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Juckreiz

Fachbegriff: Pruritus

Juckreiz ist häufig verbunden mit Hautausschlägen, kommt aber auch vor, ohne dass an der Haut oder Schleimhaut etwas Besonderes auffällt. Intensiver Juckreiz ist quälend, das Kratzen ist eine Abwehrreaktion, die reflektorisch einsetzt.

Einleitung

Juckreiz ist häufig verbunden mit Hautausschlägen. Intensiver Juckreiz ist quälend und bringt Betroffene oft um die Nachtruhe, bisweilen beeinträchtigt er die Arbeitsfähigkeit und wird derart unerträglich, dass Selbstmordgedanken aufkommen. Jede Stelle der Körperoberfläche ist ein möglicher Manifestationsort.

Histamin ist ein Gewebshormon, das in vielen Körperzellen gebildet und bei Bedarf in der Funktion eines Mediators (Botenstoff) freigesetzt wird, vor allem zur Aktivierung von Abwehrreaktionen. Als unangenehme Folge kann Juckreiz auftreten.

Viele Medikamente gegen Juckreiz enthalten demzufolge chemische Verbindungen, welche die Freisetzung von Histamin hemmen – daher der Name Antihistaminika. Histamin ist ausserdem in bestimmten Hirnregionen an der Nervenimpulsübertragung beteiligt, unter anderem an der Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Dies wiederum kann erklären, warum Antihistaminika müde machen (Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit)

 

Ursachen

Allgemeiner (generalisierter) Juckreiz ohne sichtbare Hautveränderungen

  • Trockene Haut (auch durch zu häufiges Duschen), trockene Haut im Alter (Pruritus senilis).
  • Stoffwechselkrankheiten: Leber-, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankung, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).
  • Schwangerschaft.
  • Psychische Belastung – man fühlt sich nicht wohl in seiner Haut.

Allgemeiner (generalisierter) Juckreiz mit Hautausschlag

  • Allergien oder Überempfindlichkeitsreaktionen, auch solche auf Medikamente oder Nahrungsmittel.
  • Kinderkrankheiten wie Windpocken, Röteln.
  • Gelbsucht bei Hepatitis (Leberentzündung).
  • Blutkrankheiten, z.B. Leukämie.

Lokalisierter Juckreiz

Er entsteht mehrheitlich zusammen mit einem Hautausschlag. Häufige Gründe sind:

  • Insektenstiche.
  • Allergische Reaktionen (auf Sonneneinwirkung, Kosmetika, Uhrband und andere Materialien), Neurodermitis.
  • Pilzinfektion an den Füssen oder Befall mit Hautparasiten an unterschiedlichen Körperstellen.
  • Psoriasis.
  • Im Genitalbereich kann Juckreiz auf Entzündungen, Infektionen oder Hormonmangel beruhen, am Darmausgang auf Hämorrhoiden oder Wurmbefall.

Symptome

 

Juckreiz ist oft nur eines der Symptome einer übergeordneten Erkrankung, die sich unter anderem an der Haut abspielt. Eine Infektionskrankheit ist naheliegend, wenn gleichzeitig Fieber, Halsschmerzen, Drüsenschwellungen und allgemeines Krankheitsgefühl bestehen.
Wenn an der Haut nichts auffällt, kommen psychische oder hormonale Auslöser in Betracht, z.B. gegen Ende der Schwangerschaft oder im Alter.

 

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

  • Kühlende Umschläge, kühlende Salben (Cold Cream).
  • Bei trockener Haut rückfettende Cremen oder Ölbäder.
  • Lässt sich das Kratzen nicht unterdrücken, sollte es behutsam geschehen: mit den Fingerkuppen, nicht aber mit den Nägeln, denn Hautverletzungen können sich infizieren und Narben hinterlassen.
  • Neben der Haut ist grundsätzlich die auslösende Erkrankung zu behandeln, Hausmittel können ergänzend eingesetzt werden.
  • Vorbeugen: Da Juckreiz so viele verschiedene Ursachen hat, gibt es keine allgemeine Empfehlung. Spezielle Massnahmen finden sich bei den Texten zu einzelnen Krankheiten.

Hausmittel

  • Kühlende Umschläge mit Quark oder Joghurt; kühlen mit kalten Güssen.
  • Mit Essigwasser abtupfen, dazu wenig Essig mit kaltem Wasser mischen.
  • Schuppen und andere Oberflächenpartikel mit körperwarmem Schmierseifenwasser entfernen. Zum Waschen milde, pH-neutrale Seifen verwenden.
  • Nachtkerzenöl einreiben.

Wann braucht es den Arzt

Eine Arztkonsultation ist angezeigt, wenn Juckreiz auf Hausmittel nicht anspricht, wenn Verdacht auf eine Stoffwechselkrankheit besteht oder auf eine ansteckende Erkrankung, die den Patienten oder seine Umgebung gefährden könnte.

Der Arzt kann neben der Therapie der Grundkrankheit auch Medikamente für die lokale Behandlung des Juckreizes verschreiben. Diese enthalten teilweise Kortison und sollten nicht über lange Zeit (Monate) hinweg eingerieben werden, da sie ihrerseits Hautveränderungen auslösen und die Haut dünner (Hautatrophie) und verletzlicher machen können.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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