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Pilzerkrankungen

Fachbegriff: Lokale und systemische Mykose
Unterformen: Fusspilz, Hautpilz, Nagelpilz

Allgemein bekannt ist Fusspilz, eine Krankheit, die überwiegend zwischen der Pubertät und dem 50. Lebensjahr auftritt, bei Männern häufiger als bei Frauen. Die schuppenden Infektionsherde finden sich meistens an und zwischen den Zehen, seltener an der Fusssohle. Typisch ist die Tendenz zu Rückfällen, denn die Pilzsporen bleiben in Hautschuppen sehr lange ansteckungsfähig. Hautmykosen kommen ferner an Fingern und Händen vor, seltener am Rumpf und werden im Volksmund auch Flechten genannt.

Pilze gibt es weltweit in mehr als 200‘000 Arten. Nur wenige von diesen lösen beim Menschen Krankheiten aus, sog. Mykosen, und dies mehrheitlich erst bei herabgesetzter Immunabwehr (Abwehrschwäche). Hautpilz bildet aber diesbezüglich eine wichtige Ausnahme (s. unten).

Im Übrigen haben Pilze wirtschaftlich eine grosse Bedeutung hinsichtlich Produktion von Medikamenten (z.B. Penizillin) und Lebensmitteln (Backwaren, Molkereiprodukte, Bier usw.). Zuchtpilze, auch jene für die Herstellung von Käsesorten, sind für Menschen nicht infektiös.

Begriffserklärungen

Hyphe:

Pilzfaden

Mycel, Myzel:

Geflecht von verzweigten Pilzfäden (Hyphen).

Mykose:

durch einen Pilz verursachte Erkrankung.

Pilzsporen:

Dauerformen von Pilzzellen, die lange überleben können. Zudem wird das Wort „Sporen“ als Oberbegriff für Pilzzellen verwendet, die der Vermehrung dienen.

Sprossung:

Vorgang der Vermehrung von Sprosspilzen bzw. Hefen (s. unten). Dabei wächst aus der Mutter- eine kleine Tochterzelle.

Endemie:

fortwährendes oder wiederholtes Vorkommen einer Krankheit in einem geographisch begrenzten Gebiet (Endemiegebiet). Der Krankheitserreger ist in dieser Region dauernd vorhanden. Adjektiv: endemisch.

Exposition:

Der Körper ist Umwelteinflüssen ausgesetzt, z.B. Krankheitserregern, Schadstoffen irgendwelcher Art oder Strahlung.

Immunsuppression:

Unterdrückung der körpereigenen Abwehrreaktionen, die körpereigene Abwehr wird eingedämmt. Davon abgeleitet: immunsuppressiv, immunsupprimierend. Entsprechende Medikamente heissen Immunsuppressiva.

Sekundär- oder Superinfektion:

Die beiden Begriffe werden meist synonym verwendet und sagen aus, dass zu einer bereits bestehenden Infektion eine weitere hinzukommt, die durch andere Krankheitserreger ausgelöst wird. Beispiel: Grippeviren schwächen zunächst die Immunabwehr, dann führt eine zusätzliche Infektion mit Bakterien (Sekundärinfektion) zu einer Lungenentzündung.

Systemerkrankung:

Dieser Begriff wird verwendet, wenn sich krankhafte Vorgänge entweder ausschliesslich an einem einzelnen oder aber an mehreren unterschiedlichen Organsystemen abspielen (Haut, Bindegewebe, Immun- oder blutbildendes System usw.). Auf jeden Fall erfassen die Vorgänge einen grossen Teil des Körpers. Entsprechendes Adjektiv: systemisch.

Virulenz:

Dieser Begriff aus der Infektiologie bezieht sich auf das Ausmass, in welchem ein Krankheitserreger für einen Wirt (Mensch, Tier usw.) krankmachend ist. Adjektiv: virulent.

Virulenzfaktoren:

Virulenzfaktoren von Pilzen sind z.B. die Fähigkeit zur Anhaftung an menschliche Zellen und die Bildung von bestimmten Enzymen, welche Eiweisse aufzulösen vermögen.

