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Leberfleck und andere Hautflecken

Fachbegriff: Naevus
Unterformen: Muttermal, Feuermal, Altersfleck

Hautflecken können in unterschiedlicher Form und Farbe am Körper auftreten. Am bekanntesten sind Leberflecken. Fast jeder Mensch hat einige, die meist in der Jugend entstanden, seltener angeboren sind. Daneben gibt es viele andere Arten von Hautflecken, die in der Regel harmlose Merkmale des Individuums oder Symptome einer vorübergehenden Krankheit (z.B. Infektion) sind. Hinter einigen Flecken verbirgt sich jedoch Hautkrebs.

In diesem Text erwähnt sind:

  • Leberfleck
  • Sommersprossen
  • Vitiligo
  • Altersflecken
  • Milchkaffeefleck
  • Hautkrebs
  • Warzen
  • Muttermal, Feuermal
  • Hämangiom
  • Hautausschlag

Begriffserklärungen

Naevus:

Mehrzahl Naevi. „Farbtupfer“ der Haut durch lokale Vermehrung von Melanozyten und/oder gesteigerte Produktion von Melanin. Bei lokalisierter Vermehrung von feinsten Hautgefässen (Blutkapillaren) handelt es sich um einen Gefässnaevus.

Melanin:

braune bis schwarze Farbstoffe (Pigmente), in den Melanozyten gebildet. Abgeleitet vom griechischen μελανός, melanos, was schwarz, dunkel bedeutet. Der Farbton von Haut, Haaren und Auge beruht auf qualitativ und mengenmässig unterschiedlicher Einlagerung von Melaninpigmenten.

Melanozyt, Melanozyten:

Hautzellen mit der charakteristischen Eigenschaft, dunklen Farbstoff (Pigment) zu bilden und in den tieferen Schichten der Haut einzulagern.

Melanom:

„Schwarzer Hautkrebs“, er entsteht durch Entartung von Melanozyten.

Erscheinungsbilder und Ursachen

Leberfleck

Es handelt sich um eine gutartige Fehlbildung in der Haut oder Schleimhaut, die auf lokaler Vermehrung von pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) oder auf gesteigerter Produktion des dunklen Farbstoffs Melanin beruht. Familiäre Häufung kommt vor, eine erbliche Veranlagung ist belegt bei hellhäutigen und rothaarigen Menschen. Begünstigend für das Auftreten sind Licht (insbesondere Ultraviolett), männliche Hormone und weibliche Hormone (Schwangerschaft; „Pille“).

Leberflecken (Naevi) verursachen keine Beschwerden, können jedoch kosmetisch stören, zum Beispiel im Gesicht. Sie sind flach oder stehen etwas über das Hautniveau vor, an der Oberfläche sind sie glatt oder rau. Etwa 1% der Neugeborenen weisen irgendwelche Naevi auf. Häufiger entwickeln sich die Flecken im Kindesalter und in der Adoleszenz, so dass praktisch kein Erwachsener davon frei ist. Mit zunehmendem Alter entstehen keine neuen Naevi mehr und vorhandene können sich zurückbilden.

Nicht bei allen Leberflecken ist die Anzahl oder Aktivität der Melanozyten gleichermassen gesteigert, daher gibt es hellere und dunklere. Daneben hat die Lokalisation innerhalb der Hautschichten einen Einfluss auf die Farbe. Naevi von scheckiger Farbe und unregelmässiger Form sowie behaarte Naevi sollten gut beobachtet werden, da sie häufiger als andere zu Hautkrebs entarten.

Sommersprossen

Das sind tupfenförmige Areale vermehrter Melanineinlagerung an lichtexponierten Stellen, also im Gesicht, am Oberkörper und an den Armen. Intensive Sonnenstrahlung und auch Hormone (Schwangerschaft) verstärken das Phänomen, in der dunkleren Jahreszeit werden sie blasser oder sie verschwinden. Genetische Faktoren führen dazu, dass das Pigment nicht gleichmässig in der Haut verteilt ist

Milchkaffeefleck

Der gewöhnlich einzeln vorkommende, gleichmässig hellbraun gefärbte und scharf begrenzte Fleck wird auch als Café au lait-Naevus bezeichnet und misst mehrere Millimeter bis Zentimeter im Durchmesser, bei Erwachsenen bis 20 Zentimeter oder sogar mehr. Er ist angeboren oder entsteht im Kleinkindesalter. Ursache ist eine vermehrte Melaninbildung bei normaler Zahl von Melanozyten.
Liegen Milchkaffeflecken in grösserer Zahl vor (mindestens sechs), besteht Verdacht auf weitere Entwicklungsstörungen der Haut, der Nerven und innerer Organe (Neurofibromatose).

