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Speiseröhrenkrebs

Fachbegriff: Oesophaguskarzinom

Speiseröhrenkrebs ist eine seltene Erkrankung. In der Schweiz erkranken pro Jahr etwa 500 Personen neu an dieser Erkrankung. Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen. Die meisten betroffenen Personen sind beim Zeitpunkt der Diagnose über 50 Jahre alt.

Das Ösophaguskarzinom führt im fortgeschrittenen Stadium zur Einengung der Speiseröhre, was sich durch Schluckschwierigkeiten zuerst bei fester und später auch bei flüssiger Nahrung, durch Schmerzen beim Schlucken, Aufstossen oder Heiserkeit bemerkbar machen kann.

Die Prognose der Krankheit ist insgesamt ungünstig und hängt auch vom Zeitfaktor, also vom Stadium ab, in dem der Krebs entdeckt wurde – wie das auch für andere Krebskrankheiten gilt.

Begriffserklärungen

Ösophagus:

Speiseröhre. Griechisch: οισοφάγος (oisofàgos), die Speiseröhre.

Karzinom:

bösartige Geschwulst.

Kurative Behandlung:

Jede Behandlung, welche darauf abzielt, eine definitive Heilung herbeizuführen. Ob eine Operation, z.B. bei Krebs wirklich kurativ war, kann erst im Nachhinein – nach einigen Jahren – festgestellt werden, wenn der Krebs nicht weiter- bzw. erneut gewachsen ist. Adjektiv: kurativ.

Palliative Therapie:

Behandlung von Symptomen zur Verbesserung der Lebensqualität bei fortgeschrittener Krankheit und begrenzter Lebenserwartung. Solche Symptome können sein: Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Atemnot, psychische Belastung.

Regurgitation:

Heraufwürgen von Nahrung, die in der Speiseröhre „hängen geblieben“ ist und nicht in den Magen gelangen konnte.

Stent:

Gittergerüst in Form eines Röhrchens, das in ein Hohlorgan eingebracht wird, meist nachdem eine verengte Stelle ausgeweitet und wieder durchgängig gemacht wurde. Am weitesten verbreitet sind Stents in der Behandlung von verengten Blutgefässen. Auch für die Speiseröhre gibt es Stents. Ihr Einsatz im Oesophagus ist immer palliativer Art.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen der Krebsentstehung sind nicht bekannt. Ein begünstigender Faktor ist die chronische Entzündung der Speiseröhre; dazu führen:

  • Hochprozentiger Alkohol
  • Teersubstanzen aus Raucherwaren
  • Wiederholter Kontakt mit Magensäure (Refluxkrankheit)
  • Gewohnheitsmässige Einnahme sehr heisser oder übermässig scharf gewürzter Nahrung
  • Verätzung der Speiseröhre mit Laugen oder Säuren
  • Vitamin- und Eisenmangel
  • Giftstoffe in der Nahrung (Nitrosamine, Aflatoxine)

Das Krankheitsbild

Eindeutige Symptome treten auf, wenn das Karzinom die Speiseröhre einengt und dadurch die Passage von Nahrung verzögert oder verunmöglicht. Die Speiseröhre ist ein sehr elastisches und gut dehnbares Organ, weshalb die Passagebehinderung erst in einem fortgeschrittenen Stadium bemerkt wird, nämlich wenn die Weite der Speiseröhre auf die Hälfte oder noch weniger eingeschränkt ist.

  • Hauptsymptom sind Schluckbeschwerden: Mit der Zeit lassen sich grössere Nahrungsbrocken nur noch mit Mühe hinunterschlucken, während breiige und flüssige Speisen die enge Stelle zunächst noch problemlos passieren. Schliesslich bleiben feste Nahrungsbestandteile oberhalb der Geschwulst stecken und werden beim nächsten Schluckakt wieder nach oben gewürgt, ohne dass sie im Magen angelangt waren. Diesen Vorgang nennt man Regurgitieren.
  • Gewichtsverlust: Ungenügende Nahrungsaufnahme verursacht Mangelernährung, dadurch Gewichtsverlust und Anämie (Blutarmut).
  • Druckgefühl hinter dem Brustbein durch Rückstau von Nahrungsmitteln und Speichel, der wiederholt ausgespuckt werden muss. Übermässiger Speichelfluss kann ein Frühsymptom sein.
  • Weitere Symptome: Bluterbrechen oder -spucken, Fremdkörpergefühl, Schmerz im Brustkorb, vor allem beim Schlucken, Husten, Heiserkeit (durch Lähmung des Stimmbandnervs), Pleuraerguss („Wasser auf der Lunge“), wiederholte Lungenentzündungen, sichtbare Lymphknotenmetastasen seitlich am Hals und in der Schlüsselbeinregion.
  • Der Tod erfolgt unter allgemeinem Kräfteverfall, Anämie und Abwehrschwäche, schliesslich an Blutungen in den Brustkorb und Multiorganversagen.