Einteilung, Klassifikation

  • Dermatophyten, auch als Faden- oder Hyphenpilze bezeichnet, bestehen aus verzweigten Fäden (Hyphen), die widerstandsfähige Geflechte (Mycelien) bilden und Sporen, die sogar auf Gegenständen lange überleben. Dermatophyten sind Hautpilze im engeren Sinn, verursachen also Pilzerkrankungen von Haut, Nägeln und Haaren, sind hingegen in inneren Organen und auf Schleimhäuten nicht anzutreffen. Durch Dermatophyten ausgelöste Krankheiten tragen die Fachbezeichnung Tinea, z.B. Tinea pedis für Fusspilz.
  • Hefen oder Sprosspilze sind einzellig (sog. Sprosszellen) und bilden keine echten Fäden, sondern wachsen durch Sprossung in alle Richtungen.
    • Bei Menschen weltweit am häufigsten ist Candida albicans, der sog. Soorpilz; die entsprechende Krankheit wird Candidose, Candidiasis oder Soor genannt.
    • Pityriasis versicolor gehört zu den häufigsten oberflächlichen Hautpilzkrankheiten. In Mitteleuropa ist ca. 1% der Bevölkerung betroffen, in tropischen und subtropischen Regionen sind es gegen 50%.
    • Cryptococcus neoformans kommt ebenfalls weltweit vor und zwar vornehmlich in Vogelmist bzw. in Staub, der Vogelmist enthält.
  • Schimmelpilze bilden Fäden und infizieren hauptsächlich innere Organe.
  • Eine weitere Gruppe bilden die biphasische oder dimorphen Pilze. Diese können je nach Umgebungsbedingungen unterschiedliche Formen annehmen, deshalb die Bezeichnung „dimorph“ oder „biphasisch“. In Ländern Amerikas, Afrikas und Asiens ist ein Teil dieser Pilze endemisch, in Europa sind sie jedoch selten und in der Regel nur sporadisch anzutreffen, weshalb im Folgenden nicht näher auf Sie eingegangen wird.

Risikofaktoren

Der Kontakt mit dem Erreger ruft nicht zwingend eine Erkrankung hervor. Die Mehrzahl der Mykosen setzt begünstigende Umstände voraus, eine generelle oder lokalisierte Beeinträchtigung der Abwehrfunktionen. Daneben spielt die Virulenz (s. Begriffserklärungen) des Erregers eine Rolle.

  • Feuchte Wärme: Feuchtigkeit durch starkes Schwitzen an den Füssen (enge Schuhe oder Gummistiefel); Strümpfe oder Kleider, die das Verdunsten von Schweiss behindern; ungenügendes Abtrocknen der Füsse, zum Beispiel nach dem Schwimmen.
  • Kleine Hautverletzungen oder spontane Risse; Durchblutungsstörungen.
  • Ungenügende, aber gleichermassen übertriebene Hygiene.
  • Immunschwäche oder Abwehrschwäche z.B. infolge chronischer Erkrankungen (Diabetes mellitus), Krebskrankheiten, immunsuppressiver Therapie und generell bei körperlichem Verfall im fortgeschrittenen Stadium schwerer Erkrankungen oder bei Schwerverletzten (Polytrauma).
  • Persönliche Disposition (Empfänglichkeit).
  • Schwangerschaft, Hormontherapie als Ursache einer Vaginalmykose (Pilzinfektion der Scheide, s. unten).
  • Antibiotikatherapie während eines längeren Zeitraums.

Übertragungswege

Pilze kommen überall vor und viele leben auf Haut und Schleimhäuten gesunder Personen oder Tiere, ohne Symptome auszulösen. Für Erkrankungen besonders empfänglich sind Menschen mit Immun- und Abwehrschwäche, nach längerer Behandlung mit Antibiotika oder Chemotherapeutika, Diabetiker, Schwangere und Kleinkinder, ferner Personen mit Hautproblemen (Feuchtigkeit, kleine Risse, Ekzeme).

Kontakt mit Haut oder Schleimhaut

Häufigster Erreger von Hautpilz ist Trichophyton rubrum, der auch bei Menschen ohne Abwehrschwäche vorkommt.

  • Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt durch direkten Kontakt der Haut mit dem Erreger, z.B. via Hautschuppen. Nagelmykosen entstehen hingegen praktisch immer durch Übergreifen einer Pilzerkrankung von der Haut auf die Fuss- oder Fingernägel.
    Eine Soorinfektion (Candidose) im Genitalbereich ist sexuell übertragbar; Neugeborene können durch Soorpilze in der Scheide ihrer Mutter angesteckt werden. Überwiegend entstehen Candidosen jedoch aufgrund einer Vermehrung von bereits auf der Haut oder Schleimhaut vorhandenen Pilzzellen oder durch eine Änderung der Virulenz (s. Begriffsbestimmungen).
    Schimmelpilze infizieren Haut oder Nägel in der Regel nur bei Vorhandensein von Wunden oder infolge Verbrennungen. Wichtige Vertreter dieser Pilzgruppe in Europa sind die Aspergillen.
  • Via Gegenstände wie Kamm, Kopfkissen, feuchter Bodenbelag usw., ausserdem durch Kontakt mit Erdboden oder verrotteten Pflanzen.
  • Von Tier zu Mensch: Einige auf Haustieren lebende Fadenpilze infizieren auch Menschen.

Einatmung

Hefepilze (Soor und Cryptococcus neoformans) und Schimmelpilze (Aspergillen) finden sich auch im Staub und in der Luft. Wenn sie eingeatmet werden, können allergische Reaktionen auftreten (Schimmelpilz) bei Abwehrschwäche des Betroffenen auch Krankheiten, z.B. Lungensoor.

Aufnahme mit der Nahrung

Durch Essen von Nahrungsmitteln – insbesondere von zuckerhaltigen, z. B. Früchten – kommen Menschen immer wieder in Kontakt mit Hefepilzen, was in aller Regel ohne Beeinträchtigung für die Gesundheit bleibt. Erst bei lokaler oder allgemeiner Abwehrschwäche entstehen Krankheiten, wobei Nasen-, Rachenraum und Verdauungstrakt betroffen sind.

Ausgewählte Krankheitsbilder

Haut- und Nagelpilz

Verschiedene Pilze kommen als Ursache für Fuss-, Hand-, Nagelpilz usw. in Frage (s. oben). Die Haut ist gerötet, feuchtet und juckt, es lösen sich Schuppen. Der Ausschlag schreitet von der Randzone weiter nach aussen fort.

  • Füsse: Zwischen den Zehen ist das Zentrum der Flechte gelegentlich aufgeweicht, was das Risiko für ein Erysipel (s. unten) in sich birgt. Die Fusssohle zeigt meist keine Entzündungszeichen, hingegen Schuppung und manchmal wasserklare, kleine Bläschen, die dann auch an den Zehen zu finden sind. Seltener sind Rötung der Haut und feine Schuppung am seitlichen Fussrand.
  • Hände: Der Aspekt der Haut entspricht in etwa jenem bei Fusspilz. Bläschen sind häufiger, trocknen aber ein bevor die Schuppung beginnt. Ein gleichzeitiger Befall von Füssen und Händen durch den gleichen Erreger ist nicht selten.
  • Nägel: Pilzerkrankungen sind hier besonders langwierig und mit der Zeit kann die Nagelplatte zerstört werden. Meist schreitet die Krankheit vom Nagelende zur Matrix (Keimschicht des Nagels) fort. Zehen- und/oder Fingernägel werden dicker und spröde, blättern ab oder splittern auf, sie deformieren und verfärben sich gelblich, seltener bräunlich oder grünlich, vereinzelt zeigen sich weissliche Herde. Die Nagelmykose hat in den letzten Jahrzehnten beachtlich zugenommen, was insbesondere auf die Schuhmode zurückgeführt wird. Die Nägel der Zehen sind denn auch etwa vier Mal häufiger betroffen als jene der Finger.
    In den Nägeln festsitzende Pilzsporen werden zur Quelle von Rückfällen und deshalb ist die vollständige Elimination des Erregers entscheidend.
  • Rumpf: Bei sonst gesunden Erwachsenen sind kaum jemals grössere Teile betroffen.
  • Bartbereich und behaarter Kopf sind weitere Manifestationsorte, letzterer vor allem bei Kindern. Dann ist die betroffene Haut meist stark gerötet, allenfalls sogar geschwollen und Haare fallen in Büscheln aus. Infizierte Haare werden brüchig.

Komplikation von Hautpilz: Als bakterielle Sekundärinfektion ist das Erysipel gefürchtet. Besonders gefährdet sind Menschen mit Diabetes mellitus oder mit arteriellen oder venösen Durchblutungsstörungen an den Beinen.

