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Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) umfasst eine Reihe von körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen, die sich in der 2. Zyklushälfte – nach dem Eisprung – in leichterer oder schwerer Form bemerkbar machen. Typischerweise verschwinden die Beschwerden mit dem Einsetzen der Regelblutung oder wenige Stunden danach von selbst wieder. Demgegenüber werden Menstruationsbeschwerden überwiegend oder ausschliesslich während der Monatsblutung bemerkt.

In der Zeit nach dem Follikelsprung (Eisprung) produzieren die Eierstöcke andere Hormone als in der 1. Hälfte des Zyklus. Sie werden auch „Schwangerschaftshormone“ genannt. Unter der veränderten Hormonkonstellation sind die Voraussetzungen für das PMS gegeben, während es allmählich auf die Regelblutung zugeht.

Der Begriff Zyklusstörungen bezieht sich nicht auf das PMS, sondern auf Häufigkeit, Dauer und Stärke der Regelblutung, er wird in einem separaten Text erklärt. Dort finden sich auch Angaben zu Dysmenorrhoe, das sind schmerzhafte Koliken anlässlich der Blutung.

Ursachen

  • Das regelmässige Auftreten von seelischen und körperlichen Störungen in der 2. Zyklushälfte und ihr Abklingen zu Beginn der Blutung weisen darauf hin, dass die Sexualhormone sicher ein Faktor sind. Es kann jedoch nicht der einzige sein, denn sonst müsste jede Frau unter ähnlichen Beschwerden leiden. Tatsächlich sind etwa ein Drittel aller Frauen betroffen.
  • Psychische Faktoren sind mit am PMS beteiligt, eine Erkenntnis, zu der die Neuropsychologie in den letzten Jahren beigetragen hat. Die hormonalen Umstellungen nach dem Follikelsprung wirken sich auf den ganzen Körper und damit auch auf das Gehirn aus. Werden sie hier neutralisiert, bleibt die Frau psychisch ausgeglichen. Gelingt das Ausbalancieren der unterschiedlichen Hormonbelastungen nicht, dann sind Schwankungen in der Stimmungslage, Depression, Müdigkeit und Leistungseinbusse mögliche Folgen. Ungelöste Probleme akzentuieren sich, z.B. hinsichtlich partnerschaftlicher Beziehungen, unerfülltem Kinderwunsch, beruflichem Frust.
  • Gehäuftes Vorkommen in Familien weist auf einen genetischen Faktor hin, der das Auftreten eines PMS begünstigt. 
  • Organische Ursachen sind dem gegenüber seltener. Endometriose, Myome, Probleme durch eine „Spirale“ oder Gebärmuttermissbildungen erzeugen zyklusabhängige Beschwerden, die sich dann überwiegend lokal, im Unterbauch, abspielen. Ferner scheint ein Zusammenhang zu bestehen zwischen Übergewicht und dem PMS:

Symptome

  • Schmerzen im Unterleib, die vielfach in den Rücken ausstrahlen.
  • Flüssigkeitseinlagerungen im Körper: Gewichtszunahme, Spannung und Schmerz in den Brüsten, geschwollenes Gesicht, geschwollene Beine und Gelenke.
  • Hautveränderungen und Allergien können sich vorübergehend verschlimmern.
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Hitzewallungen, Herzrasen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. 
  • Stimmungsschwankungen wie Reizbarkeit, Nervosität, Depression, Ängstlichkeit, Interesseverlust.
  • Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Übelkeit, Verdauungsbeschwerden; oder das Gegenteil: Heisshunger, Lust auf bestimmte Speisen und Nahrungsmittel, besonders Süssigkeiten.

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

Weil die Ursachen meist mehrschichtig oder nicht beeinflussbar sind, geht es hauptsächlich darum, die Symptome zu lindern.

  • Bei Bauchschmerzen: Wärmeflasche oder warme Kartoffelwickel auf Unterbauch und untere Rückenpartie legen.
  • Spannungsgefühl in den Brüsten: kühlende Umschläge, z.B. mit Quark.
  • Ausgewogene Ernährung mit viel Früchten und Gemüse, um dem Körper ausreichend Vitamine und Mineralien zu geben. Vitamin E-Präparate sollen psychische Beschwerden bessern, wenn sie über längere Zeit hinweg eingenommen werden.
    Einige Lebensmittel wie Reis, Gurken, Spargel, Petersilie und Hagebuttentee wirken Wassereinlagerungen entgegen, desgleichen der zurückhaltende Konsum von Salz und stark gesalzenen Nahrungsmitteln wie Gepökeltes.
    Den Genuss von zuckerhaltigen Speisen und Getränken reduzieren. 
  • Sich soweit möglich körperlich schonen, abwechselnd mit regelmässiger körperlicher Aktivität. Entspannungsübungen wie autogenes Training, Yoga, Entspannungsbad, Spaziergänge, Massage, Akupressur, Osteopathie.
  • Mönchspfefferpräparate: Dragées oder Tinkturen (erhältlich in der Apotheke) sind besser geeignet als Tee, da die eingenommene Wirkstoffmenge konstanter gehalten werden kann. Es ist empfehlenswert, über die Einnahme mit dem Arzt zu reden, denn pflanzliche Heilmittel haben neben den erwünschten mitunter auch unerwünschte Wirkungen. Denkbar sind zudem Interaktionen (Veränderungen der Wirkung) bei der zusätzlichen Einnahme von einigen Medikamenten.
  • Leichte bis mittelstark wirkende Schmerzmittel nach Bedarf.
  • Während des Stillens sollten vorsichtshalber keine Schmerzmittel und keine Mönchspfefferpräparate eingenommen werden.

Wann braucht es den Arzt

Der Arzt sollte auf jeden Fall konsultiert werden, wenn Beschwerden stetig zunehmen.

Der Nutzen von Antikonzeptiva („Pille“) wird kontrovers beurteilt; sie scheinen vor allem gegen die psychische Komponente des PMS wirksam zu sein. Immerhin lassen sich bei manchen Frauen starke Beeinträchtigungen mildern oder beheben.

Hormone und Medikamente gegen Depressionen (Antidepressiva) sind rezeptpflichtig. Spannungsgefühl in den Brüsten kann bisweilen durch Einreiben eines hormonhaltigen Gels reduziert werden.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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