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Myom

Das Myom ist eine gutartige und zugleich die häufigste Geschwulst der Gebärmutter. Es besteht aus Muskelfasern und kann einen oder mehrere Knoten bilden. Oft bleiben diese symptomlos, wenn Beschwerden auftreten handelt es sich mehrheitlich um Zyklusstörungen.

Begriffserklärungen

Fertilitätsstörung:

herabgesetzte oder fehlende Fortpflanzungsfähigkeit bei Frau oder Mann.

Hysterektomie:

operative Entfernung der Gebärmutter.

Tumor:

Gut- oder bösartige Geschwulst, Gewebsneubildung.

Uterus myomatosus:

Die Gebärmutter enthält eine Vielzahl von Myomknoten(Abbildungen).

Uterus
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Ursachen

Die Ursache ist nicht völlig geklärt, doch gibt es einige Anhaltspunkte:

  • Östrogene (weibliche Geschlechtshormone) stimulieren das Wachstum der Myome. Nach den Wechseljahren nimmt die Östrogenproduktion markant ab, deshalb verkleinern sich die Knoten oftmals.
  • Familiäre Häufung kommt vor.
  • Kinderlose und übergewichtige Frauen haben ein erhöhtes Risiko.

Das Krankheitsbild

Es wird angenommen, dass bis zu einem Fünftel der über 40-jährigen Frauen grössere oder kleinere Myome haben, die meist keinerlei Probleme verursachen und nicht oder nur durch Zufall entdeckt werden. Ungeachtet der Bezeichnung gutartig gehen jedoch zahlreiche Beschwerden und Gesundheitsstörungen auf Myome zurück.

Wenn Symptome auftreten, handelt es sich um:

  • Zyklusstörungen: Treten Beschwerden auf, stehen Zyklusstörungen im Vordergrund. Die Regelblutung ist meist verstärkt und/oder verlängert und bisweilen von schmerzhaften Krämpfen begleitet. Auch Zwischenblutungen können auftreten. Starke und verlängerte Blutungen haben nicht selten eine Eisenmangelanämie zur Folge.
  • Druck im Unterbauch, Fremdkörpergefühl, dumpfe oder krampfartige Schmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können, Schmerz beim Geschlechtsverkehr. Durch Druck auf die Harnblase entstehen häufiger Harndrang, durch Druck auf den Dickdarm Verstopfung.
  • Wiederholte Harnwegsinfekte
  • Fertilitätsstörung: Wenn Myome zu Lage- und Formveränderungen der Gebärmutter führen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis reduziert und das Risiko einer Fehlgeburt erhöht. Für eine Geburt sind kleine Myome selten ein Problem, grosse können indessen je nach Lokalisation ein Geburtshindernis darstellen und manchmal eine operative Entbindung (Kaiserschnitt) erfordern. 
  • Nach der Menopause schrumpfen die Knoten, sie werden kleiner und allfällige Beschwerden gehen zurück.
  • Eine krebsige Entartung kommt vor, ist aber sehr selten.

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

Gegen Bauchkrämpfe und Menstruationsbeschwerden helfen oft feuchtwarme Umschläge.
Zur Prophylaxe können keine Empfehlungen gegeben werden, da die Ursachen von Myomen im Einzelnen nicht bekannt sind. Das Vermeiden von Übergewicht vermindert möglicherweise das Risiko.

Wann braucht es den Arzt

Ein Myom, das zufällig bei einer gynäkologischen Routinekontrolle entdeckt wird, erfordert in der Regel keine spezielle Behandlung, hingegen Kontrollen.

Wenn jedoch Beschwerden oder Blutungen nach den Wechseljahren auftreten, ist eine ärztliche Untersuchung nötig, auch zum Ausschluss eines allfällig hinter einem Myom versteckten Gebärmutterkrebses.

Diagnose

Diagnostisch finden Ultraschall oder Magnetresonanz-Tomographie (MRT) Anwendung. Vor Therapiebeginn wird gewöhnlich eine Curettage („Ausschabung“) gemacht und das entfernte Material mikroskopisch auf entartete (bösartige) Zellen untersucht.

Therapie

Je nach Alter der Frau, eventuellem Kinderwunsch, Grösse und Lage des Myoms kommen in Frage:

  • Hormonpräparate: Sie können subjektive Beschwerden bessern, bringen die Myome aber nicht völlig zum Verschwinden.
  • Operative Entfernung von Myomknoten oder das Entfernen des ganzen Uterus (Hysterektomie): Je nach lokaler Situation braucht es dazu einen Bauchschnitt, oder es ist ein Zugang durch die Scheide möglich (vaginale Hysterektomie). In besonderen Fällen erfolgt der Eingriff kombiniert durch eine Bauchhöhlenspiegelung (Laparoskopie) und vaginal.
  • Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie): Sie dient dem Erkennen, manchmal auch dem Entfernen von Myomen in der Gebärmutterhöhle.
  • In vereinzelten Fällen lassen sich Myomknoten durch Verschluss ihrer ernährenden Arterie zum Schrumpfen bringen. Dazu wird von der Leiste aus ein Gefässkatheter in die Arterie geschoben und diese durch Einspritzen von Polyvinylpartikeln (sog. Embolisation) verschlossen.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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