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Hautausschlag

Fachbegriff: Exanthem

Charakteristisch ist eine Vielzahl von rötlichen Flecken auf der Haut. Aus dem Verteilungsmuster auf dem Körper, aus der Form und der Beschaffenheit einzelner Flecken, Bläschen, Knötchen oder Unebenheiten lässt sich manchmal – aber nicht immer – die Diagnose stellen. Ein Hautausschlag kann Symptom einer Haut- oder aber einer Allgemeinerkrankung sein.

Einleitung

Der Begriff „Hautausschlag“ umfasst vielgestaltige Veränderungen der Haut, für die es je nach Aussehen zahlreiche Fachausdrücke gibt. Ausschlag ist ein Symptom, das signalisiert, dass mit der Haut etwas nicht in Ordnung ist, oder dass eine Allgemeinerkrankung besteht. Infolge ihrer Funktion als Schutz vor schädlichen äusseren Einflüssen zeigt die Haut oft Abwehrreaktionen.

Exantheme betreffen grössere Areale und treten zeitlich limitiert auf. Sie werden im medizinischen Sprachgebrauch abgegrenzt vom Ekzem, das häufiger chronisch besteht. Im Folgenden wird das Wort „Hautausschlag“ synonym zu „Exanthem“ verwendet. Dieses kann lokalisiert bleiben (zum Beispiel am Bein oder Arm) oder über den ganzen Körper verteilt sein. Charakteristisch ist eine Vielzahl von rötlichen, kleineren oder mittelgrossen Flecken auf der Haut. Handelt es sich um grossflächige Rötungen, verwendet man eher den Ausdruck Erythem. Diese beiden Begriffe werden jedoch nicht immer scharf voneinander abgegrenzt.

Aus dem Verteilungsmuster auf bestimmten Körperpartien, aus der Form und der Beschaffenheit einzelner Flecken, Rötungen, Bläschen, Knötchen, Schwellungen oder Unebenheiten lässt sich manchmal – aber nicht immer – die Diagnose stellen.

Ursachen

 

Hautausschläge im Rahmen allgemeiner Erkrankungen oder lokaler Einwirkungen haben als Ursachen:

  • Infektionen: Alle Arten von Krankheitserregern kommen in Frage, Viren und Bakterien oder deren Toxine, Parasiten, Würmer sowie Pilze. Hautausschläge gibt es bei Kinderkrankheiten wie Windpocken, Masern, Röteln und Scharlach, daneben bei Herpes- und Pilzinfektionen, Typhus, Gürtelrose.
  • Allergische Reaktion: Medikamente, die häufig allergische Reaktionen (Allergien) auslösen sind Schmerz- und Rheumamittel, Antibiotika, Psychopharmaka, Insulin, Lokalanästhetika, Hormonpräparate, Herz- und Kreislaufmittel. Auch pflanzliche Präparate können allergisch bedingte Hautausschläge verursachen. Viele weitere Substanzen wie Kosmetika, Schmuck, Parfum, Nahrungsmittel oder Tierhaare verursachen Ekzeme.
    Jeder Mensch kann irgendwann auf irgendein Medikament oder eine andere Substanz allergisch reagieren, sogar wenn er die Arznei oder die Substanz früher gut toleriert hat.
  • Chemische Substanzen, Toxine (Gifte): Chemikalien können nicht nur Allergien auslösen, sondern auch direkt toxisch wirken und dadurch einen Ausschlag erzeugen. In Erinnerung sind die schweren Hautausschläge, die 1976 im italienischen Seveso durch Vergiftung mit frei gesetztem Dioxin entstanden sind.
    Bekannt sind die Hautausschläge nach Kontakt mit Brennnesseln oder Ameisen.
    Drogen (Opiate, Kokain) führen gelegentlich zu toxischen Reaktionen mit Hauterscheinungen.
  • Insektenstiche und Parasitenbefall der Haut.
  • Autoimmunantikörper: Bei Autoimmunkrankheiten bildet der Organismus Antikörper („Abwehrstoffe“) gegen eigenes Gewebe.

 

Das Krankheitsbild

Die Ausprägung von Hautausschlägen variiert individuell stark, das Erscheinungsbild ist demnach nicht nur von der Ursache abhängig. Ausserdem können sich die anfänglichen (primären) Hauterscheinungen während einem Krankheitsverlauf verändern, so dass in späteren Phasen Schuppen, Krusten, Schorfe, Geschwüre und letztlich Narben entstehen. Bisweilen gibt es atypische Verläufe. Allgemeinsymptome geben Aufschluss über eine zugrunde liegende Krankheit.

