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Husten

Husten ist ein Symptom zahlreicher Krankheiten der Atemwege, insbesondere der Bronchien (Luftröhrenäste) und der Lungen. Die Schleimhaut der Bronchien reagiert äusserst empfindlich auf Entzündungsreize und auf jegliches fremdartige Material.

Hustenstösse bilden einen sinnvollen Schutzmechanismus der Atemwege. Sie befördern Fremdkörper jeder Art aus den Lungen und den Bronchien hinaus. Der Hustenreflex ist nicht bloss nützlich – wenn auch manchmal lästig –, er ist lebenswichtig und funktioniert auch im Schlaf. Dadurch sichert er das Freibleiben der Atemwege zu jeder Zeit und verhindert ein Ersticken, etwa an hochgestiegenem Magensaft oder Speichel. So ist wohl jeder Mensch einmal wegen eines Hustenstosses aufgewacht, der während des Schlafs eingesetzt hat.

Im Zustand tiefer Bewusstlosigkeit erlischt der Hustenreflex. Bewusstlose sind in Gefahr, an Erbrochenem, Blut oder Speichel zu ersticken, wenn diese in die Atemwege geraten und sie verlegen, ohne dass der Körper darauf zu reagieren vermag. Man nennt diesen gefährlichen Vorgang Aspiration.

Bewusstlose müssen deshalb in eine stabile Seitenlage gebracht werden, die ein Ausfliessen von Magensaft oder dergleichen aus dem Mund zulässt – siehe Abbildung.

Seitenlagerung
Stabile Seitenlagerung einer Bewusstlosen

Ursachen

Fremdkörper oder auf die Atemwege wirkende Reizstoffe

Von aussen oder mit dem Blut in die Atemwege gelangte Substanzen können unmittelbar Hustenreiz auslösen.

  • Man verschluckt sich am eigenen Speichel, an Flüssigkeiten, an Dingen, die im Mund herumgedreht werden (Bonbon, Kaugummi) oder – bedrohlicher – an spitzigen, eventuell kantigen Nahrungsbestandteilen oder Fremdkörpern.
  • Staub, Pollen und andere Partikel.
  • Gasförmige Reizstoffe: Rauchgas, giftige Dämpfe und gasförmige Kampfstoffe üben einen unmittelbaren Entzündungsreiz auf die Bronchialschleimhaut aus.
  • Medikamente (z.B. einige blutdrucksenkende Mittel) können als Nebenwirkung Hustenreiz auslösen. 

Husten als Symptom einer Krankheit

In den Lungen oder Bronchien selbst entstandenes Material: Im Rahmen von Entzündungskrankheiten der Lungen und der Bronchien wird an Ort und Stelle vermehrt Schleim produziert, der dünnflüssig bis zäh oder eitrig sein kann. Von den Bronchien wird der Schleim als „nicht dahin gehörender“ Fremdkörper behandelt und reflektorisch ausgeworfen – man hustet.
Tumore der Lungen und Bronchien erzeugen eine lokale Entzündung mit Schleimbildung; Tumorpartikel üben beim Einbrechen in die Luftröhren einen direkten Fremdkörperreiz aus.

Erläuterungen zu Husten als Symptom finden sich bei:

Manche dieser Krankheiten werden begleitet von jeweils typischen weiteren Symptomen wie Fieber, Halsschmerzen, Heiserkeit, Schnupfen, Gliederschmerzen und Kopfweh.

Was man selbst tun kann

 

Ergänzend zu ärztlichen Verordnungen lassen sich Hausmittel jederzeit zur Linderung anwenden. Eine Reihe von Massnahmen finden sich im Buch Hausmittel sinnvoll einsetzen, hier erhältlich, ISBN 978-3-033-01334-6.

Herausgegriffen aus verschiedenen Möglichkeiten seien hier:

  • Honig als Hustenmittel wird auch in der Schulmedizin verwendet, seine Wirksamkeit ist erwiesen. Milch erhitzen (nicht kochen), 1 bis 2 Teelöffel Honig darin auflösen und trinken.
  • Warmen Holundersirup, kühlen Rettich- oder Zwiebelsaft schluckweise trinken.
  • Hustensirup: 1 Liter Wasser, 250 Gramm Kandiszucker und 2 grosse gehackte Zwiebeln zusammen aufkochen, dann absieben; alle 2 Stunden 1 Esslöffel Sirup einnehmen.
  • Brustwickel zur Hustenlinderung und zum Lösen des Schleims: einen Quark- oder Kartoffelwickel machen und mit einem grossen Woll- oder Frotteetuch auf der Brust fixieren, den Patienten gut zudecken. Den Wickel belassen solange noch Wärme empfunden wird.

 

Bei Husten mit Auswurf (produktiver Husten) sollen keine Medikamente eingenommen werden, die den Hustenreiz unterdrücken (Antitussiva). Ungenügendes Aushusten von Schleim behindert die Heilung und begünstigt das Entstehen von Komplikationen.

Wann braucht es den Arzt

Ein Arzt sollte beigezogen werden, wenn Husten mit Atemnot, blutigem oder eitrigem Auswurf verbunden ist, bei hohem Fieber, Schüttelfrost, starken Brustschmerzen, und wenn der Husten länger als eine Woche dauert.

Zur Abklärung der Ursache sind oft Laboruntersuchungen von Blut, Sputum (Auswurf) und allenfalls Gewebsproben (Biopsien) nötig, manchmal auch eine Lungenfunktionsprüfung, verschiedene röntgenologische Verfahren oder die Spiegelung der Bronchien (Bronchoskopie).

Die Behandlung bakterieller Infektionen erfordert in der Regel Antibiotika. Bei Patienten mit bekannten Lungenerkrankungen können auch Virusinfekte der Lungen ein Anlass sein, Antibiotika zu verschreiben, um eine zusätzliche Infektion mit Bakterien (Superinfektion) zu verhindern.

Vorbeugen

  • Nicht rauchen.
  • Nahen Kontakt mit hustenden Menschen möglichst meiden.
  • Angemessene Kleidung im Winter und im Sommer.
  • Regelmässiges, kurzes Lüften – auch im Winter – verhindert das Austrocknen der Luft in geschlossenen Räumen; trockene Luft reizt die Schleimhäute.
  • Berufliche Exposition und das Einatmen von Gasen vermeiden, gegebenenfalls eine Schutzmaske verwenden

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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