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medicine 2.0

Erste Massnahmen bei Verletzungen

Vorgehen beim Auffinden einer verunfallten Person

Vorgehen nach dem Ampelschema: Keine Nothilfe bei Gefahr für den Helfer!

  1. Schauen: Situation überblicken, Was ist geschehen? Wer ist beteiligt und betroffen?
  2. Denken: Gefahr für Helfende ausschliessen, Gefahr für andere Personen ausschliessen,   Gefahr für den Patienten ausschliessen (Autobahn, Strom etc.)
  3. Handeln: Selbstschutz, Unfallstelle absichern und signalisieren, Maschinen ausschalten.

Nun ist die Person laut und deutlich anzusprechen beispielsweise: Hallo, können Sie mich hören?

Die Person gibt Antwort: Durch Stöhnen, Lallen oder mit Worten. Nun kann der Rettungsdienst alarmiert werden. Hierbei wichtig:

  1. Wo ist die Unfallstelle?
  2. Wer telefoniert?
  3. Was ist passiert?
  4. Wann ist der Unfall geschehen?
  5. Wie viele Personen sind betroffen?
  6. Weiteres (blockierte Strasse, auslaufendes Benzin, eingeklemmter Patient etc.)
  7. Rückmeldung (Person, die alarmiert hat, meldet sich am Unfallort zurück, falls nicht wird eine weitere Person mit der Alarmierung beauftragt.)
  8. Rettungswagen einweisen (1 Person geht auf die Strasse und hilft dem Rettungswagen die Unfallstelle/das Haus schneller zu finden.)

Die Person gibt keine Antwort: Die Atmung ist zu prüfen.
Hierzu den Brustkorb beobachtet (hebt und senkt er sich), die Hand auf die Brust legen und das Ohr zum Mund bringen, um allfällige Atembewegungen und- Geräusche besser wahrzunehmen.
Atmung vorhanden
, den Rettungsdienst 144 alarmieren und die Person anschliessend in die Bewusstlosenlagerung bringen.

Abbildung: stabile Seitenlagerung

Atmung nicht vorhanden, Rettungsdienst 144 alarmieren, AED holen oder anfordern (z.B. beim Bademeister, Hotelrezeption, öffentlicher Standort) und sofort gemäss BLS-AED-Schema mit der Herzdruckmassage beginnen.

30 Thoraxkompressionen auf der unteren Hälfte des Brustbeins durchführen, gefolgt von 2 Beatmungsstössen. Der Brustkorb sollte 5cm eingedrückt werden mit einer Frequenz von ca. 100/Minute.

Weiterfahren bis ein AED-Gerät verfügbar ist, dieses anschliessen und Anweisungen befolgen. Weiterfahren bis der Rettungsdienst übernimmt.

Erste Hilfe Video

Erste lebensrettende Massnahmen sind im Rettungswesen unter dem Kürzel „BLS-AED“(Basic Life Support-Automatische externe Defibrillation) bekannt. Das vielen noch verinnerlichte Gabi, wurde vor ca. 11 Jahren durch die Merkhilfe ABCD ersetzt. Doch auch das ABCD ist nun durch das BLS-AED abgelöst worden.

Die in den ersten Minuten eingeleiteten Massnahmen nach einem Kreislaufstillstand sind entscheidend für das Überleben eines Menschen. Die Überlebenschancen nach einem Kreislaufstillstand sinken rapide mit jeder Minute um 10 Prozent, die ohne erste Hilfemassnahmen verstreichen.

Die neuen, vereinfachten Richtlinien für Ersthelfer sollen auch zufällig anwesende Laien ermutigen, erste lebensrettende Massnahmen einzuleiten.

Neu ist insbesondere, dass sofort mit der Herzdruckmassage begonnen werden soll, und zwar im Verhältnis 30 Thoraxkompressionen gefolgt von 2 Beatmungsstössen. Falls die Beatmung nicht durchführbar ist, soll mit 100 Thoraxkompressionen pro Minute fortgefahren werden, bis ein AED oder die Rettungseinheit eintrifft.

 

Informationen zu Mehrfachverletzungen

Schwere Unfälle schädigen häufig nicht nur die Extremitäten, sondern bewirken Mehrfachverletzungen. Mehrfachverletzte werden auch als „polyblessé“ oder „polytraumatisiert“ bezeichnet.

Polytraumatisiert bedeutet, dass Organe in einer oder mehreren Körperhöhlen (Schädel, Brustkorb, Bauchraum) betroffen sind, dass also so genannte „innere Verletzungen“ vorliegen, vielfach in Kombination mit Extremitätenverletzungen. Der Umfang der inneren Verletzungen verbirgt sich dem ersten Blick, doch sind Polytraumatisierte in Lebensgefahr.

