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Hautkrebs

Fachbegriff: Melanom
Unterformen: Spinalzellkarzinom, Basalzellkarzinom, Melanom

Mit der Bezeichnung „Hautkrebs“ werden verschiedene bösartige Tumore der Haut zusammengefasst. Am gefährlichsten und wohl deshalb am bekanntesten ist der „schwarze Hautkrebs“, das Melanom. Es geht von den pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) der Haut aus. Vielfach sind bereits in frühen Krankheitsstadien Krebsableger (Metastasen) an entfernten Körperstellen zu finden.

Häufigster Hautkrebs ist indessen nicht das Melanom, sondern das weniger gefährliche Basalzellkarzinom (Basaliom), das kaum zu Metastasenbildung neigt. Sein Name leitet sich vom Ursprungsgewebe ab, der untersten Schicht der Haut (Basalzellen).
Das Spinalzellkarzinom (Spinaliom, Stachelzellkrebs) kommt ebenfalls häufiger vor als das Melanom. Auch seine Prognose ist besser als jene des Melanoms, doch können auch Spinaliome Metastasen bilden.

Basalzellkarzinom und Spinalzellkarzinom werden auch „heller Hautkrebs“ genannt. Deutlich muss indessen darauf hingewiesen werden, dass es auch „helle Melanome“ gibt.

Die Anzahl bösartiger Hauttumore nimmt weltweit zu. Von Hautkrebs betroffen werden überwiegend hellhäutige Menschen und solche, die intensiver Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind wie Sonnenbadende, Sportler, Gärtner, Bauern, Seeleute.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen sind im Einzelnen unklar, doch gibt es Risikofaktoren, die aufgrund von umfangreichen Untersuchungen gut belegt sind.

  • Ultraviolette Strahlen (auch im Solarium), insbesondere wiederholter Sonnenbrand im Kindes- und Jugendalter. Die Haut „vergisst“ die Sonnenbrände auch nach Jahren nicht. Hautkrebs kommt demnach mehrheitlich an Stellen vor, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, wie Gesicht, Hals, Arme und Unterschenkel. Grundsätzlich kann er jedoch überall auftreten, auch an Stellen, die nicht, oder selten intensiver Bestrahlung durch die Sonne oder andere UV-Quellen ausgesetzt sind.
  • Gemäss Untersuchungen erhöht der regelmässige Besuch eines Solariums das Risiko, Vorstufen von Hautkrebs zu entwickeln um das Doppelte. Es wird ausdrücklich von Solarienbesuchen abgeraten.
  • Erbliche Disposition: Dafür gibt es Anhaltspunkte bezüglich Basalzellkarzinom und Melanom. Am stärksten gefährdet sind hellhäutige Menschen, deren Haut kaum braun wird und solche, die viele Pigmentmale (Muttermale, Leberflecken) haben.
  • Immunschwäche begünstigt das Entstehen von Hautkrebs und anderen bösartigen Tumoren.
  • Die Zunahme von Hautkrebs ist ausserdem eine Folge der höheren Lebenserwartung der Menschen.

Das Krankheitsbild

Melanom

In der Schweiz gehört das Melanom zu den häufigsten Krebserkrankungen. Pro Jahr werden rund 2000 neue Fälle diagnostiziert, was bezogen auf die Gesamtbevölkerung einen europäischen Spitzenwert darstellt. Im Gegensatz zu den Basalzell- und Spinalzellkarzinomen, tritt das Melanom nicht nur bei älteren Menschen auf, sondern auch bei jungen Erwachsenen und – wenn auch sehr selten – sogar bei Kindern.
Charakteristika des Melanoms sind:

  • Lokalisation: Irgendwo am Körper – auch an Fingern, Zehen, an der Fusssohle, unter Nägeln, an Schleimhäuten – entsteht ein dunkler, seltener ein heller Hautfleck, der manchmal schnell wächst oder sich verändert.
  • Unscharfe Begrenzung, unregelmässige, asymmetrische Form, höckerige Oberfläche.
  • Farbveränderung: Zu- oder Abnahme der Pigmentierung; insbesondere uneinheitliches, mehrfarbiges Kolorit von rötlich über braun und grau bis schwarz.
  • Schmerzen, Jucken, Brennen, „unruhiges“ Gefühl an der betreffenden Hautstelle. Bisweilen bluten, nässen oder entzünden sich die Flecken.
  • Grösse: mehr als ½ Zentimeter. Je grösser der Leberfleck, desto höher ist das Risiko für ein Melanom. Die Dicke der Geschwulst und die Eindringtiefe in der Haut sind für die Heilungschance von Bedeutung.
  • Gelegentlich entstehen aus Leberflecken, die jahrelang unauffällig waren, Melanome. Häufiger entstehen sie jedoch auf zuvor unauffälliger Haut.
  • Vorkommen: überwiegend im Erwachsenenalter.