Candidiasis, Soor

Der Soorpilz tritt vornehmlich an feuchtwarmen Partien der Haut auf (Leistengegend, Penis, Mundwinkel, unter der weiblichen Brust, im Windelbereich) sowie an Schleimhäuten der Mundhöhle und der Vagina (Scheide); die beiden letzteren Lokalisationen sind am häufigsten.
Symptome einzelner Soorerkrankungen sind:

  • Haut: flächenhafte, wenig nässende Rötung mit Schuppung, weitere kleinere Herde und Bläschen können sich in der näheren Umgebung befinden. Evtl. sind die Nägel mit betroffen (Nagelpilz s. oben). Juckreiz oder Brennen sind möglich.
  • Mund: Auf der geröteten, Schleimhaut von Zunge, Wange und Gaumen finden sich weissliche Beläge, die sich abwischen lassen, wobei es darunter leicht zu bluten beginnt. Brennen und Schmerzen bei Essen und Trinken. Eine Ausdehnung auf Rachen und Speiseröhre ist bei anhaltender Krankheit oder schlechtem Gesundheitszustand möglich. Wenn die Hefepilze tiefer in die Schleimhaut eindringen, lassen sich die Beläge nicht abwischen.
  • Genitalbereich
    • Scheide und Schamlippen: Man geht davon aus, dass bei mehr als 70% aller Frauen einmal im Leben eine Candidose im Genitalbereich auftritt. Sie äussert sich hier als diffuse Rötung der Schleimhaut oder als gelbliche Bläschen umgeben von einem rötlichen Saum, oder als Knötchen und eitrige Bläschen am Ansatz der Schamhaare. Typisch sind Juckreiz und Brennen sowie weisslicher Ausfluss, allerdings ohne auffälligen Geruch. Ein Aufsteigen der Infektion in die Gebärmutter ist nicht zu befürchten.
    • Eichel und Vorhaut: entzündliche Rötung mit weisslichen Belägen sofern diese nicht abgerieben sind; die Harnröhrenmündung ist vielfach mit betroffen, der Penisschaft hingegen nur selten. Jucken und Brennen, evtl. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
  • Systemische Candida-Infektionen: Sie erregen immer Verdacht auf eine anderweitige schwere Erkrankung. Bei allgemein geschwächter Immunabwehr kann von einem Soorbefall der Haut oder Schleimhaut (vor allem vom Darm) eine Sepsis ausgehen und zu Lungen- oder Hirnhautentzündung, Schädigung von Nieren, Leber, Herz usw. führen. Die Sterblichkeit ist unter diesen Umständen hoch.

Pityriasis versicolor

Diese Hauterkrankung wird verursacht durch den Hefepilz Malassezia. Charakteristisch sind hell- bis dunkelbraune, gelegentlich gerötete Flecken am Rumpf und dort in Körperbereichen mit vielen Talgdrüsen. Die Flecken haben anfangs einen Durchmesser von 0,3 bis 1 cm, neigen später aber dazu ineinanderzufliessen. Typisch ist eine feine, kleieartige Schuppung, wovon der Name Pityriasis kommt (griech. πίτυρα, pityra die Kleie). Manchmal – vor allem infolge UV-Bestrahlung – ändern die Flecken ihre Farbe (daher das Adjektiv „versicolor“), werden weisslich und schuppen nicht mehr. Es kann mehrere Monate dauern, bis die Flecken wieder eine normale Hautfarbe annehmen. Juckreiz tritt praktisch nur in Zusammenhang mit Schwitzen auf.

Erkrankung durch Cryptococcus neoformans

Der Erreger wird mit Staub eingeatmet und verursacht bisweilen eine Lungenentzündung, die jedoch in der Regel komplikationslos verläuft und von selbst heilt. Bei geschwächter Immunabwehr sind hingegen chronische sowie akute, schwere Erkrankungen möglich, allenfalls sogar eine Ausbreitung der Infektion auf Leber, Nieren, Knochen und Haut sowie eine gefährliche Hirnhautentzündung.

Schimmelpilzkrankheiten

In feuchten Wohnungen sind Schimmelpilze, insbesondere Aspergillen, Ursache von Bronchialasthma, vereinzelt von Bronchitis oder Pneumonie. Sonst kommen diese Mykosen nur bei Menschen vor, die bereits durch andere schwere Erkrankungen geschwächt sind. Dann sind gefährliche Lungenentzündungen oder Sepsis möglich. Die seltenen Hautinfektionen durch Schimmelpilze können zu Geschwüren, Ausschlägen und sogar zu Geschwülsten führen.

