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Mundgeschwüre

Fachbegriff: Aphten

Die Aphte ist ein harmloser, entzündlicher Defekt der Schleimhaut, des Mundes, der Gaumenmandeln (Tonsillen), der Zunge oder seltener der Genitalschleimhaut. Treten die Aphten immer wieder auf, spricht man von einer chronisch rezidivierenden Aphtose.

Im Rahmen einer Erstinfektion mit dem Herpes simplex Virus kann es sein, dass mehrere aphtenähnliche Bläschen zeitgleich auftreten. In diesem Fall spricht man von Mundfäule, auch Stomatitis aphtosa genannt.

Begriffserklärungen

Aphte:

Geschwür der Mundschleimhaut oder des Zahnfleisches, seltener der Genitalschleimhaut.

Tonsillen:

Diese lymphatischen Organe werden umgangssprachlich Mandeln genannt. Es gibt zwei Gaumenmandeln, eine Rachenmandel und eine Zungenmandel. Diese kleinen lymphatischen Gebilde/Drüsen beinhalten viele Abwehrzellen. Die Mandeln spielen eine wichtige Rolle in der körpereigenen Abwehr (Immunreaktion) gegen Krankheitserreger wie Bakterien und Viren.

Stomatitis aphtosa:

Auftreten von mehreren aphtenähnlichen Bläschen gleichzeitig im Rahmen einer Erstinfektion mit dem Herpes simplex Virus.

Genetische Prädisposition:

Dabei handelt es sich um eine erblich bedingt erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sich eine bestimmte Krankheit entwickeln wird.

Morbus Behçet:

Diese Erkrankung gehört zum rheumatischen Formenkreis. Dabei sind überwiegend Männer ab 30 Jahren mit türkischer oder südostasiatischer Herkunft betroffen. Die Patienten leiden an Aphten im Mund- und Genitalbereich. Als wahrscheinliche Ursache für diese Erkrankung gilt eine autoimmun bedingte Vaskulitis.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen und Entstehungsmechanismen von Aphten sind noch weitgehend unklar; eine genetische Prädisposition (familiäre Häufung) wird vermutet. Daneben gelten folgende Punkte als mögliche Auslöser:

Das Krankheitsbild

Aphten sind kleine, weisse, scharf umrandete, schmerzhafte Flecken auf der Schleimhaut. Abhängig von der Grösse werden die Aphten in zwei Klassen eingeteilt:

Minor: Aphten, die bis 1 cm Durchmesser haben, entsprechen der Minor-Form und heilen meist innerhalb von 1-2 Wochen spontan aus.

Major: Seltener kommt es zur Bildung einer Major-Aphte, deren Durchmesser bis zu 3 cm betragen kann. Oft bedürfen die Major-Aphten zur Abheilung einer ärztlichen oder zahnärztlichen Behandlung (z.B Lasertherapie).

Was man selbst tun kann - Vorbeugen

Therapie

Zur Bekämpfung von Aphten gibt es verschiedene medikamentöse Möglichkeiten.
Vor dem Auftragen solcher Produkte sollte die betroffene Stelle auf der Schleimhaut mit Watte trocken getupft werden. Es existieren folgende Behandlungsmöglichkeiten:

  • Teebaumöl: Lokale Anwendung, hat eine antiseptische (desinfizierende) Wirkung
  • Spülungen mit Kamillen-oder Salbeitee: wirken ebenfalls antiseptisch
  • Salben, Sprays oder Gele: enthalten Lidocain und wirken schmerzstillend.
  • Adstringierende Tinkturen (leicht ätzende Stoffe) wie z.B Rhabarberwurzelextrakt, Silbernitrat, Zinksulfat oder verdünnte Wasserstoffperoxidlösungen: wirken sich positiv auf den Heilungsprozess aus.

Wann braucht es einen Arzt

Treten Aphten sehr häufig ca. alle zwei Monate, immer wieder auf, sollte eine ärztliche Abklärung einer möglichen Grunderkrankung erfolgen. Ebenso sollten
mehrere Aphten bei kleinen Kindern in Verbindung mit Fieber ärztlich begutachtet werden. Es könnte sich um eine Erstinfektion mit dem Herpes simplex Virus, der sogenannten stomatitis aphtosa, die sehr schmerzhaft ist, handeln.

Heilen die Aphten nach 1-2 Wochen nicht spontan aus oder entwickeln sich zu einer Major-Aphte (siehe oben), ist ebenfalls ein Arzt oder Zahnarzt aufzusuchen.

Autoren: Dr. med. H. Ganguillet

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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