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Hagelkorn

Fachbegriff: Chalazion

Ein Hagelkorn ist eine chronische, schmerzlose Entzündung einer Drüse am Augenlid.
Bei der betroffenen Drüse handelt es sich um die sogenannte Meibom-Drüse. Ihr Sekret bildet die Fettschicht des Tränenfilms, welcher für die Befeuchtung des Auges eine wichtige Rolle spielt.
Durch die Verstopfung des Drüsenausführganges wächst am Oberlid ein schmerzloser Knoten. Dieser kann die Grösse einer Haselnuss annehmen. Ein Hagelkorn ist harmlos, stellt also keine Gefahr für die Gesundheit dar, kann aber kosmetisch sehr störend sein.

Begriffserklärungen

Genetische Prädisposition:

Dabei handelt es sich um eine erblich bedingt erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sich eine bestimmte Krankheit entwickeln wird.

Meibom-Drüsen:

Diese Drüsen befinden sich an den Lidrändern am Übergang von der Haut zur Schleimhaut. Die Meibom-Drüse bildet die Ölschicht des Tränenfilms und hat dadurch eine wichtige Schutzfunktion. Die Verdunstung der Flüssigkeit wird durch das Öl reduziert, es dient als Gleitmittel für die Lider beim Lidschlag und bildet ein Schutzschild gegen eindringende Bakterien.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursache eines Hagelkorns liegt in der Verstopfung der Drüsenausführungsgänge der Meibom-Drüsen durch Talg. Die Drüsen befinden sich am Lidrand. Dadurch kommt es zu einem Sekretstau und zu einer Entzündung im umliegenden Gewebe.
Solche Hagelkörner kommen hauptsächlich bei Erwachsenen vor.

Risikofaktoren für die Entstehung eines Hagelkorns können die folgenden sein:

  • Blepharitis: Dies ist eine Lidrandentzündung
  • Eingeschränkte oder fehlende Funktion der Meibom-Drüsen: Diese wahrscheinlich genetisch bedingte „Schwäche“ der Meibom-Drüse führt zu trockenen Augen, was als Komplikation eine Blepharitis zur Folge haben kann.
  • Akne
  • Diabetes mellitus
  • Gerstenkorn

Das Krankheitsbild

Ein Hagelkorn entwickelt sich langsam. Das Hauptsymptom ist dabei ein bis zu hagelkorngrosser Knoten an der Ober- oder Unterseite des Augenlids. Normalerweise schmerzt das Hagelkorn nicht. Es stellt vor allem ein kosmetisches Problem dar.

Komplikationen

Obwohl selten, können folgende Komplikationen auftreten:

  • Druckgefühl am Auge
  • Beeinträchtigung der Sehfähigkeit durch Druck auf den Augapfel
  • Konjunktivitis, bedingt durch die Reibung zwischen Lid und Bindehaut
  • Wiederkehrende Hagelkörner

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

Wer an chronisch trockenen Augen leidet oder immer wieder Hagelkörner entwickelt, könnte von folgenden vorbeugenden Massnahmen profitieren. Diese Massnahmen sollten täglich vor einer allfälligen Anwendung von Augencrème- oder Tropfen und in untenstehender Reihenfolge durchgeführt werden:

  1. Kompressen: 1-2-mal täglich warme Kompressen für ca. 3-5 Minuten auflegen. Um das Fett der Drüsen zu verflüssigen, sollten die Kompressen erträglich warm sein, optimalerweise aber 39 Grad haben.
  2. Lidrandmassage: Mit sauberen Fingerkuppen oder Wattestäbchen die Lider mit leichtem Druck in Richtung der Wimpern massieren. Dies hilft die Meibom-Drüsen zu öffnen und das Fett herauszudrücken.
  3. Lidrand reinigen: Täglich mit verdünntem Babyshampoo und Wattestäbchen oder Wattepads die Augenlider reinigen.

Dazu ein Wattestäbchen in Babyshampoo tauchen und in einem halben Glas warmen Wasser (idealerweise abgekochtes Wasser) auflösen. Mit dieser Lösung anschliessend die Augenlieder abwischen.

Diese Lösung nur einmalig benutzen und immer frisch herstellen.

Wann braucht es den Arzt

Bildet sich das Hagelkorn nicht von selbst wieder zurück oder kommt es immer wieder zu Rezidiven solcher Hagelkörner, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Therapie

  • Entzündungshemmende Augentropfen oder Salben
  • Feuchtwarme Kompressen
  • Rotlichtbehandlung
  • Falls keine Besserung eintritt, kann mittels einer kleinen Operation unter Lokalanästhesie der Knoten entfernt werden. Sicherheitshalber wird das entnommene Gewebe feingeweblich untersucht, um einen Tumor klar auszuschliessen.

Autor: Dr. med. H. Ganguillet

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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