ABCD-Regel: Hilfestellung um Veränderungen der Haut wahrzunehmen.

A     Asymmetrie der Form, also nicht schön rund, sondern unregelmässig.
B     Begrenzung: unruhig, „flackernd“, mit Ausläufern, Fransen und Zungen.
C     Colorit: Farbe innerhalb des Melanoms wechselnd, helle und dunkle Partien, verschiedene Farbtöne (schwarz, braun, rötlich, grau).
D     Dynamik: Das Pigmentmal verändert sich in Grösse, Farbe, Form oder Dicke.

Basalzellkarzinom

Typische Eigenschaften sind:

  • Lokalisation: 80% im Gesicht, meist oberhalb der Linie Mundwinkel – Ohrläppchen, also an oft besonnten Hautstellen; manchmal am behaarten Kopf, selten an Hand, Vorderarm oder Rumpf.
  • Gestalt, Farbe: hautfarbenes, grauweisses, glänzendes oder gerötetes Knötchen, Verfärbung zu braun oder gelbbraun ist möglich. Nicht selten geschwürartig nach aussen aufbrechend, nässend, bisweilen blutend und verkrustend, in der Mitte vertieft.
  • Durchmesser: ein halber bis mehrere Zentimeter.
  • Vorkommen: vornehmlich jenseits des 45. Lebensjahrs.

Spinalzellkarzinom (Spinaliom)

Charakteristisch für diesen Hautkrebs sind:

  • Lokalisation: hauptsächlich im Gesicht, insbesondere an stark lichtexponierten Stellen („Sonnenterrassen“) wie Stirn, Ohren, Nase, Unterlippe. Daneben an Übergangszonen zwischen Haut und Schleimhäuten, vor allem im Bereich von Mund (Lippenränder), Augen, seltener an anderen Körperöffnungen wie Scheide, After oder an den Rändern chronisch offener Wunden („Narbenkrebs“) sowie am Handrücken. Besonders aggressiv wachsen Spinalzellkarzinom von Mundschleimhaut und Zunge, wo allerdings andere Faktoren als das Licht krebsfördernd wirken vor allem Zigarettenrauchen.
  • Verhornung, warzenartiges Gebilde: Das Spinalzellkarzinom ähnelt anfänglich oft einer Verhornung, einer Hautschwiele oder einem schuppenden Ekzem, später entsteht ein warzenartiges Gebilde, das zu einem Geschwür aufbrechen kann. Es ist vielfach rötlich gefärbt und wächst mehrheitlich langsam.
  • Alarmsignal: nicht heilende Wunden oder Narben, Bildung eines Knotens innerhalb der Wunde. Jede Wunde oder Knoten, der nicht innerhalb von 4 Wochen ausheilt, ist verdächtig.
  • Vorkommen: meist jenseits des 55. Lebensjahrs; die Häufigkeit steigt mit dem Alter.

Folgen

  • Melanome, schon kleine, können frühzeitig Tumorableger in Lymphknoten und innere Organe streuen, wo Tochtergeschwülste (Metastasen) heranwachsen.
  • Basalzellkarzinome wuchern an Ort und Stelle in die Tiefe und dehnen sich aus; sie greifen vereinzelt auf Knorpel und Knochen über, sind also destruktiv, erzeugen aber kaum jemals Metastasen. Nicht selten ist hingegen gleichzeitiges Vorkommen mehrerer Basaliome an verschiedenen Körperstellen.
  • Spinalzellkarzinome breiten sich aggressiv in die Tiefe und flächig aus, ihr Wachstum zerstört umliegendes Gewebe. Spinalzellkarzinome der Körperoberfläche metastasieren später als solche der Schleimhäute; insgesamt ist das Metastasierungsrisiko geringer als beim Melanom.