Erste lebensrettende Massnahmen sind im Rettungswesen unter dem Kürzel „BLS-AED“(Basic Life Support-Automatische externe Defibrillation) bekannt. Das vielen noch verinnerlichte Gabi, wurde vor ca. 11 Jahren durch die Merkhilfe ABCD ersetzt. Doch auch das ABCD ist nun durch das BLS-AED abgelöst worden.

Die in den ersten Minuten eingeleiteten Massnahmen nach einem Kreislaufstillstand sind entscheidend für das Überleben eines Menschen. Die Überlebenschancen nach einem Kreislaufstillstand sinken rapide mit jeder Minute um 10 Prozent, die ohne erste Hilfemassnahmen verstreichen.

Die neuen, vereinfachten Richtlinien für Ersthelfer sollen auch zufällig anwesende Laien ermutigen, erste lebensrettende Massnahmen einzuleiten.

Neu ist insbesondere, dass sofort mit der Herzdruckmassage begonnen werden soll, und zwar im Verhältnis 30 Thoraxkompressionen gefolgt von 2 Beatmungsstössen. Falls die Beatmung nicht durchführbar ist, soll mit 100 Thoraxkompressionen pro Minute fortgefahren werden, bis ein AED oder die Rettungseinheit eintrifft.

Bewusstlosigkeit

  • Wachzustand mit prompten und situationsgerechten Antworten oder Reaktionen macht eine Hirnschädigung zumindest für den Moment unwahrscheinlich.
  • Dösigkeit oder Benommenheit, charakterisiert durch einsilbige Antworten und Verlust der Spontaneität, deutet auf einen Schockzustand oder eine (im Allgemeinen leichtere) Hirnbeteiligung hin.
  • Völliger Bewusstseinsverlust, ohne Reaktion auf Ansprechen, erweckt den Verdacht auf eine Hirnschädigung. Schädel-Hirnverletzungen sind Grund, einen Arzt zu konsultieren.
    Beengende Kleidung öffnen; Decken oder Kleidungsstücke schützen den Bewusstlosen vor Kälte.
  • Bewusstlosenlagerung, bei völligem Bewusstseinsverlust besteht Erstickungsgefahr, da der Hustenreflex ausgefallen sein kann. Indem man den Bewusstlosen in eine stabile Seitenlage (Abbildung) bringt, sollen Blut oder erbrochener Mageninhalt aus dem Mund fliessen können, damit sie nicht beim Einatmen aktiv in die Lungen eingesaugt (aspiriert) werden.

Atmung

Können die Helfer keine Atemtätigkeit feststellen, liegt immer auch Bewusstlosigkeit vor. Durch den Sauerstoffmangel droht in wenigen Minuten ein irreparabler Schaden an Hirn und Herz.
Deshalb sofort mit der Herzdruckmassage (30 Kompressionen, gefolgt von 2 Beatmungsstössen) beginnen. Nach dem AED Schema fortfahren. Nur die Herzdruckmassage durchzuführen ist besser als gar nichts zu tun.

Bei einer allfälligen Mund-zu-Mund (oder Mund-zu-Nase-) Beatmung eventuelle Fremdkörper im Rachen entfernen. Die Beatmung kann bei Abneigung auch durch ein Taschentuch erfolgen.

Blutung

Eine Blutung nach aussen ist leicht erkennbar; die Blutstillung erfolgt mit einem mässig stark angezogenen Deckverband, der die Wunde ausserdem vor Verschmutzung schützt. Den Patienten flach lagern, den verletzten Körperteil wenn möglich hoch lagern. Bei pulsierender Blutung die Kompression falls nötig verstärken, indem ein zweiter Druckverband direkt über dem ersten angebracht wird.
Wenn sich kein Druckverband anlegen lässt (zum Beispiel an manchen Stellen am Kopf) wird ein sauberes Tuch auf die blutende Wunde gepresst. Verunfallte mit starken Blutungen im Gesicht, aus Mund oder Nase, die bei Bewusstsein sind, bringt man in Bauchlage, wobei der Kopf mit der Stirn auf dem hochgelegten Arm abgestützt wird. So kann das Blut abfliessen, es bleibt nicht im Mund liegen, wo es möglicherweise gerinnt, was zum Ersticken des Verunfallten führen könnte.