Vitiligo

Sie wird auch Weissfleckenkrankheit genannt, weil auf der Haut weissliche Flecken entstehen. Eine familiäre Veranlagung ist anzunehmen, da diese Erkrankung in manchen Familien gehäuft vorkommt, auch bereits bei Kindern. Die Ursache der Zerstörung von Melanozyten ist noch unklar, vermutet werden immunologische Vorgänge. In der Folge fehlt an umschriebenen Stellen die Pigmentierung der Haut. Die weissen Flecken treten bevorzugt an Händen, im Gesicht und im Genitalbereich auf. Sie können zusammenfliessen und grosse helle Flächen bilden, die auch nach Sonnenbestrahlung hell bleiben. Es handelt sich um eine harmlose Hautveränderung, die jedoch kosmetisch sehr störend sein kann.

Altersflecken

Sie entstehen durch die Ablagerung von bräunlichem Pigment in Zellmembranen, das aus oxidierten Fettsäuren gebildet wird. Praktisch jeder ältere Mensch hat solche harmlosen Flecken, die zunächst hauptsächlich an lichtexponierten Stellen (Handrücken, Unterarm, Gesicht) entstehen, später überall am Körper zu finden sind.

Hautkrebs

Verdacht auf eine krebsige Entartung (Hautkrebs, malignes Melanom) besteht, wenn Flecken neu auftreten oder vorhandene sich vergrössern, jucken, dunkler, heller oder fleckig werden, zu bluten beginnen, sich entzünden, brennen oder jucken.

Warzen

Die im Alter häufig neu auftretenden, braunen senilen Warzen entstehen hauptsächlich am Rumpf, manchmal in grosser Zahl. Ihr Auftreten beruht auf einer erblichen Veranlagung. Rosafarbene bis weissliche Warzen bei Jugendlichen sind eine Reaktion der Haut auf eine Infektion mit Papillomaviren (HPV).

Muttermal, Feuermal

Es handelt sich um rote, kleinere und grössere Flecken, die durch flächige Netze erweiterter Blutkapillaren hervorgerufen sind und nicht durch vermehrte Pigmenteinlagerung. Im Extremfall kann ein Teil des Kopfs oder eine ganze Körperhälfte betroffen sein.

Hämangiom

Wucherung von Blutgefässen in den tieferen Hautschichten. Hämangiome bilden sich im frühen Säuglingsalter, können allerdings von selbst wieder verschwinden. Sie stehen in einem Grenzbereich zwischen Fehlbildungen und gutartigen Tumoren (Geschwülste) des Gefässsystems. Je nach der Tiefe, in der sie sich ausbreiten, schimmern sie rötlich oder bläulich (Blutschwamm) durch die Haut.

Hautausschlag

Viele Infektionskrankheiten, Allergien, chemische Substanzen und Gifte (Medikamente, Drogen usw.) sowie Insektenstiche können Hautflecken erzeugen. Einzelheiten finden sich beim Stichwort Exanthem.

Was man selbst tun kann

Die meisten Hautflecken sind harmlos und man braucht im Allgemeinen nichts zu tun. Ästhetisch störende Flecken können mit Kosmetika abgedeckt werden.
Besonders Leberflecken (Naevi) sollte man allerdings im Auge behalten und auf Veränderungen achten. Erhöhte Aufmerksamkeit ist geboten, wenn sehr viele und/oder grosse Leberflecken vorhanden sind, denn je grösser Anzahl oder Durchmesser, desto höher ist das Risiko, dass einer zu Krebs entartet.
Weitere Massnahmen lassen sich bei den entsprechenden Links der oben beschrieben Hautflecken nachlesen.

Wann braucht es den Arzt

Bei auffälligen Leberflecken, also bei besonders grossen (mehr als 5 mm), neu entstandenen, unregelmässig gefärbten oder begrenzten Naevi und grundsätzlich bei Verdacht auf Hautkrebs ist eine Arztkonsultation angezeigt. Auch eine Häufung von Milchkaffeeflecken erfordert eine Abklärung.

Der Arzt beurteilt Hautflecken mit einer speziellen Lupe, dem Dermatoskop, und entnimmt bei Bedarf eine Zellprobe (Biopsie) zur Untersuchung.

Die meisten Hautflecken bedürfen keiner speziellen Behandlung. Wenn ein Hautkrebs diagnostiziert wurde, sind weitere Abklärungen (Suche nach Metastasen) nötig und der Tumor (die Geschwulst) wird operativ entfernt.

Vorbeugen

Gegen das Entstehen der meisten Hautflecken lässt sich nichts Konkretes unternehmen, hingegen einiges gegen das Auftreten von Hautkrebs.

Sonnenschutz ist die zentrale Massnahme, denn wiederholte Sonnenbrände erhöhen das Krebsrisiko. Besonders gilt dies für die empfindliche Haut von Kindern.

  • Sonnenbrand unbedingt vermeiden.
  • Bedeckende Kleidung gegen Sonneneinstrahlung, Schatten aufsuchen.
  • Cremes mit ausreichend hohen Lichtschutzfaktoren.

Weiterführende Informationen und Adressen:

  • Schweizerische Krebsliga
    Effingerstrasse 40
    Postfach 8219
    3001 Bern
    Tel.: 031 389 91 00
    www.krebsliga.ch

 

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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