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Hand-Fuss-Mund-Krankheit

Die Hand-Fuss-Mund-Krankheit (HFMK) wird durch Viren hervorgerufen. Sie tritt überwiegend bei Säuglingen und Kindern unter 10 Jahren auf und gehört in den uneinheitlich definierten Rahmen der so genannten „Sommergrippe“. Der Verlauf ist in der Regel gutartig, nach rund einer Woche klingen die Krankheitszeichen ab.

Epidemien sind häufig, solche mit schweren Verläufen und Todesfällen bei Kindern kamen verschiedentlich in Asien vor.
Trotz ähnlicher Symptome entspricht die Hand-Fuss-Mund-Krankheit nicht der Maul- und Klauen-Seuche, die Huftiere und nur selten Menschen befällt und durch eine andere Virengattung verursacht wird.

Ursache

Erreger sind verschiedene Typen von Enteroviren. Die Ansteckung erfolgt – ähnlich wie beim Grippevirus – durch Anhusten, Niesen (Tröpfcheninfektion) oder durch Kontakt mit virusbeladenen Oberflächen wie Bläscheninhalt, aber auch Türklinken, Handtücher usw. (Schmierinfektion).
Die Ansteckungsfähigkeit ist am höchsten zwei bis drei Tage vor Beginn der Krankheit und solange diese andauert. Der Stuhl kann bis zu zwei Wochen darüber hinaus infektiös bleiben.

Das Krankheitsbild

Bei älteren Kindern und Erwachsenen verläuft die Infektion meist ohne oder mit nur leichten Symptomen, insbesondere ohne Ausschlag.

  • Drei bis sieben Tage nach der Infektion kommt es zu einer Entzündung der oberen Luftwege, Fieber, Rachen- und Halsschmerzen, allgemeinem Krankheitsgefühl und eventuell Husten.
  • Auf der Zunge, am Zahnfleisch und an der Innenseite der Wangen entstehen schmerzhafte Bläschen, die aufbrechen und zu kleinen oberflächlichen Geschwüren werden. Inhalt und Oberfläche sind virushaltig und deshalb ansteckend.
  • An den Händen und Fusssohlen – bei Säuglingen auch im Windelbereich – zeigt sich ein juckender Hautausschlag (Exanthem) mit Bläschen.
  • Nach rund einer Woche klingen die Symptome wieder ab.

Komplikationen

In China sind bei kleineren Kindern Fälle von Hirn- und Hirnhautentzündung, Herzmuskel- sowie Lungenentzündung aufgetreten, die zum Tod geführt haben. Ursache war allerdings ein gefährlicherer Virustyp (Enterovirus Typ 71) als jener, der bis anhin in der Schweiz zu dieser Krankheit geführt hat.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) beobachtet die Situation laufend.

Was man selbst tun kann

Die Behandlung ist auf das Bekämpfen von Symptomen ausgerichtet.

  • Viel trinken zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts durch Fieber und Schnupfen.
  • Hausmittel gegen Husten und Schnupfen: Inhalieren von Kamillen- und Wasserdampf. Bei Halsentzündungen sind Gurgellösungen hilfreich, zum Beispiel 15 Tropfen Kamillenölextrakt in einem Glas Wasser aufgelöst.
  • Fiebersenkend wirken Wadenwickel, zum Beispiel Essigwickel, oder kalte Kompressen in den Leisten, eventuell die Einnahme von Tabletten oder Zäpfchen gegen Fieber.
  • Die Schule nicht besuchen, bis die Krankheit überstanden ist.

Wann braucht es den Arzt

 

Gründe, einen Arzt zu konsultieren

  • Hohes Fieber, da dies vielfach auf eine Komplikation hinweist.
  • Komplikationen, die einer sekundären Infektion durch Bakterien (Superinfektion) anzulasten sind wie Angina, Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündung.
  • Atembeschwerden und Aushusten von eitrigem oder blutigem Schleim, Verdacht auf Lungenentzündung.
  • Bewusstseinstrübung und Nackensteife.
  • Wenn die Erkältung nicht nach einer Woche abklingt.

Antibiotika werden in der Regel nur verordnet, wenn Hinweise auf eine bakterielle Superinfektion erkennbar sind.

 

Vorbeugen

  • Allgemeine Hygiene-Massnahmen gegen die Schmierinfektion. Häufiges Händewaschen. Keine gemeinschaftlichen Einrichtungen benützen.
  • Möglichst wenig Körperkontakt mit Erkrankten oder mit Gegenständen, die von Kranken angefasst werden.
  • Ein Impfstoff ist derzeit nicht verfügbar.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 12.05.2016

 
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