Aber, nicht jeder Schluckstörung liegt ein Karzinom zugrunde. Zur Behinderung des Schluckakts, Regurgitieren und gehäuftem Verschlucken können auch führen:

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

Das Reduzieren von Risikofaktoren ist das Einzige, was sich zum Vermeiden von Speiseröhrenkrebs vorkehren lässt – siehe oben unter „Risikofaktoren“.

Wann braucht es den Arzt

Schluckstörungen erfordern eine Abklärung durch den Arzt.

Diagnose

Die diagnostische Schlüsseluntersuchung besteht im Spiegeln der Speiseröhre (Oesophagoskopie) mit gleichzeitiger Gewebsentnahme zur mikroskopischen Untersuchung. Eine Übersicht bringt das Röntgenbild nach Kontrastmitteleinnahme.

Abklären der Operationsmöglichkeit: Nach der Diagnose stellt sich die Frage, ob die Geschwulst mit einer gewissen Erfolgswahrscheinlichkeit entfernt werden kann. Dies hängt vom Ort des Karzinoms ab, sodann von der lokalen Ausdehnung (auch zur Tiefe hin) und davon, ob schon Metastasen vorliegen. Der Abklärung dienen die Ultraschalluntersuchung mittels einer in die Speiseröhre eingeführten Sonde (Endosonographie), ferner die Computer-Tomographie (CT) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET), allenfalls Magnetresonanz-Tomographie (MRT).

Therapie

Aussicht auf Heilung bietet nur eine Operation im Frühstadium. Ergänzend und bei fehlender Chance für dauerhafte Heilung durch eine Operation kommen Bestrahlung oder Chemotherapie in Frage.

Die Operation: Die Operation besteht im Entfernen des tumorbefallenen Teils der Speiseröhre. Das entfernet Stück wird anschliessend überbrückt durch hoch gezogenen Magen oder durch ein zwischengeschaltetes Darmstück. Es handelt sich um einen grossen Eingriff, der ausschliesslich mit kurativer Absicht durchzuführen ist.

Palliative Verfahren: Ziel der Behandlung ist die Verminderung des Leidensdrucks und eine Verbesserung der Lebensqualität. Insbesondere geht es darum, die Ernährung und Flüssigkeitsaufnahme weiterhin zu gewährleisten.

  • Stent: Die innere Schienung der Speiseröhre mit einem Stent wird auf jeden Fall angestrebt; zumindest Brei und Flüssigkeit können dann wieder geschluckt werden.
  • Gastrostomie: Wenn das Schlucken unmöglich ist und sich ein Stent nicht platzieren lässt, wird durch die Bauchwand eine Ernährungssonde direkt in den Magen eingeführt. Flüssignahrung deckt auf diese Weise den Kalorien- und Wasserbedarf, ohne dass Infusionen nötig sind.
  • Laserbehandlung: Laserlicht verdampft Tumormassen im Inneren der Speiseröhre, so dass die Passage wieder durchgängig wird und falls nötig ein Stent eingebracht werden kann.
  • Radiotherapie: Sie wird sowohl kombiniert mit der Operation in kurativer Absicht eingesetzt, als auch bei inoperablen Fällen. Bestrahlung erfolgt von aussen (perkutan) oder mittels Implantation („Einbringen“) radioaktiver Substanzen (Iridium 192) direkt in den Tumor.
  • Chemotherapie: Sie wird oft mit der Radiotherapie kombiniert.

Weiterführende Informationen, Adressen

  • Krebsliga Schweiz
    Effingerstrasse 40
    Postfach 8219
    3001 Bern
    Tel. 031 389 91 00
    www.krebsliga.ch

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler, Dr. med. H. Ganguillet

aktualisiert am: 18.05.2017

 
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