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Prellung, Quetschung, Rissquetschwunde

Prellungen und Quetschungen (Kontusionen) entstehen durch stumpf von aussen einwirkende Gewalt wie Stoss, Schlag, Sturz, Aufprall oder Einklemmung. Diese Unfallmechanismen liegen zahlreichen Verletzungen in Alltag, Beruf und Freizeit zu Grunde, und wegen ihrer exponierten Lage sind meist Hände, Arme und Beine betroffen. Nach solchen Unfällen weist die Haut zwar Verletzungsspuren auf, jedoch keine offene Wunde. Wenn die Haut am Ort der Einwirkung aufgeplatzt oder zerrissen ist, dann blutet es nach aussen und es besteht eine Rissquetschwunde (RQW).

Schmerzen und weitere Symptome entstehen durch Schädigung der Haut und der darunter liegenden Organe wie Muskulatur, Nerven, Blutgefässe. In der Mehrzahl handelt es sich um eher harmlose Ereignisse, doch kann ein massiver Aufprall von Kopf oder Rumpf gefährliche Verletzungen an Gehirn oder inneren Organen zur Folge haben.

Symptome und Verletzungsmuster

Auch eine alltägliche Verletzung der Körperoberfläche kann sehr schmerzhaft sein. An der Haut zeigen sich Prellmarken und Schürfungen. Schwellungen der gequetschten Stelle entstehen durch den Austritt von Blut und Lymphe ins Gewebe, ein Bluterguss (Hämatom) schimmert bläulich durch.

Weitere Symptome hängen vom Ort der Verletzung ab. So kann bei einem Bluterguss im Gesicht der Augenbereich so anschwellen, dass das aktive Öffnen des Auges unmöglich ist. Bei einem Bluterguss an Arm oder Bein, speziell in Gelenknähe, oder wenn es in ein Gelenk hinein blutet, sind Bewegungen beeinträchtigt.
Eine leichte Erwärmung der Wunde kurz nach dem Unfall zeigt an, dass der Organismus die Durchblutung steigert und die Reparaturvorgänge beginnen. Davon zu unterscheiden sind später auftretende Überwärmung und Rötung, welche auf eine tiefer reichende Entzündung oder auf eine Infektion hindeuten können. Wenn aufgrund von Schwellung und erhöhtem Gewebedruck die Durchblutung gestört ist, kann es zu Komplikationen kommen wie Infektion, Absterben von Gewebe und ausgedehnte Narbenbildung.

Prellungen und Quetschungen durch hohe Rasanz (Arbeits-, Sport- und Verkehrsunfälle) erzeugen oft typische Verletzungsmuster, wobei die Haut mit verletzt sein kann:

  • Arme, Beine: einfache oder komplizierte Knochenbrüche (Frakturen); Bänderrisse an Gelenken, Thrombosen in Blutgefässen und ausgedehnte Blutergüsse, Ausfallserscheinungen von Nerven usw.
  • Schädel: Schädel-Hirn-Verletzung, Fraktur, Hirnerschütterung, Hirnverletzung.
  • Bauchraum: innere Verletzungen wie Milz- oder Leberriss und andere.
  • Brustkorb: Frakturen von Rippen und Brustbein; Quetschung der Lunge, des Herzens usw.

Was man selbst tun kann

  • Leichtere und oberflächliche Prellungen und Quetschungen heilen meist problemlos. Grundsätzlich wird der verletzte Körperteil geschont und am besten sofort gekühlt (Cold Pack, Eis). Durch Kälte ziehen sich die Blutgefässe zusammen und es sickert weniger Blut in das Gewebe. Zudem lindert die Kühlung die Schmerzen.
  • Das Hochlagern des verletzten Körperteils und – wo möglich – die Kompression der verletzten Stelle mit einem Verband können weiteres Anschwellen hemmen, was den Heilungsprozess begünstigt.
  • Bei Bedarf unterstützen abschwellende und entzündungshemmende Medikamente den Genesungsvorgang.
  • Wärmeanwendungen und Massage sollten in den ersten Tagen nach dem Unfall unterbleiben, später lassen sich Arnika oder Heublumenbäder einsetzen. 
  • Nach dem Eintreten einer deutlichen Besserung kann man mit aktiver Bewegung beginnen. 
  • Rissquetschwunden sind infektionsgefährdet, werden deshalb steril verbunden und im Zweifelsfall dem Arzt gezeigt.
  • Weitere Informationen und Hausmittel enthält das Buch „Hausmittel sinnvoll einsetzen“ (ISBN 978-3-033-01334-6), das hier bestellt werden kann. (145 Seiten).

Wann braucht es den Arzt

Eine Arztkonsultation ist angezeigt:

  • Wenn die Schmerzen trotz Erstmassnahmen stärker werden, wenn sich die Wunde zunehmend rötet und wenn sie stark überwärmt ist.
  • Bei verschmutzten Rissquetschwunden, die immer infektionsgefährdet sind.
  • Bei heftigen Prellungen an heiklen Stellen (Gesicht, Gelenke usw.).
  • Bei sehr grossem Bluterguss und bei intensivem Spannungsgefühl sowie Schmerzen im Bereich der Verletzung.
  • Wenn die letzte Starrkrampfimpfung fünf oder mehr Jahre zurückliegt, ist bei Rissquetschwunden eine Auffrischung der Tetanusimpfung nötig.
  • Nach einer Kopfprellung: bei anhaltend starken Kopfschmerzen (während Tagen oder Wochen), oder wenn eine Bewusstseinstrübung auftritt, was auch noch Stunden oder Tage nach dem Unfall geschehen kann.
  • Wenn Funktionsausfälle bemerkt werden wie fehlender Puls, blasse Haut, Gefühlsstörungen, Lähmungen usw.

Wiederholte Blutergüsse

Treten immer wieder neue Blutergüsse an mehreren Stellen gleichzeitig oder kurz nacheinander auf, könnte eine abklärungsbedürftige Blutgerinnungsstörung vorliegen. Medikamente zur „Blutverdünnung“ (Antikoagulantien) bewirken gleichfalls eine erhöhte Blutungsbereitschaft.

Vorbeugen

  • Haushalt: Auf Finger, Arme, Kopf und Füsse achten und risikoreiche Manöver wie ungesichertes Aufstellen einer Leiter und das Verwenden von ungeeigneten oder beschädigten Geräten unterlassen. Rutschsichere Unterlagen verwenden. Nicht zu viel am gleichen Tag oder auf einmal machen wollen (zum Beispiel den Frühlingsputz in Etappen erledigen).
  • Beruf: Beim Ausüben risikobehafteter Tätigkeit die Richtlinien der SUVA befolgen.
  • Sport: stufengerecht trainieren, optimale, regelmässig gewartete Ausrüstung und wenn möglich Schutzkleidung tragen.
    Übungen zum Aufwärmen und zur Erholung machen; nicht über die Ermüdungsgrenze hinausgehen; geeignetes Terrain wählen; kein Sport während einer akuten Infektionskrankheit.
  • Erstmaliges intensives Training: Für ältere Menschen und chronisch Kranke, Patienten mit Herz-Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten ist zu Beginn eine medizinische Untersuchung und Beratung empfehlenswert.

Weiterführende Informationen, Adressen

Suva Hauptsitz
Fluhmattstrasse 1
6002 Luzern
Tel:
0848 830 830 oder
041 419 51 11

Fax:
0848 830 831 oder
041 419 58 28

www.suva.ch
Hier sind die Adressen der Agenturen in der näheren Umgebung des eigenen Wohnsitzes verfügbar

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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