0844 277 277 Mo-Fr 8-18 Uhr
CSS Versicherung
Zur Übersicht
medicine 2.0

Analfissur

Die Analfissur ist ein längs verlaufender, schmerzhafter Riss in der Analschleimhaut. Der Schliessmuskel verkrampft sich schmerzbedingt, verengt den Darmausgang und lässt eine funktionelle Stenose entstehen.
Der muskuläre Krampfzustand verhindert die Heilung der Fissur und verstärkt eine oft bereits bestehende Verstopfung, so dass die beiden lästigen Zustände sich in einer Art Teufelskreis gegenseitig unterhalten und chronisch werden können. Eine chronische Analfissur wird gelegentlich auch als Analgeschwür bezeichnet.

Begriffserklärungen

Anus:

After, Darmausgang. Adjektiv: anal.

Anal:

Adjektiv, den After betreffend.

Fissur:

In diesem Zusammenhang handelt es sich um Risse in der Haut oder Schleimhaut.

Stenose:

enge Stelle in einem Hohlorgan, z.B. im Darm oder in einer Arterie. Vom griechischen Wort στενός (stenós) eng.

Ursachen und Risikofaktoren

Häufige Ursachen des Schleimhautrisses sind harte Stuhlkonsistenz, Hämorrhoiden, lang andauernder Durchfall, Morbus Crohn (eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit), analerotische Praktiken.
Die Chronifizierung des Leidens entwickelt sich durch Infektion der Schleimhautwunde und den schmerzbedingten Krampf des Schliessmuskels, der die lokale Durchblutung und dadurch die Heilung beeinträchtigt.

Das Krankheitsbild

An der Afteröffnung besteht ein längs verlaufender oberflächlicher Schleimhautriss von 5 bis 15 Millimeter Länge. Er befindet sich hinten (zum Rücken hin) und wird oft verdeckt von einer kleinen Schleimhautfalte, so dass man das Gesäss etwas auseinander spreizen muss, um die Fissur überhaupt zu sehen. Die subjektiven Hauptsymptome sind Schmerz, Blutung und Verstopfung.

  • Die Blutung ist nicht massiv; bisweilen finden sich hellrote Schmierblutungen auf dem Stuhl oder am WC-Papier.
  • Der Schmerz dagegen ist ausserordentlich quälend und wird als brennend, schneidend und krampfartig charakterisiert. Er tritt während des Stuhlgangs auf und hält typischerweise nachher noch an, bisweilen stundenlang.
  • Verstopfung: Wegen des Schmerzes besteht oft Angst vor der Entleerung; der Stuhl wird zurückgehalten.
  • Nässen um den Darmausgang: Es tritt überwiegend auf, wenn die Analfissur mit einem Ekzem verbunden ist.
  • Krampf des Schliessmuskels: Dieser ist durch den Schmerz und die Entzündung bedingt und bewirkt eine funktionelle Verengung der Afteröffnung (Analstenose). Der Stuhl wird kleinkalibrig oder bandförmig. Der Stuhlgang erfordert verstärktes Pressen und intensiviert dadurch den Schmerz.

Analstenosen können noch viele andere Gründe haben wie Tumore, Polypen, Hämorrhoiden, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Operationsnarben im Bereich des Enddarms, andauernder Durchfall und langjähriger Abführmittelmissbrauch.

Komplikationen

Eine chronische Analfissur kann eine Analfistel oder einen Analabszess zur Folge haben.

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

  • Hygiene nach dem Stuhlgang: regelmässiger Gebrauch von feuchten Reinigungstüchlein, Abduschen der Aftergegend. Sitzbäder sind aus hygienischer Sicht weniger günstig als das Abduschen.
  • Hämorrhoidensalben und -zäpfchen können versucht werden, vielfach kommt es damit zur Heilung.
  • Regelmässige Stuhlentleerung, ballaststoffreiche, ausgewogene Nahrung, genügend Flüssigkeitszufuhr und ausreichend Bewegung.

 

Wann braucht es den Arzt

Wenn die Selbstbehandlung nicht zur Heilung führt, ist eine Arztkonsultation angezeigt.

Zu den konservativen Massnahmen zählen lokale Injektionen krampflösender Medikamente, Salben und Dehnen des Schliessmuskels.

Versagen solche konservativen Methoden besteht die Therapie in einer kleinen Operation, die sich ambulant durchführen lässt. Durch einen kleinen Einschnitt in den Schliessmuskel werden gleichzeitig Krampfzustand, Stenose und Fissur beseitigt.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
Haftungsausschluss/Warnhinweis

Die CSS Versicherung übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Die publizierten Angaben können den fachkundigen Rat von Arzt und Apotheker in keinem Fall ersetzen.