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Kopfschmerzen

Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten Ursachen von Unwohlsein Sie können ein Symptom von Allgemeinerkrankungen oder organischen Erkrankungen des Kopfes sein und durch psychische Einflüsse hervorgerufen oder verstärkt werden.
Bei Auftreten von Fieber und Nackenstarre ist an eine mit Komplikationen einhergehende Infektions- oder andere Krankheit zu denken. Die Behandlung der Grundkrankheit ist dann entscheidend, um den Kopfschmerz zu beseitigen.
Objektiv schwierig zu erfassen sind insbesondere Kopfschmerzen nach Unfällen. Häufig korrelieren Stärke und Dauer der Symptome nicht mit dem Ausmass der erlittenen Verletzung oder entsprechende Erfahrungswerte lassen keine individuelle Beurteilung zu.

Die Vielzahl möglicher Gründe von wiederholt auftretenden oder chronischen Kopfschmerzen erfordert bisweilen aufwändige Abklärungen zur Diagnose und Behandlung.

Ursachen und Risikofaktoren

Fast jede Allgemeinerkrankung, im Kopfbereich lokalisierte Krankheit, Verletzung oder physikalische Einwirkung ist ein möglicher Auslöser von Kopfschmerzen. Alle verschiedenen Gründe sind daher nicht aufzuzählen. Zu den wichtigsten gehören:

Migräne: Migräne ist ein anfallsartiger, oft einseitiger und wiederholt auftretender Kopfschmerz. Als Ursache werden pathologische (krankhafte) Vorgänge an den Blutgefässen der harten Hirnhaut vermutet – eine anfängliche Verengung und nachfolgende Weitstellung sowie eine Entzündung der Arterienwand („Gefässkopfschmerz“). Die Attacken dauern Stunden bis Tage und folgen sich in gewissen Abständen.

Spannungskopfschmerzen: Der Begriff findet sowohl bei Muskelverspannung im Nackenbereich Anwendung, als auch bei psychischer Anspannung.

Innere Erkrankungen als Ursache von Kopfschmerz sind Bluthochdruck, Sehstörungen, Nierenversagen, Grippe und andere Infektionskrankheiten. Dringend ist der Arztbesuch, wenn Krampfanfälle, Lähmungen, heftiger Schwindel, Gedächtnislücken den Kopfschmerz begleiten. Insbesondere bei Auftreten von Fieber und Nackenstarre ist an eine Infektionskrankheit zu denken.

Schädel-Hirn- und Schleudertrauma: Schwer objektivierbar sind Kopfschmerzen nach Aufprall des Kopfs (Schädelhirnverletzung)oder Schleuderbewegung der Halswirbelsäule (Schleudertrauma). Viel Liegen und Schlafen in den Tagen nach dem Unfall reduziert das Risiko späterer Schmerzattacken nicht immer.
Verstärken sich die Kopfschmerzen nach einem Unfall kontinuierlich oder treten neue Symptome wie Schläfrigkeit, Erbrechen oder Verwirrungszustände auf, was auch noch nach Wochen möglich ist, muss ein Arzt konsultiert werden.

Hirntumor: Symptome dieser seltenen Tumore sind teilweise einer Migräne ähnlich (s. Hirntumor).

Hirnblutung: Der Kopfschmerz kann einen ganz plötzlichen, „explosionsartigen“ Beginn aufweisen (s. Hirnschlag, Apoplexie).

Vergiftungen: Giftstoffe (auch Dämpfe) und Medikamente (sogar Schmerzmittelmissbrauch) sind vereinzelt Ursache von Kopfschmerzen(s. Vergiftungen); häufiger jedoch ist der „Kater“ nach einer ausgelassenen Party – das Kopfweh beim morgendlichen Erwachen.

