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Metabolisches Syndrom

Das metabolische Syndrom beruht auf einer sich gegenseitig beeinflussenden Fehlsteuerung des Zucker- und Fettstoffwechsels. Massgebliche Faktoren sind ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und insbesondere Fetteinlagerung im Bauch. Es handelt sich um ein Phänomen, das weltweit zugenommen hat. Obwohl es seit längerer Zeit bekannt ist, existiert in Fachkreisen noch keine eindeutige Definition.

Von Bedeutung ist die Diagnose wegen der potentiellen Folgen, nämlich dem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Untersuchungen haben gezeigt, dass das Fett im Bauchbereich nicht einfach als Energiereserve dient, sondern dass es verschiede Substanzen produziert, welche in den Zucker- und Fett-Stoffwechsel eingreifen. Diese Substanzen sind es, die am Entstehen von metabolischem Syndrom und Herz-Kreislaufkrankheiten beteiligt sind.

Ursachen und Risikofaktoren

Eine der wichtigsten Ursachen liegt im modernen Lebensstil mit Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung. Übergewicht ist sowohl ein auslösendes Moment, als auch ein Symptom der Erkrankung. Für manche ursächliche Faktoren wird eine genetische Veranlagung angenommen oder sie ist sogar gesichert.

Das Krankheitsbild

Die Diagnose des metabolischen Syndroms stützt sich auf das Zusammentreffen mehrerer Symptome und Messwerte. Die wichtigsten sind:

  • Übergewicht, insbesondere eine bauchbetonte Fettansammlung (sog. Apfeltyp, bezogen auf die Körperform)
  • Hoher Blutdruck.
  • Erhöhter Nüchtern-Blutzucker (im Plasma gemessen) oder bereits diagnostizierter Diabetes mellitus Typ II (Zuckerkrankheit, früher „Alterszucker“ genannt). 
  • Ungünstige Cholesterinwerte (Blutfette), insbesondere ein niedriger Anteil an HDL („gutes Cholesterin“), daneben ein hoher an LDL-Cholesterin („schlechtes Cholesterin“) oder sehr hohe Gesamtcholesterinwerte.
  • Erhöhte Triglyceridwerte (Blutfette); als Triglyceride werden die so genannten Neutralfette bezeichnet.

Wenn drei dieser Symptome vorhanden sind, kann die Diagnose „metabolisches Syndrom“ gestellt werden. Meist wird jedoch das Vorhandensein von bauchbetontem Übergewicht vorausgesetzt, zwei weitere der oben genannten Faktoren müssen dann hinzukommen.

Folgekrankheiten

Sowohl Symptom als auch Folge des metabolischen Syndroms können sein:

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

An erster Stelle steht die Änderung des Lebensstils, das heisst:

  • Gesunde und ausgewogene Ernährung.
  • Regelmässige Bewegung. Empfohlen werden täglich 30 Minuten Bewegung, bei der Puls und Atmung sich leicht beschleunigen, ein Gespräch aber noch möglich ist. Zur Ergänzung: Ausdauer- und Krafttraining, das bei diagnostiziertem metabolischem Syndrom jedoch der momentanen Situation angepasst werden muss (Empfehlungen des Arztes beachten).
  • Vermeiden von Übergewicht.

Wann braucht es den Arzt

Eine sorgfältige und zuverlässige Therapie ist von Bedeutung, um das Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten und Diabetes zu senken.
Die wichtigsten Ziele der Behandlung sind:

  • Information darüber, was ein gesunder Lebensstil beinhaltet.
  • Mehr Bewegung, stufenweise und dem jeweiligen Gesundheitszustand angepasst.
  • Behutsame Gewichtsreduktion, 5 bis 10% pro Jahr, bis nur noch ein leichtes Übergewicht bestehen bleibt oder das Normalgewicht erreicht ist. Dies geschieht durch Ernährungsumstellung (gesunde Ernährung), die erfahrungsgemäss bereits eine Kalorienreduktion mit sich bringt.
  • Bei hohem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und wenn die Änderung der Lebensgewohnheiten nicht das erwartete Resultat erzielt, sind Medikamente nötig. Die Therapie mit Arzneimitteln ist individuell unterschiedlich und richtet sich nach den zugrunde liegenden Ursachen und Grundkrankheiten.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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