0844 277 277 Mo-Fr 8-18 Uhr
CSS Versicherung
Zur Übersicht
medicine 2.0

Ebola-Fieber und Ebola-hämorrhagisches Fieber

Das Ebola-Fieber oder kurz Ebola ist eine seltene, aber gefährliche tropische Infektionskrankheit, hervorgerufen durch Viren. 1976 wurde im damaligen Zaire erstmals eine Epidemie beschrieben, die sich im Einzugsgebiet des Flusses Ebola ausbreitete. Von diesem hat die Erkrankung dann ihren Namen erhalten.
Seither wurden in Zentralafrika immer wieder Epidemien registriert, auch um die Jahreswende 2008/2009. Bei vielen von ihnen lag die Sterblichkeit zwischen 50 und 90%.

Eine in Europa beobachtete Variante von Ebola ist das Marburg-Fieber, das seit 1967 bekannt ist, also noch bevor man die ersten Ebola-Epidemien in Afrika registrierte. Damals hatten sich in Marburg (Deutschland) Wissenschaftler bei der Arbeit an Meerkatzen mit einer Variante jener Viren infiziert, die Ebola verursachen. Das Marburg-Fieber gilt als weniger gefährlich als Ebola, trotzdem starben 7 der 31 infizierten Menschen.

Begriffserklärungen

Epidemie:

Gehäuftes Vorkommen einer Krankheit in einem begrenzten Gebiet während einer bestimmten Zeit (geographisch und zeitlich limitiert). Adjektiv: epidemisch.

Hämorrhagie:

Spontane Blutung in die Haut, in innere Organe und aus Körperöffnungen, aufgrund einer Gerinnungsstörung und Schädigung von Blutgefässen. Adjektiv: hämorrhagisch.

Hämorrhagisches Fieber:

Der Oberbegriff „Virales Hämorrhagische Fieber“ umfasst eine Gruppe von fieberhaften, hauptsächlich tropischen Infektionskrankheiten, die mit einer Hämorrhagie einhergehen. Sie werden hervorgerufen durch Viren unterschiedlicher Art.

Multiorganversagen:

Erhebliche Funktionseinschränkung oder Versagen von zwei oder mehr lebenswichtigen Organen; kann zum Tod führen.

Ursachen und Risikofaktoren

Das Ebola-Virus wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten – nicht nur mit bluthaltigen – von Mensch zu Mensch übertragen. Die Tatsache, dass bei einigen Epidemien Ebola-Viren auch bei verstorbenen Affen nachgewiesen wurden, lässt vermuten, dass Menschenaffen ein Reservoir für die Viren sind, und dass der Verzehr von deren Fleisch zur Ansteckung geführt hat.

Das Krankheitsbild

2 bis 21 Tage, meist eine Woche nach der Infektion treten erste Krankheitszeichen auf. Gutartige Verlaufsformen mit geringfügigen Symptomen und ohne Hämorrhagie kommen vor, doch gehört Ebola zu jenen viralen Erkrankungen, die häufig einen hämorrhagischen Verlauf nehmen.

  • Akuter Beginn mit grippeähnlichen Symptomen wie hohes Fieber, Muskel-, Glieder-, Kopf- und Halsschmerzen, Bindehautentzündung, später auch Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.
  • Manche Erkrankte zeigen einen Ausschlag.
  • Hämorrhagie nach fünf bis sieben Tagen: äussere (Haut-, Nasen-) und innere Blutungen in verschiede Organsysteme. Wässrig-blutiger Durchfall und Bluterbrechen führen zum Austrocknen des Körpers.
  • Nicht selten treten Zeichen einer Hirnentzündung auf: Krämpfe, Bewusstseinstrübung, evt. Lähmungen und Koma.
  • Todesursache ist meist ein Herzkreislauf- oder Multiorganversagen.

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

Eine Impfung gegen Ebola-Viren existiert nicht.

  • Vor jeder Tropenreise ist eine Beratung durch Fachpersonen oder das Tropeninstitut nötig.
  • Zurzeit lässt sich nur empfehlen, kein Epidemiegebiet zu bereisen oder sich auf jeden Fall in solchen Regionen nicht in den Regenwald zu begeben.
  • Enger Kontakt mit Kranken ist unbedingt zu meiden, insbesondere jede ungeschützte Berührung.

Wann braucht es den Arzt

Bei einer fieberhaften Erkrankung in tropischen und subtropischen Gebieten oder bis etwa drei Wochen nach Rückkehr ist grundsätzlich an eine Tropenkrankheit zu denken. Der Arztbesuch muss besonders dann rasch erfolgen, wenn ein hämorrhagisches Fieber im Bereich des Möglichen liegt (Reiseroute in einem Endemie- oder Epidemiegebiet).

Ob eine Ebola-Infektion vorliegt, zeigen Untersuchungen von Blut, evt. auch von Speichel oder Urin. Labors, die entsprechende Analysen durchführen müssen strenge Sicherheitsauflagen erfüllen (Hochsicherheitslabors).

Behandlung

Wenn sich der Verdacht bestätigt, werden Patienten wegen der potentiellen Gefährlichkeit der Krankheit auf einer Isolierstation behandelt, Kontaktpersonen untersucht und gegebenenfalls auch isoliert.

Es gibt keine spezifischen Medikamente gegen die Ebola-Erkrankung und ihre Folgen. Wie bei andern Virusinfektionen werden die Symptome behandelt, insbesondere Fieber, Schmerzen, Flüssigkeitsverlust und Begleitinfektionen, allenfalls auch Gerinnungsstörungen und Blutverlust.

Weiterführende Informationen, Adressen

  • Ostschweizer Infostelle für Reisemedizin
    Weidstr. 17a
    CH-9300 Wittenbach
    Tel: 071 288 32 55
    www.osir.ch

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
Haftungsausschluss/Warnhinweis

Die CSS Versicherung übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Die publizierten Angaben können den fachkundigen Rat von Arzt und Apotheker in keinem Fall ersetzen.