Schmerzcharakteristik

  • Kopfschmerzen sind in ihrer Lokalisation sehr variabel. Je nach Typ werden sie im Stirnbereich oder im Hinterkopf verspürt (Spannungskopfschmerz), auf einer Kopfseite (Migräne), beschränkt auf einen Teil des Gesichts (Trigeminusneuralgie) oder im ganzen Kopf (Vergiftungen, Medikamente, Alkohol).
  • Schmerzart und Häufigkeit sind ebenfalls unterschiedlich: pulsierend, gleich bleibend, dumpf, hämmernd, bohrend, stechend, ziehend.
  • Bisweilen wird der Kopfschmerz verstärkt durch Bewegung, verschiedene Nahrungsmittel, Kälte.
  • Als Begleitsymptome können Fieber, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Konzentrationsschwäche, Seh- und Hörstörungen oder sogar Gesichtslähmungen auftreten und auf Krankheiten hinweisen.

Was man selbst tun kann

Frische Luft und eine Ruhepause bringen oft schon allein Besserung. In anderen Fällen hilft es, sich mit geschlossenen Augen hinzulegen, Schläfen und Stirn zu kühlen. Wer auf Hitze oder Kälte empfindlich reagiert, sollte Temperaturschwankungen meiden.
Wenn keine anderen Ursachen gefunden wurden, der Schmerz aber trotzdem regelmässig auftritt, können autogenes Training, Entspannungsübungen, Akupunktur oder Massage von Gesicht und Nacken wirksam sein.

Hausmittel

  • Die Schläfen leicht massieren, etwa mit Lavendel- oder Pfefferminzöl.
  • Frische Zitronenscheiben auf die schmerzende Stelle legen.
  • Lavendeltee: pro Tasse 1 Teelöffel getrocknete oder 2 Teelöffel frische Lavendelblüten überbrühen und etwa 5 Min. ziehen lassen.
  • Für genügend frische Luft beim Schlafen sorgen.

Schmerzmittel aus der Apotheke sind zwar das bequemste Verfahren gegen Kopfschmerzen, sie sollen jedoch nicht regelmässig eingenommen werden, da bei längerem Gebrauch neben dem Gewöhnungseffekt Blutgerinnungsstörungen und Magen-Darmbeschwerden auftreten können. Zudem darf eine abklärungsbedürftige Grundkrankheit nicht übersehen werden.
Der regelmässige, wiederholte Gebrauch von Schmerzmitteln ist seinerseits ein häufiger Grund von Kopfweh (Analgetika-Kopfschmerz); dies führt nicht selten in einen Teufelskreis. Grundsätzlich sind „reine“ Produkte, die eine einzige schmerzbekämpfende Substanz enthalten besser verträglich als Kombinationspräparate.

Wird ein Arztbesuch unumgänglich, ist es sinnvoll, eine Art Tagebuch zu führen, in welchem Häufigkeit, Dauer, vermutete Auslöser, Lokalisation und Schmerzcharakter (dumpf, bohrend, ziehend, pochend, stechend und weitere Merkmale) festgehalten werden.

Wann braucht es den Arzt

  • Erstes Auftreten eines migräneartigen Kopfschmerzes.
  • Zunehmendes, lange andauerndes Kopfweh oder immer am gleichen Ort.
  • Plötzlicher Beginn, vergleichbar einer Explosion.
  • Kopfschmerzen, die von Fieber, Schüttelfrost, Bewusstseinsstörung und Nackenstarre begleitet sind.
  • Nach Kopfverletzungen neu auftretendes oder intensiver werdendes Kopfweh.
  • Zusätzliche Krampfanfälle, Lähmungen, Schwindel, Hör- und Sehstörungen.
  • Kopfschmerzen bei Kindern sind ernst zu nehmen. Migräne kommt auch bei kleinen Kindern vor.

Zur Diagnose sind – neben Blutuntersuchungen – gelegentlich Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) nötig.

Der Schmerzcharakter ändert sich bei vielen Patienten im Verlauf der Zeit, so dass die Behandlung entsprechend angepasst werden muss.

Vorbeugen

  • Ausreichende Ruhezeiten und regelmässige Bewegung beugen Stress und Muskelverspannungen vor.
  • Massvoller Konsum von Alkohol und Verzicht auf Zigaretten wirken gegen einen potentiellen Kater.
  • Manchmal reicht bereits das regelmässige Trinken von genügend Tee und Wasser.
  • Gymnastik und Lockerungsübungen im Büro oder in der Pause bei langen Sitzungen begrenzen Verspannungen und deren Folgen.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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