Puls

In Notsituationen gilt: keine Zeit verlieren mit dem Pulsmessen, oft wird in der Aufregung der eigene Puls gefühlt.
Im Normalfall lässt sich der Pulsschlag an der Beugeseite des Handgelenks, daumenwärts, tasten. Er hat eine Frequenz zwischen 60 und 90 pro Minute. Eine weitere Möglichkeit zur Prüfung bietet die Halsschlagader, seitlich am Hals.
Ist der Puls kaum oder gar nicht mehr spürbar, dann dürfte er unter den Normwert abgesunken sein und es besteht ein Schockzustand mit dem Risiko, dass das Gehirn sowie andere lebenswichtige Organe nicht genügend durchblutet sind. Gleiches gilt, wenn die Herzfrequenz deutlich über 100 pro Minute liegt. Weitere Schockzeichen sind nasse, blasse und kühle, oft schweissbedeckte Haut sowie eine schnelle oberflächliche Atmung. Massnahme: den Blutrückfluss zum Herz fördern durch Hochlagern der Beine und des Beckens (so genannte Schocklagerung). Den Verletzten mit Decken oder Kleidern vor Kälte schützen.

Schocklagerung

Leichtere Verletzungen und erste Massnahmen

Verletzungen an den Armen und Beinen, den Extremitäten, sind am häufigsten und meist sofort erkennbar. Die Intensität der Schmerzen lässt dabei nicht unbedingt einen Rückschluss auf den Schweregrad der Verletzung zu. So sind ausgedehnte Prellungen oft schmerzhafter als ein Knochenbruch.

Unfälle geschehen überraschend und überall. An Begleitpersonen der Verletzten oder Zeugen liegt es, zu erkennen:

  • Schweregrad des Zustands
  • Geeignete Sofortmassnahmen, um zusätzliche Schäden zu verhindern
  • Dringlichkeit des Transports und damit verbunden wie dieser am besten durchzuführen ist (Sanität, Notarzt, REGA)

Fürs erste Handeln eignet sich die von etwas schwarzem Humor geprägte Gedankenhilfe des „Pech“-Schemas, während dessen Anwendung Zeit gewonnen wird, um die nächsten Schritte zu überlegen. Nicht immer ist es nötig, jeden einzelnen Punkt zu berücksichtigen.

  • P ause
  • E is
  • C ompression
  • H ochlagern

Pause

Abbruch der Tätigkeit, Ruhigstellen der verletzten Extremität. Eine „Pause“ resultiert auch aus dem Anlegen einer provisorischen Schiene für das Bein oder einer Tragschlinge für Arm oder Schulter.

Eis

Kälteapplikation mit Cold Pack, kaltem Wasser oder Eiswürfeln in einem Plastikbeutel. Das Abkühlen vermindert die lokale Durchblutung und damit den Bluterguss und die Schwellung; ausserdem wird der Schmerz gemildert.
Der Kontakt von Eis oder Wasser mit der unbedeckten Haut ist allerdings zu vermeiden – mit einer Ausnahme: Verbrennungen sollen sofort mit fliessendem kaltem (aber nicht eiskaltem) Wasser eine Viertelstunde lang gekühlt werden.

Compression

Wo es blutet, wird ein Druckverband unter mässiger Kompression angebracht und regelmässig auf richtigen Sitz geprüft Den verletzten Körperteil nicht abbinden oder „abschnüren“, denn dadurch kann Gewebe zerstört und weiterer Schaden angerichtet werden.

Der Verband

  • Reduziert den Schmerz
  • Wirkt präventiv gegen die zu erwartende Schwellung
  • Hilft mit, den verletzten Abschnitt ruhig zu halten
  • Stillt eine allfällige Blutung und schützt die Wunde vor Verschmutzung und Infektion

Hochlagern

Spannung und Schmerz lassen nach, der verbesserte Blutabfluss reduziert lokales Anschwellen, das Risiko von Sekundärschäden verkleinert sich. Hochlagern kann man Extremitäten von Verletzten, die bei Bewusstsein sind. Bei Bewusstlosen ist Seitenlagerung nötig.