Generelles Farbmerkmal des Hautausschlags ist eine Rötung, die alle Nuancen aufweisen kann. Charakteristisch sind auch die Merkmale der Verteilung und Ausbreitung sowie Form, Aussehen und zeitlicher Ablauf (Dynamik) einzelner Flecken (Effloreszenzen).

  • Verteilung: Wo ist der Ausschlag? Er kann den ganzen Körper, hauptsächlich den Rumpf betreffen oder auf einzelne Stellen wie Handflächen, Fuss, eine Körperhälfte begrenzt bleiben.
  • Dynamik der Hauterscheinung: Bleibt der Ausschlag an Ort, vergrössert oder verändert er sich sonst wie? Breitet er sich von einer bestimmten Region weiter am Körper aus?
  • Aussehen und Beschaffenheit der einzelnen Flecken: rund, ringförmig mit zentraler Aussparung, glatt oder unregelmässig begrenzt, flach, aufgeworfen, derb anzufühlen, schuppend, mit Krusten belegt, mit Abschürfungen (Erosionen) oder geschwürig, Bläschen mit klarem, trübem oder eitrigem Inhalt.
  • Grösse der einzelnen Flecken: klein wie ein Stecknadelkopf, grossflächig (Erythem).
  • Oberflächenbeschaffenheit: trocken, schuppend, rau, nässend, blutend, überwärmt.
  • Allgemeinerscheinungen an der Haut: Juckreiz, Schmerz, Brennen.
  • Allgemeine Krankheitszeichen: Fieber, Hals- oder Gliederschmerzen, Husten, Bauchweh, Übelkeit und Erbrechen, allgemeines Krankheitsgefühl.

Nicht als Hautausschlag (Exanthem oder Erythem) im eigentlichen Sinn gelten Änderungen des Hautkolorits (Hautfärbung) wie:

  • Hyperämie: Die Haut ist gerötet; es handelt sich um eine vorübergehende verstärkte Blutfülle in feinsten Hautgefässen (Kapillargefässe), wie sie beim Erröten oder bei Fieber auftritt.
  • Zyanose: Eine bläuliche oder blaurote Verfärbung grosser oder kleinerer Hautbezirke entsteht durch Stauung von venösem (sauerstoffarmem) Blut. An den Beinen ist dies bei einer Venenthrombose zu beobachten, an den Lippen als Folge unzureichender Sauerstoffversorgung, so bei schwerem Lungenemphysem oder Herzinsuffizienz.
  • Pigmentstörungen: Hautstellen mit dunklerem Kolorit (Hyperpigmentation, Melasma) oder weisse, depigmentierte Flecken (Vitiligo).

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

  • Ist eine Allergie bekannt, entspricht das Vermeiden des Allergens gleichzeitig der Prophylaxe gegen den Hautausschlag.
    Bei Arzneimittelallergie (Arzneimittelexanthem) muss das Medikament sofort abgesetzt werden. Soweit möglich ist ein Ersatzpräparat zu verwenden.
  • Bei Juckreiz: kühlende Umschläge, kalt abduschen, Mentholpuder auftragen.
  • Bei Infektionskrankheiten: Bettruhe; Fieber, Husten und Schnupfen mit Hausmitteln behandeln, allenfalls zusätzlich zu den vom Arzt verordneten Medikamenten oder Massnahmen. Bei Auftreten von Komplikationen ist in jedem Fall ein Arztbesuch angezeigt.

Wann braucht es den Arzt

  • Wenn ein Ausschlag zum ersten Mal auftritt und die Ursache unklar bleibt, ist eine Arztkonsultation ratsam. Der Ausschlag ist ein Krankheitszeichen und ohne Diagnose ist eine gezielte Therapie nicht möglich.
  • Dringend ist ein Arztbesuch bei Bewusstseinsstörung, Atemnot, Hautblutungen oder hohem Fieber. Einige Infektionskrankheiten müssen notfallmässig behandelt werden.
    Ausserdem ist eine Konsultation oft erforderlich, wenn Begleitsymptome dazukommen wie Eiterbelag, Geschwüre, ausgeprägter Juckreiz, Schwellungen.
  • Grundsätzlich bei Verdacht auf Scharlach, Pilz- und Parasitenbefall oder auf eine Geschlechtskrankheit, und wenn der Ausschlag während oder nach einem Tropenaufenthalt beginnt.
  • Hautausschläge, bei Säuglingen und Kleinkindern sollten vorsichtshalber von einem Kinderarzt beurteilt werden. Viele dieser Hautausschläge sind zwar harmlos, doch gilt es eine Allgemeinerkrankung oder eine Allergie so früh als möglich zu entdecken und zu behandeln.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 12.05.2016

 
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