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Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Als chronisch-entzündliche Darmerkrankungen werden zwei klinisch ähnliche Krankheitsbilder bezeichnet:

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind gekennzeichnet durch meist schubweise verlaufende chronische Entzündung des Darms mit Schmerzen und Durchfällen. Wegen ihrer Ähnlichkeit lassen sich die Krankheiten zu Beginn oft nicht klar voneinander abgrenzen, in etwa 10% der Fälle wird zunächst eine falsche Diagnose gestellt. Unterschiede gehen hauptsächlich auf Ausdehnung und Ort der entzündlichen Prozesse zurück, daneben auf spezifische Komplikationen und Folgeerscheinungen. Nicht beobachtet wurde bis anhin ein Befall mit beiden Krankheiten beim gleichen Patienten.

Die beiden Krankheiten sind relativ selten und treten in Europa bei weniger als 0,1% der Bevölkerung auf, gewöhnlich zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr, doch auch ein Beginn im höheren Erwachsenenalter kommt vor. In den letzten Jahren wird besonders M. Crohn vermehrt auch bei Kindern beobachtet.

Die Entzündung

Sie ist beim Morbus Crohn zumeist im unteren Teil des Dünndarms und im aufsteigenden Teil des Dickdarms lokalisiert, etwas seltener ist ausschliesslich der Dünndarm oder der Dickdarm betroffen. Sehr selten erkranken alle Abschnitte des Magen-Darm-Trakts. Entzündlich verändert sind jeweils alle Schichten der Darmwand, nicht nur die Schleimhaut. Typischerweise besteht eine ausgeprägte Tendenz zur Bildung von Fisteln. Das sind pathologische (abnorme) Verbindungen zwischen einzelnen Darmschlingen, mit anderen Organen des Bauchraums oder nach aussen.

102_Crohn kurz, a
103_Crohn lang, b

 

Bei der Colitis ulcerosa breitet sich die Entzündung vom Enddarm über den unteren Teil des Dickdarms, seltener sogar über den ganzen Dickdarm aus, der Dünndarm ist kaum jemals betroffen. In der entzündeten Schleimhaut entstehen Geschwüre, die oft bluten.

104_Colitis lokalisiert, c
105_Colitis lang, d

Die Ursachen

Sie sind nicht restlos geklärt; es handelt sich um ein Geschehen, das von mehreren Faktoren abhängt, deren Bedeutung unterschiedlich zu gewichten ist. Gesichert sind immunologische Vorgänge und eine erbliche Disposition; letztere führt zur Häufung von Fällen in der Blutsverwandtschaft. Auslöser – die sich aber weniger exakt nachweisen lassen – sind bakterielle Infektionen, Umwelt, Rauchen, Ernährung, Nahrungsmittelunverträglichkeit und psychische Belastung.

Das Colon irritabile (Reizdarmsyndrom) zählt nicht zu den chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten.

Weitere Informationen sind bei den entsprechenden Links zu finden.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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