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

Sich regelmässig selbst beobachten, dabei die Füsse nicht vergessen. Stellen, die man selbst nicht sehen kann, wie Rücken oder Kopfhaut von jemand anderem anschauen lassen. Die Lichtempfindlichkeit des eigenen Hauttyps wird sehr oft von hellhäutigen Personen anders eingeschätzt als durch den Dermatologen (Hautarzt) – sie sind empfindlicher und damit gefährdeter als sie selber denken.

Sonnenbrände sind unbedingt zu vermeiden. Schutz vor intensiver Sonnenbestrahlung ist Schutz vor Hautkrebs.

  • Schatten besonders in der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr
  • bedeckende Kleidung und ein Hut mit breitem Rand. Dicht gewobene Kleidung mit dunklen oder kräftigen Farben sowie Kunstfasern schützen am Besten.
  • Sonnenbrille mit 100% UV-Schutz
  • Am Strand und im Gebirge Cremes mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor benutzen, mindestens LSF 30, zusätzlicher Schutz durch Kleidung empfehlenswert

Für Kinder gilt zusätzlich:

  • Kleinkinder bis 1 Jahr nie der direkten Sonne aussetzen
  • Wasserresistente Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 sowie UVA- und UVB-Schutz verwenden
  • Bis zum 2. Lebensjahr Sonncreme mit hohem Anteil an Mikropigmenten benutzen, welche das Sonnenlicht reflektieren.
  • Keine Produkte mit allergieauslösenden Inhaltsstoffen, z.B Parfüms, verwenden.
  • Spezielle UV-Schutz-Kleidung, welche auch im nassen Zustand schützt und somit als Badekleidung sinnvoll ist, verwenden.

Sonnencreme schützt vor Sonnenbrand und damit indirekt, aber nicht mit Sicherheit vor Hautkrebs. Punkte, die zu beachten sind:

  • Die Creme muss mindestens eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad aufgetragen sein, sonst gewährleistet der Lichtschutzfaktor nicht rechtzeitig die optimale Wirkung.
  • Grosszügig auftragen. Erfahrungsgemäss verwenden die meisten Leute nur die Hälfte der notwendigen Menge an Sonnenschutzmittel.
  • nach 2-3 Stunden erneut grosszügig auftragen. Auch wasserresistente Produkte erneut auftragen, da Sonnenschutzmittel durch Reibung, Schwitzen etc. verloren geht. Das Sonnenschutzmittel darf nicht dazu verleiten, sich umso länger der UV-Strahlung auszusetzen.

Wann braucht es den Arzt

Früherkennung und Frühbehandlung sind entscheidend. Dies vorausgesetzt können auch Melanome zu einem grossen Prozentsatz geheilt werden. Sich verändernde Hautstellen, plötzlich juckende, nässende oder anderweitig den Aspekt wechselnde Flecken und schlecht heilende Wunden erfordern eine rasche ärztliche Beurteilung. Generell gilt: Jeder Knoten und jede Wunde, die nicht innerhalb von 4 Wochen ausheilt, sollte abgeklärt werden. Die Diagnose erfordert viel Erfahrung, deshalb sollte man nicht versuchen, selbst eine Beurteilung vorzunehmen.

Therapie

Zur lokalen Beseitigung von Hauttumoren kommt die chirurgische Methode in Frage, also das Ausschneiden mit dem Skalpell. Bei Basaliomen werden auch Kältetherapie (Vereisen), photodynamische Therapie und Bestrahlung angewendet. Medikamente (Chemotherapie) finden Einsatz gegen Fernmetastasen.

Einen hohen Stellenwert hat die Nachsorge, da Rezidive (erneutes Auftreten am selben Ort) vorkommen. Ausserdem bildet sich bei einem grossen Teil der Betroffenen später eine weitere bösartige Hautgeschwulst an anderer Stelle.

Weiterführende Informationen und Adressen

  • Schweizerische Krebsliga
    Effingerstrasse 40
    Postfach 8219
    3001 Bern
    Tel.: 031 389 91 00
    www.krebsliga.ch
  • Selbsthilfe Schweiz
    Laufenstrasse 12
    4053 Basel
    Tel.: 061 333 86 01
    Zentraler Auskunftsdienst: 0848 810 814
    www.selbsthilfeschweiz.ch

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler, Dr. med. H. Ganguillet
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 12.05.2016

 
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