ursachen und Risikofaktoren

Im Allgemeinen ist eine Reizung der Nasenschleimhaut mit nachfolgender, überschiessender Flüssigkeitsabsonderung der Grund für die „laufende Nase“.

  • Infektiös bedingter Schnupfen: Erreger sind in erster Linie unterschiedliche Viren (Erkältungskrankheit), die durch Niesen und Husten übertragen werden und nach einem bis drei Tagen beginnt die Nase „zu laufen“.
  • Durch allergische Reaktion hervorgerufener Schnupfen entsteht infolge Kontakt mit einem Allergen und kann nach wenigen Minuten ausbrechen. Beispiele: Pollen unterschiedlichster Art, daneben Schimmel, Hausstaubmilben, Tierhaare, Bettfedern. Begünstigend wirkt sich möglicherweise Luftverschmutzung aus.
  • Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) Ein kontinuierlicher Entzündungsreiz verursacht bisweilen chronische Rhinitis.
  • Arzneimittelnebenwirkungen: vor allem Mittel gegen Herz-Kreislaufkrankheiten, seltener Hormonpräparate und Psychopharmaka.
    Langdauerndes oder regelmässiges Verwenden von Nasenspray reizt die Nasenschleimhaut ebenfalls.
  • Dämpfe aggressiver Chemikalien, Rauch: Chlor, Tabakrauch, andere Schadstoffe in der Luft. 
  • Nasenpolypen, Nasenscheidewand-Verkrümmung und vergrösserte Nasenmuscheln begünstigen das Entstehen von Entzündungen und Infektionen, führen aber auch unabhängig davon zu vermehrter Schleimabsonderung.

Symptome

Infektiös bedingter Schnupfen

Einen bis drei Tage nach der Infektion entzündet sich die Nasenschleimhaut; sie schwillt an, und die Schleimdrüsen bilden vermehrt Sekret. Es juckt in der Nase und man muss wiederholt niesen. Leitsymptom ist die „laufende Nase“. Das anfänglich wässerige, klare Sekret wird durch bakterielle Sekundärinfektion innerhalb von zwei Tagen zähflüssig, schleimig oder eitrig. Durch Schleimhautschwellung und Sekret verstopfen die Nasengänge, so dass durch den Mund geatmet wird. Zudem sind Geruch- und Geschmacksinn beeinträchtigt. Das Allgemeinbefinden ist – abgesehen von der schlechten Laune – beim unkomplizierten Schnupfen wenig gestört und er heilt innerhalb von drei bis fünf Tagen. Bei Kindern unter 10 Jahren gelten bis 15 Erkältungen mit vorübergehendem Schnupfen pro Jahr nicht als abnorm.
Komplizierte Verläufe gibt es vornehmlich bei Kleinkindern und alten oder abwehrgeschwächten Menschen (siehe Stichwort „Erkältung“). Säuglinge haben oft Probleme mit dem Trinken.

Begleitender trockener Husten, Halsschmerzen und Bronchitis kommen vor unter dem Modewort der „United Airways“, welches die Erkrankung des Atemwegssystems als etwas Ganzheitliches versteht.

Allergischer Schnupfen

Beim allergischen Schnupfen bleibt das Nasensekret in der Regel klar und dünnflüssig. Juckreiz und wiederholtes Niesen sind typisch. Die Augen sind vielfach gerötet und brennen. Kopfschmerzen und leichtes Fieber sind möglich. Der lästige Zustand dauert so lange das Allergen einwirkt, also länger als ein Erkältungsschnupfen.

Chronische Rhinitis bei Nasennebenhöhlenentzündung

Die Nase bleibt chronisch verstopft, manchmal treten Begleitsymptome auf wie Kopfschmerzen und Müdigkeit. Krustenbildung und zäher Schnupfen sind häufiger als klarer, schleimiger Ausflus

Schnupfen anderer Ursachen, z.B. als Medikamentennebenwirkung, ist im akuten Stadium wässrig-schleimig, ähnelt später aber verschiedentlich der chronischen Rhinitis.

Komplikationen

Sie werden verursacht durch eine Infektion mit Bakterien (Super- oder Sekundärinfektion). Beispiele: Angina, Mittelohr-, Nasennebenhöhlen-, Lungenentzündung.

Was man selbst tun kann

Bettruhe ist bei unkompliziertem Schnupfen nicht erforderlich; man muss ihn im Wesentlichen durchstehen. Hygienemassnahmen wie häufiges Händewaschen sowie das Verwenden und umgehende Vernichten von Papiertaschentüchern verhindern gegebenenfalls Neuinfektionen.
Als Hausmittel gegen „laufende“ oder verstopfte Nase haben sich bewährt:

  • Ätherische Öle (Eukalyptusöl, Pfefferminzöl) in einer Duftlampe verdampfen lassen. Niedrig dosieren, wenn sich Kinder im gleichen Raum aufhalten. Inhalieren von Kamillen- oder Wasserdampf.
  • Mit Salzwasserlösung spülen: 1 Teelöffel Salz in ½ Liter lauwarmem Wasser auflösen; mit einem Röhrchen vorsichtig in jedes Nasenloch ziehen. Bei Kleinkindern mit einer Pipette in die Nase träufeln.
  • Eine aufgeschnittene Zwiebel auf den Nachttisch legen.

Abschwellende Nasensprays sollten nur kurzfristig eingesetzt werden, denn sie trocknen die Schleimhäute aus, insbesondere bei wiederholter, regelmässiger Anwendung. Besser geeignet sind Nasensalben.

Wann braucht es den Arzt

Eine Konsultation ist bei Komplikationen (s. oben) angezeigt. Hinweise sind insbesondere hohes Fieber oder Schmerzen im Bereich der Nasennebenhöhlen (Oberkiefer, Stirn) oder der Ohren.

Schnupfen als Nebenwirkung von Medikamenten verschwindet eventuell nach Ausweichen auf ein anderes Präparat.

Vorbeugen

  • Eine ausreichend warme und wasserfeste Kleidung vor allem im Winter vermindert Risikofaktoren, ebenso das Vermeiden von längerem Aufenthalt in zu trockenen, überheizten oder in stark klimatisierten Räumen.
  • Allergischer Schnupfen: Vermeiden des Kontakts mit dem Allergen soweit möglich.
  • Chronische Rhinitis: nicht Rauchen, sich nicht in verrauchten Räumen aufhalten; sportliche Aktivitäten während Zeiten hoher Schadstoffbelastung der Luft unterlassen.
  • Eine Impfung steht nicht zur Verfügung.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 04.08.2018

 
Haftungsausschluss/Warnhinweis

Die CSS Versicherung übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Die publizierten Angaben können den fachkundigen Rat von Arzt und Apotheker in keinem Fall ersetzen.