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Dreitagefieber

Fachbegriffe: Exanthema subitum, Roseola infantum

An der mild verlaufenden viralen Infektion erkranken meist Kleinkinder. Bis zum ersten Geburtstag infizieren sich etwa zwei Drittel der Kinder.

Das Dreitagefieber hat seinen deutschen Namen vom meist drei Tage andauernden Fieber erhalten. Der Fachausdruck bezieht sich auf den kurzdauernden Hautausschlag, abgeleitet von griech. εξάνθημα, exanthema, der Ausschlag, und lat. subitus, plötzlich. Das auslösende Virus wurde erstmals 1986 isoliert und später als Erreger des Dreitagefiebers erkannt.

Ursache

Viren der Herpesgruppe verursachen das Dreitagefieber; es sind dies die humanen Herpesviren Typ 6 (HHV 6) und Typ 7 (HHV 7). Übertragen werden sie durch Tröpfcheninfektion, also durch Husten, Niesen oder durch Speichel bei engem Körperkontakt. Viren der Herpesgruppe bleiben lebenslang im Körper und können reaktiviert werden, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Gesunde Kinder und Erwachsene, die früher infiziert worden waren, scheiden das Virus vorübergehend mit dem Speichel aus und können so die Kleinkinder anstecken.

Die Infektion hinterlässt eine dauerhafte Immunität für das Dreitagefieber. Andere Krankheiten werden jedoch verschiedentlich auch mit diesen Herpesvirus-Typen in Zusammenhang gebracht wie das chronisch Müdigkeitssyndrom oder Multiple Sklerose.

Das Krankheitsbild

  • 5 bis 15 Tage nach der Ansteckung beginnt die Krankheit plötzlich mit hohem Fieber, das bis zu 40 oder mehr Grad ansteigen kann. Es dauert meist drei Tage und sinkt dann schnell. Die hohen Körpertemperaturen lösen besonders bei Säuglingen mitunter Fieberkrämpfe aus, die aber in aller Regel folgenlos bleiben.
  • Schwere allgemeine Krankheitszeichen fehlen, die Mehrzahl der Kinder fühlt sich nur wegen des Fiebers leicht unwohl.
  • Durchfall, Erbrechen, geschwollene Augenlider und Zeichen einer Erkältungskrankheit sind möglich. Bisweilen bestehen am Hals Lymphknotenschwellungen.
  • Mit dem Sinken des Fiebers erscheint ein blassroter, klein-fleckiger Ausschlag an Bauch, Brust und Rücken, der sich auf Arme, Beine und Hals ausbreitet und nach zwei bis drei Tagen wieder verschwindet. Am Kopf finden sich selten Flecken.

Komplikation

Begleitende Mittelohrentzündungen kommen vor; gefährdet sind in erster Linie Kinder mit vorbestehenden Krankheiten wie Krebs, Abwehrschwäche oder Missbildungen.

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

  • Fieber senken mit Essigsocken oder Essigwickeln.
  • Viel zu trinken geben.
  • Bettruhe ist nicht nötig, solange das Fieber nicht sehr hoch ist, doch sollte sich das Kind viel ausruhen.
  • Neigt ein Kind bekanntermassen zu Fieberkrämpfen, empfiehlt es sich, die Temperatur bereits zu Beginn der Krankheit mit ärztlich verordneten Medikamenten zu senken.

Kinder sollten besser nicht mit Salicylaten (Acetylsalicylsäure enthaltende Medikamente) behandelt werden. Im Zusammenhang mit Fieber verabreichte Salicylate können bei ihnen eine zwar seltene, aber lebensgefährliche Krankheit, das Reye-Syndrom, verursachen.

Wann braucht es den Arzt

Eine Arztkonsultation erfordern:

  • Fieber in den ersten 2 Lebensmonaten (grundsätzlich).
  • Fieber über 40 Grad.
  • Fieber, das mehr als drei Tage andauert.
  • Krämpfe, Schläfrigkeit, Berührungsüberempfindlichkeit und Nackensteife.
  • Schlechtes Aussehen, Zeichen von Dehydratation (Austrocknung): Trockene Schleimhäute, verminderte Urinausscheidung, beschleunigter Puls und beschleunigte Atmung, Schwindel, langsam verstreichende Hautfalte, eingefallene oder eingesunkene Fontanelle bei Säuglingen. Hautfalte: Man hebt etwas Haut an – bei Säuglingen am besten am Bauch – lässt sie los und beobachtet wie schnell sich die Haut wieder glättet.

Da es sich um eine virale Infektionskrankheit handelt, werden nur die Symptome bekämpft. Bei Krämpfen kann der Arzt kurzfristig krampflösend wirkende Zäpfchen verschreiben. Eine Impfung gibt es nicht.

Weiterführende Informationen, Adressen

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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