Systemische Mykosen durch biphasische Pilze

Wichtige Vertreter sind die Histoplasmen, die auch in Europa sporadisch vorkommen. In den USA ist die Histoplasmose die häufigste endemische Mykose innerer Organe. Die Pilze dringen in die Lunge ein und rufen dort eine Entzündung hervor, die aber meist von selbst heilt. Gelegentlich breitet sich die Infektion jedoch auf andere Organe aus und nimmt dann einen langwierigen, oft komplizierten Verlauf. Die Krankheitserreger können ausserdem im menschlichen Körper verbleiben, später reaktiviert werden und schwere Schädigungen verursachen. Auch Infektionen mit anderen biphasischen Pilzen verlaufen ähnlich. Insgesamt gleicht das Krankheitsbild jenem der Tuberkulose mit entsprechendem Risiko für Komplikationen.

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

  • In Schwimmbädern und in der Sauna grundsätzlich Schuhe tragen; Handtuch unterlegen, wenn man sich hinlegt. Desinfektionsduschen für Füsse vor und nach dem Besuch benutzen. Füsse sorgfältig abtrocknen, auch zwischen den Zehen. Nach längerem Aufenthalt im Wasser ist die Haut aufgeweicht und empfänglich für Infektionen.
  • Socken und Stümpfe regelmässig heiss waschen, allenfalls desinfizieren, um wiederholtem Fusspilz vorzubeugen.
  • Gegen Mundsoor: gegebenenfalls Verbesserung der Mund- und Zahnhygiene. 
  • Einengende Schuhe und enge Kleidung meiden, sie fördern das Entstehen von Fusspilz bzw. Haut- oder Schleimhautpilz. Auf Kunststoff-Textilien verzichten und z.B. Baumwollkleidung tragen, wenn eine Veranlagung zu Pilzerkrankungen besteht.
  • Keine übertriebene Hygiene im Intimbereich (keine Sprays, aggressive Seife, Desinfektionsmittel); die physiologische Keimbesiedelung wird dadurch geschädigt und eine Pilzinfektion begünstigt.
  • Pityriasis versicolor: regelmässiges Duschen mit Syndets (synthetischen Detergentien), luftdurchlässige Kleidung tragen, auf Kunstfasern verzichten
  • Patienten mit Abwehr- oder Immunschwäche: eine Exposition gegenüber Pilzen soweit möglich vermeiden, z.B. den Kontakt mit Haustieren.
  • Die Selbstbehandlung mit frei erhältlichen „Antipilzmitteln“ wird nicht empfohlen, sie führt erfahrungsgemäss nicht zum Ziel, besonders nicht bei Fuss- und Nagelpilz.

Wann braucht es den Arzt

Bei Verdacht auf eine Pilzinfektion sollte immer ein Arzt konsultiert werden. Die Infektion innerer Organe stellt eine Gefahr dar für einen stark geschwächten Organismus.

Diagnose

Je nach Krankheit werden unterschiedliche Materialien untersucht: Hautschuppen, Teile eines Nagels oder Haare und bei Befall innerer Organe ausgehusteter Schleim, Blut oder Serum (Blutflüssigkeit), Urin, Liquor (Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit). Der Nachweis erfolgt durch Mikroskopieren, Anzucht der Pilze in Kulturen, und durch verschiedene Testmethoden (immunologisch, molekularbiologisch).

Therapie

  • Es gibt wirksame Medikamente (Antimykotika) zur lokalen Anwendung (Puder, Lösungen, auch Desinfektionsmittel, Salben, Vaginalzäpfchen) und in Tablettenform. Alle müssen regelmässig und ausreichend lange angewendet werden, um Rückfälle zu vermeiden. Wenn die Haut schon geheilt ist, sollte man noch mindestens zwei Wochen weiterbehandeln, um versteckte Pilzsporen abzutöten – bei Nagelpilz dauert es noch länger und manchmal lässt sich das Entfernen eines erkrankten Nagels nicht umgehen. Für die lokale Behandlung wird gelegentlich ein spezieller Wundverband verwendet, sog. Okklusivverband, vor allem bei hartnäckigem, tiefer greifendem Befall der Haut.
  • Bei einer Mykose im Genitalbereich ist die gleichzeitige Therapie der Partnerin oder des Partners entscheidend.
  • Eine Soorerkrankung der Scheide gegen Ende der Schwangerschaft ist immer behandlungsbedürftig wegen der Gefahr schwerer Candidainfektionen beim Neugeborenen.
  • Eine allfällige Grundkrankheit (z.B. Diabetes mellitus) muss mit behandelt werden.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 12.05.2016

 
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