Spezifische Massnahmen

  • Rissquetschwunden, Schnitt- und Stichwunden: Kleinere, wenig blutende Verletzungen können selbst desinfiziert und verbunden werden (Pflaster, Verband). Klaffende Wunden sollten innerhalb 6 Stunden vom Arzt beurteilt werden. Das Gleiche gilt für Stichverletzungen, weil sich die Eindringtiefe nur ungenügend feststellen lässt und Begleitverletzungen (Nerven, Sehnen) sonst unerkannt bleiben können. Tetanusimpfschutz in jedem Fall abklären.
  • Bissverletzungen: Sie werden wegen der hohen Infektionsgefahr dem Arzt gezeigt. Bis dahin mit einer sterilen Kompresse abdecken, bei starker Blutung einen Druckverband anlegen. Gefährlich sind nicht nur Tier-, sondern auch Menschenbisse.
    An Tetanus- und im Ausland auch an Tollwutprophylaxe denken.
  • Augenverletzungen: Direkte Verletzungen mit harten Gegenständen (auch Schlag auf das Auge), Verletzungen durch Säuren und Laugen oder Kalk, Verbrennungen im Augenbereich sowie Verletzungen der Lider oder der Tränenwege erfordern immer eine fachärztliche Beurteilung. Weitere Angaben finden sich beim Stichwort Augenverletzungen.
  • Insektenstich: Nach Bienenstichen versucht man, den Giftsack am oberen Ende des Stachels nicht zu berühren, da sonst noch mehr Gift in den Körper gelangen kann. Der Stachel wird am besten durch Herauskratzen – zum Beispiel mit einem Messer – entfernt. Weitere Angaben finden sich beim Stichwort Insektenstich.
  • Verletzungen durch Meerestiere: Allergische Reaktionen sind möglich, weshalb bei bekannter Veranlagung zu solchen Reaktionen immer das Notfallset mitzuführen ist.
    Seeigelstacheln
    vorsichtig herausziehen; unangenehm ist allerdings, dass sie leicht abbrechen und Partikel in der Haut verbleiben. Bei Entzündung oder Krankheitsgefühl ist ein Arztbesuch zu empfehlen, da Seeigel giftig sein können. Haut, die mit einer Qualle in Kontakt geraten ist, mit Meereswasser oder Essig abspülen. Zu beachten ist, dass auch Fangarme von gestrandeten Quallen und Stacheln von toten Tieren noch Gifte enthalten können.
    Grundsätzlich: Viel Trinken, damit eventuell aufgenommenes Gift besser eliminiert wird
  • Wirbelsäulenverletzungen: Das Hauptrisiko liegt in einer Rückenmarksschädigung mit Lähmungen. Wirbelbrüche sind in Betracht zu ziehen nach einem schweren Sturz, nach Schlägen auf den Kopf, nach Unfällen, die sich bei grosser Geschwindigkeit ereigneten. Hinweise auf eine Wirbelsäulenverletzung sind Schmerzen im Rücken oder Nacken, besonders wenn sie von Gefühlsstörungen an Armen oder Beinen begleitet sind (Berührung oder sogar Kneifen werden nicht wahrgenommen), und wenn Hände, Arme, Füsse oder Beine sich nicht mehr bewegen lassen. Es sollen nur ganz leichte Bewegungen versucht werden. Wenn der Verunfallte bei Bewusstsein ist, bewegt man ihn nicht; falls er bewusstlos ist, wird er vorsichtig in stabile Seitenlage (s. unten) gedreht.
  • Verbrennungen: Verbrennungen mit kaltem (aber nicht eiskaltem) Wasser während mindesten 15 Minuten kühlen – die Kleidung muss dazu nicht unbedingt entfernt werden; danach steril abdecken. Bei grossflächigen Verbrennungen bei Kindern, wo der ganze Körper gekühlt werden muss, Wasserbehandlung nach 5 Minuten unterbrechen wegen Unterkühlungsgefahr.  Mässig ausgedehnte Verbrennungen ersten Grades und solche zweiten Grades, welche die Handflächengrösse nicht überschreiten, können selbst behandelt werden, sofern sie nicht im Gesicht, an Genitalien oder über Gelenken lokalisiert sind. Verbrennungen zweiten Grades bei Säuglingen oder betagten Menschen werden grundsätzlich dem Arzt gezeigt.
    Je tiefer die Verbrennung reicht und je ausgedehnter deren Fläche ist, desto eher muss der Arzt beigezogen oder die Ambulanz organisiert werden. Weitere Angaben finden sich beim Stichwort Verbrennungen.
  • Vergiftungen: Den Arzt oder das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum konsultieren (in Zürich Tel. 044/251 66 66, oder Tel. 145 ganze Schweiz oder 0041 44 251 51 51 aus dem Ausland). Unerlässlich für rasche und zielgerichtete Hilfe sind die Angabe der giftigen Substanz, der Einwirkungsart (Schlucken, Einatmen, Hautkontakt) und – soweit möglich – der Menge. Ferner sind wichtig der Zeitpunkt der Vergiftung, Symptome des Patienten und bereits getroffene Massnahmen.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler, Dr. med. H. Ganguillet
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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