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Psychose und Neurose

Psychosen und Neurosen sind Begriffe aus dem Gebiet der Psychiatrie. Beiden gemeinsam ist ein Denken und Verhalten, das vom „als normal empfundenen“ abweicht.

Es ist grundsätzlich schwierig, die Grenze zwischen (noch) gesundem und bereits krankhaftem Verhalten und Denken zu ziehen. Auch die Grenze zwischen Psychose und Neurose ist nicht immer eindeutig definierbar, manche Charakteristika kommen bei beiden vor.

Psychose

Eine Psychose ist charakterisiert durch Persönlichkeitsveränderungen, Denkstörungen oder Fehleinschätzung der Realität (Wahnideen, Halluzinationen). Die Verhaltensweisen von Betroffenen scheinen einer fremden Welt zu entstammen und sind deshalb für Aussenstehende unverständlich oder nicht nachvollziehbar. Die Patienten empfinden jedoch oft nicht sich selbst, sondern ihr Umfeld als verändert. Insbesondere im akuten Stadium der Erkrankung sind sie nicht in der Lage, ihren Zustand zu erkennen; es fehlt die Krankheitseinsicht. Typisch ist ferner ein Zuviel oder Zuwenig an psychischer Aktivität, also einerseits Erregungszustände und andererseits Rückzug aus zwischenmenschlichen Beziehungen. Übliche Lebensanforderungen können meist nicht bewältigt werden.

Unterschieden wird zwischen endogenen und exogenen Psychosen.

Endogene Psychosen

Diese lassen sich nicht eindeutig auf organisch bedingte Funktionsstörungen zurückführen. Sie treten auf im Rahmen einer Schizophrenie, einer bipolaren (manisch-depressiven) Störung, einer Depression oder einer Borderline-Störung.

Exogene Psychosen

Sie haben nachweisbare körperliche Ursachen. Oft werden sie deshalb auch als organische Psychosen bezeichnet; bisweilen sind sie reversibel (heilbar). Mögliche Ursachen sind Schädel-Hirn-Trauma, Epilepsie, Erkrankung von Hirngefässen, Alkoholismus oder Missbrauch anderer Substanzen oder Drogen (auch Cannabis) und Alzheimer-Krankheit. Bekannt ist ausserdem das Auftreten einer vorübergehenden exogenen Psychose während des Wochenbetts.

Neurose

Sie lässt sich nicht auf eine Erkrankung des Nervensystems zurückführen. Charakteristisch sind länger andauernde, manchmal den Patienten selbst und die Umgebung belastende psychische Einstellung sowie Denk-, Empfindungs- oder Verhaltensweisen. Ursachen einer Neurose sind ungenügend oder schlecht verarbeitete, seelische Konflikte. Einige haben ihre Wurzeln in der Kindheit, andere entstehen aus Erlebnissen im Verlaufe des späteren Lebens.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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