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Fieberkrampf, unkompliziert

Auch: Infektkrampf

Einige Kinder neigen im Alter zwischen sechs Monaten und sechs Jahren zu Fieberkrämpfen. Eine familiäre Häufung ist bekannt. Etwa 3 von 100 Kindern erleiden einen solchen Anfall, welcher beim erstmaligen Auftreten ein sehr beängstigendes Erlebnis für die betreuenden Personen darstellt.

Ein Fieberkrampf ist aber nicht gefährlich und zieht normalerweise keine Folgeschäden nach sich. Das Risiko eine Epilepsie zu entwickeln ist bei Kindern mit unkomplizierten Fieberkrämpfen nicht erhöht.

Begriffserklärung

Körperkerntemperatur:

Sie liegt um 37 Grad, bei Kindern oft ein wenig höher. Diese Wärme ist zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen des Menschen nötig. Im Vergleich dazu ist die Oberflächentemperatur an der Haut 0,5 bis 2 Grad tiefer.

Subfebril:

So wird eine Körpertemperatur beschrieben, die nur wenig erhöht ist, rektal oder sublingual zwischen 37,5 und 38 Grad, axillär zwischen 37 und 37,5 Grad. Subfebril entspricht etwa dem Begriff „erhöhte Temperatur“.

Fieber:

Fieber ist eine Körpertemperatur, welche rektal oder sublingual morgens über 37,5 und abends über 38 Grad liegt (bei Kindern über 38,5).

Unterkühlung, Hypothermie:

Unterkühlung liegt vor, wenn die Körperkerntemperatur unter etwa 35 Grad gesunken ist.

Axillär:

Dieses Adjektiv bedeutet „in der Achselhöhle“. In der Achselhöhle ist das Fiebermessen wenig zuverlässig, weil das Resultat in hohem Mass von der Aussentemperatur beeinflusst wird. Man erhält tiefere Werte als im Körperinneren.

Sublingual:

So bezeichnet man das Fiebermessen im Mund (wörtlich: „unter der Zunge“).

Rektal:

Das Wort wird verwendet für „im Enddarm“.

Ursachen und Risikofaktoren

Fieberkrämpfe treten bei Kinder mit einer anlagebedingten niedriger Krampfschwelle auf.
Familiäre Häufungen sind bekannt.

Man unterteilt sie in unkomplizierte Fieberkrämpfe und komplizierte Fieberkrämpfe

Unkomplizierte Fieberkrämpfe

  • Treten im Alter zwischen 6 Monaten und 6 Jahren auf
  • Dauern weniger als 15 Minuten
  • Keine Wiederholung innerhalb von 24 Stunden

Komplizierte Fieberkrämpfe

  • Treten im Alter unter 6 Monaten und über 6 Jahren auf
  • Dauern länger als 15 Minuten
  • Wiederholen sich innerhalb von 24 Stunden
  • Bei Kindern mit zerebraler Vorschädigung

Das Krankheitsbild

Wichtig zu wissen ist, dass diese Fieberkrämpfe nicht gefährlich sind und keine Folgeschäden nach sich ziehen.

Nach einigen Minuten hören sie von selbst auf.

Ein Fieberkrampf kann folgendermassen aussehen: Das Kind verdreht die Augen und wird möglicherweise bewusstlos. Der Körper wird ganz steiff oder erschlafft. Die Arme und Beine zucken rhythmisch. Die Gesichtsfarbe kann blau, rot oder blass sein. Der Anfall dauert meistens weniger als 5 Minuten und nach dem Anfall sind die Kinder sehr schläfrig.

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

Was tun bei einem Fieberkrampf:

  • Ruhe bewahren und auf die Uhr schauen
  • Gegenstände mit Verletzungspotential aus der Umgebung des Kindes entfernen, keine Manipulationen am oder im Mund
  • Dauert der Anfall länger als 10 Minuten, die Ambulanz rufen (Tel. 144)
  • Nach dem Anfall die Kinder in Seitenlage bringen, da sie möglicherweise erbrechen
  • Nach dem ersten Fieberkrampf oder falls sich ein Fieberkrampf innerhalb von 24 h wiederholt, sollte man den Kinderarzt kontaktieren oder die Notaufnahme.

Fieber senken:

Bei Kindern zwischen 4 Monaten und 4 Jahren kann Fieber über 38,5 Grad folgendermassen gesenkt werden:

  • Zuerst kann versucht werden, das Kind zu kühlen (entkleiden, Decke entfernen, kühles Bad, Wadenwickel).
  • Hilft dies nicht, kann man Paracetamol in entsprechender altersangepassten Dosierung verabreichen.
  • Kinder sollten nicht mit Salicylaten (Acetylsalicylsäure enthaltende Medikamente wie Aspirin® oder Alcacyl® und andere) behandelt werden. Im Zusammenhang mit Fieber verabreichte Salicylate können bei ihnen eine zwar seltene, aber lebensgefährliche Krankheit, das Reye-Syndrom, verursachen.
  • Für Kinder ebenfalls nicht geeignet sind alkoholhaltige Lösungen zum Einreiben. Es besteht die Gefahr einer Vergiftung durch das Inhalieren der Dämpfe.

Wann braucht es den Arzt

  • Fieber bei Säuglingen bis zum 3. Lebensmonat.
  • Kleinkinder: Fieberkrämpfe oder Fieber, das über 24 Stunden anhält; Apathie (Teilnahmslosigkeit).
  • Temperatur über 40 oder bei Kindern über 39 Grad.
  • Wenn das Fieber begleitet ist von starken Kopfschmerzen, Bewusstseinstrübung, Nackensteife, Flankenschmerzen, erschwerter Atmung (Atemnot), Schmerzen beim Ein- und Ausatmen, deutlich beschleunigter Atemfrequenz (mehr als 20 Atemzüge pro Min.).
  • Stark erhöhte Pulsfrequenz (mehr als 100 Schläge pro Min.), auffällig tiefer Blutdruck.
  • Fieber, das nach einer Reise in die Tropen auftritt.
  • Rasch einsetzender Hautausschlag, feine oder gröbere Hautblutungen.
  • Bei schweren vorbestehenden Herz-Kreislauf- und Lungenkrankheiten.

Weiterführende Informationen und Adressen

Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie
Rue de l'Hôpital 15
Postfach 1380
1701 Freiburg
Tel. 026 350 33 44
secretariat@swiss-paediatrics.org
www.swiss-paediatrics.org

Autorin: Dr. H. Ganguillet

aktualisiert am: 12.04.2017

 
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