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Brustkrebs

Fachbegriff: Mammakarzinom

Der Brustkrebs ist bei Frauen in Westeuropa die häufigste bösartige Geschwulst. Brustkrebs kann in jedem Erwachsenenalter beginnen, jedoch bevorzugt zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr. Am häufigsten entsteht er im äusseren, oberen Quadranten (Abbildung). In der Mehrzahl der Fälle wird die Erkrankung von der betroffenen Frau selbst entdeckt. Allerdings ist ein tastbarer Knoten kein Frühsymptom.
Selten kommt die Krankheit auch bei Männern vor.

Gemäss Statistiken erkranken in der Schweiz jährlich zwischen 5000 und 6‘000 Frauen und ca. 40 Männer an Brustkrebs.
Zwar sind gutartige, also „nicht krebsige“ Knoten noch häufiger, wegen der grossen Zahl der Karzinome und der Bedeutung der Diagnose sollte indessen jeder Knoten zunächst als verdächtig angesehen, beobachtet und vom Arzt beurteilt werden.

Brustkrebs

Ursachen und Risikofaktoren

Nicht alle Ursachen des Mammakarzinoms sind bekannt. Man geht davon aus, dass der Krebs erst entsteht, wenn mehrere Ursachen zusammenwirken. Risikofaktoren sind:

  • Familiäre Belastung und genetische Faktoren: Bei einem Drittel der Mammakarzinome lassen sich Veränderungen (Mutationen) an einem einzelnen oder mehreren Genen nachweisen, die das Risiko für das Entstehen der Erkrankung erhöhen. Diese Gene können an Nachkommen weitergegeben werden. Bei gehäuftem Auftreten in der Familie ist deshalb die Wahrscheinlichkeit schon in jüngeren Jahren erhöht, die gleiche Krankheit zu bekommen.
  • Proliferative Mastopathie ist eine potentielle Vorstufe des Karzinoms. Bei dieser ist das Brustgewebe stellenweise verdichtet.
  • Keine oder späte Schwangerschaft, kein Stillen.
  • Früher Menstruationsbeginn, späte Wechseljahre.
  • Röntgen- und radioaktive Strahlen in höheren Dosen, wozu besonders die wiederholte Computertomographie (CT) beiträgt.
    Die Mammographie ist wenig belastend, und sie ist weniger riskant als das Übersehen von Krebs im Frühstadium.
  • Die Einnahme von hormonellen Kontrazeptiva (Verhütungsmittel) steigert das Risiko nicht generell. Nutzen und Nachteil einer Hormontherapie vor und während der Wechseljahre sollte man jedoch gut abwägen.
  • Einige Untersuchungen lassen vermuten, dass auch Übergewicht, verbunden mit fettreicher Ernährung, zu den Risikofaktoren gehören – ebenso regelmässiger Alkoholkonsum. Gesichert aufgrund von Untersuchungen ist indessen, dass das Risiko erhöht ist bei Frauen, die nach den Wechseljahren einen zu hohen Body Mass Index (BMI) haben. Bedeutend erhöht ist das Risiko bei BMI über 30,7.

Das Krankheitsbild

Die ersten Zeichen können sehr unterschiedlich sein. Wünschbar wäre auf jeden Fall, dass der Zustand schon erkannt (und behandelt) wird, bevor eines oder mehrere der nachstehenden Verdachtsmomente auftreten:

  • Tastbarer Knoten oder diffuse (unscharf begrenzte) Verhärtung in einer Brust oder Achselhöhle. Das Betasten des Knotens ist gewöhnlich schmerzlos, kann aber auch Schmerz verursachen.
    Aus dem Vorhandensein oder Fehlen von Schmerz lässt sich weder Bösartigkeit noch Gutartigkeit ableiten.
  • Veränderung der Form wie einseitiges Grösser- oder Dickerwerden, Höherstehen einer Brust als Ganzes im Vergleich zur gesunden, lokalisierte Vorwölbung oder stellenweise eingezogene Haut.
  • Veränderung der Brustwarze: Einziehung, unregelmässige Deformation oder Höherstehen mit Asymmetrie zur gesunden Seite, Ausscheidung von milchiger, blutiger oder wässeriger Flüssigkeit.
  • Unverschiebliche oder auffällig grobporige Haut („Orangenhaut“) über einem Knoten. Ein ungünstiges Zeichen, es weist auf eine Durchdringung der oberflächlichen Lymphgefässe mit Krebszellen hin.
  • Spontan auftretende Entzündung (Mastitis) ausserhalb des Wochenbetts und der Stillperiode: Das entzündliche Karzinom zeigt eine fleckige Hautrötung mit Zungen- und girlandenförmigen Ausläufern, die bei grösserer Ausdehnung an einen „Flächenbrand“ denken lassen. Insgesamt ist das Organ geschwollen, überwärmt, verhärtet, oft schmerzhaft. Fieber ist nicht obligatorisch.

Frauen, die früher wegen Brustkrebs behandelt wurden, können von einem lokalen Rückfall der Geschwulst überrascht werden, aber auch auf der gesunden Seite nach Jahren an einem neuen Krebs erkranken. Ausserdem ist das Auftreten von Metastasen in tumornahen Lymphknoten und in fern liegenden inneren Organen möglich, was prognostisch als ungünstig zu werten ist.

Was man selbst tun kann

Es steht fest, dass die Heilungsaussichten umso besser sind, je früher ein Mammakarzinom entdeckt und behandelt wird.

Die Brust sollte von der Frau selbst untersucht werden, etwa einmal pro Monat, jedoch nicht häufiger, denn sonst lassen sich allmählich einsetzende Veränderungen kaum feststellen. Der beste Zeitpunkt ist die erste Hälfte des Zyklus, weil dann das Drüsengewebe weicher ist als vor der Menstruation. Zu Beginn werden die Brüste vor dem Spiegel betrachtet und miteinander verglichen, unter Beachten der oben aufgelisteten Punkte. Die gestreckten Arme lässt man dazu vorerst symmetrisch hängen, dann hebt man sie über den Kopf hoch. Ist alles wie zuvor? Die Brustwarzen, stehen sie gleich hoch? Keine Deformierung? Nirgends eine sichtbare Einziehung oder Vorwölbung?

Nun wird mit der Hand (im Liegen und im Stehen) die jeweils gegenüberliegende Brust (rechte Hand für die linke Seite und umgekehrt) mit kreisenden Bewegungen abgetastet. Das Tastgefühl lässt sich verfeinern, indem die Haut zuvor mit Duschgel oder Seife feucht und gleitfähig gemacht wird. Alle Abschnitte und auch die Achselhöhlen werden kontrolliert. Ist die Haut überall gut verschieblich? Gibt es Verhärtungen oder Knoten? Schmerzt etwas?

Wann braucht es den Arzt

Im Rahmen der Vorsorge und Früherkennung

Grundsätzlich kann jede Frau an Brustkrebs erkranken; beim Vorhandensein von Risikofaktoren ist die regelmässige Vorsorgeuntersuchung besonders wichtig. Treten ein Knoten oder ein anderes verdächtiges Symptom auf, muss der Arzt sogleich (auch zwischen vorgesehenen Kontrollterminen) konsultiert werden.

Mammographie, die Röntgenuntersuchung der Brust

  • Sie wird in den Kantonen Basel-Stadt, Bern , Freiburg, Genf, Graubünden, Jura , Neuenburg, St. Gallen, Thurgau, Waadt und Wallis Frauen ab 50 Jahren im Rahmen von Früherkennungsprogrammen kostenlos alle 2 Jahre angeboten.
    In den anderen Kantonen ist die Früherkennungsmammographie keine Pflichtleistung der obligatorischen Krankenkasse, wird allenfalls von der Zusatzversicherung übernommen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob eine Früherkennungsmammographie für Sie Sinn machen würde.
  • Ob die Strahlenbelastung durch wiederholte mammographische Untersuchungen ihrerseits eine Krebsentstehung fördert, wurde bisher weder bewiesen noch ausgeschlossen. Allgemein akzeptiert ist indessen, dass die Gefährlichkeit eines verspätet erkannten Brustkrebses höher ist als diejenige der Röntgenstrahlen.
  • Bei Frauen mit hohem Risiko, also familiärer Belastung und Veränderungen an Genen, kann ein MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie) ergänzende Informationen geben.

Feinnadelpunktion und Gewebsentnahme (Biopsie)

  • Mit einer feinen Kanüle wird ein verdächtiges Areal punktiert („angestochen“), eine Gewebsprobe abgesaugt und mikroskopisch untersucht. Wurden Krebszellen festgestellt, schliessen sich weitere Abklärungen an. Ein bezüglich Krebszellen negatives Resultat ist nicht gleichermassen beweisend, denn die Punktionsnadel könnte vielleicht die entscheidende Stelle verfehlt haben.
  • Die Gewebsentnahme und mikroskopische Untersuchung während einer laufenden Operation („Schnellschnittuntersuchung“) bezweckt, das Ausmass des weiteren Vorgehens festzulegen.

Therapie

Sie hängt ab vom Stadium der Erkrankung und von der Krebsart. Eingesetzt werden: Operation, Chemotherapie, Hormontherapie, Bestrahlung. Neue Medikamente (Chemotherapeutika und andere) haben die Prognose im Vergleich zu früher wesentlich verbessert und die Sterblichkeit reduziert.

Wenn der Tumor im Frühstadium erkannt wird, was absolut anzustreben ist, kann heute überwiegend brusterhaltend operiert werden; Radio- und Chemotherapie (Nachbestrahlung) sind dann in der Regel nötig. Die Entfernung der Brust als Ganzes ist seltener geworden. Bisweilen besteht dann während der gleichen Operation die Möglichkeit eines plastisch-chirurgischen Wiederaufbaus, der allerdings auch zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden kann.

Vorbeugen

Die Risikofaktoren für das Entstehen dieser Krankheit sind weitgehend vom Schicksal gegeben. Wichtig ist daher die Früherkennung. Zuverlässige Selbstuntersuchungen und Vorsorgekontrollen beim Arzt sind Möglichkeiten, die Krankheit früh zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln.

Weiterführende Informationen, Adressen

Die Krebsliga berät direkt und indirekt von Krebskrankheit betroffene Menschen

  • Krebsliga Schweiz
    Effingerstrasse 40
    3001 Bern
    Tel. 031 389 91 00
    www.krebsliga.ch

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 03.04.2017

 
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