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Tropenkrankheiten

Dieser Begriff umfasst Infektionskrankheiten, deren Erreger vornehmlich in den Tropen und Subtropen vorkommen. Mitverantwortlich für Ausbreitung und Sterblichkeit sind die lokalen hygienischen Verhältnisse und die Lebensbedingungen. Einige der Erkrankungen traten früher auch in Europa wiederholt auf wie Cholera, Pest und Malaria.

Einleitung

Auf folgende Stichworte wird verwiesen:

Wann braucht es den Arzt

Vor der Reis

Mindestens sechs Wochen vor einer Tropenreise sollte man den Hausarzt oder einen Tropenspezialisten konsultieren. Dieser zeitliche Abstand zur Reise ist nötig, weil manche Impfungen nicht gleichzeitig verabreicht werden können und weil einige Impfungen mehrmals nacheinander mit einem zeitlichen Zwischenraum erfolgen müssen. Daneben sind folgende Fragen zu besprechen:

  • Besteht physische (körperliche) Tropentauglichkeit? (s. unten).
  • Sind Impfungen nötig – wenn ja, welche? Wie wirksam sind sie? Welche zusätzlichen vorbeugenden Massnahmen sind empfohlen? Der Arzt wird zuvor nach Krankheiten und persönlichen Gegebenheiten fragen, um das Risiko von Impfkomplikationen einschätzen zu können.
  • Braucht es Malariaschutz und in welcher Form?
  • Zusammenstellen einer Reiseapotheke.
  • Gibt es spezielle Anforderungen im Hinblick auf das Reiseziel?

Während oder nach der Reise

Fieberhafte Erkrankungen, Durchfall, Hautausschlag oder andere Auffälligkeiten an der Haut anlässlich eines Tropenaufenthalts sind Grund für eine fachärztliche Untersuchung. Insbesondere wenn die Rückreise unmittelbar nach der Ansteckung erfolgte, wird eine Tropenkrankheit erst in Europa ausbrechen. An diese Möglichkeit sollte man denken und den Arzt über die Reiseroute informieren.

Vorbeugen

Tropenkrankheiten lassen sich durch Expositionsprophylaxe (Verhindern von direktem oder indirektem Kontakt) vermeiden und gegen manche gibt es Impfungen Entsprechende Hinweise gibt der Arzt, viele Angaben finden sich auch bei den erwähnten Krankheiten (s. Links, oben).

Allgemeine Vorsichtsmassnahmen in den Tropen

Bei uns vorkommende Krankheiten sind auch in fremden Ländern möglich. Entsprechende Vorsichtsmassnahmen gelten daher auch auf Auslandreisen. Beispiele für solche Erkrankungen sind: Hepatitis B, C und D, Geschlechtskrankheiten, AIDS, Diphtherie, Tetanus, Zeckenbiss, verschiedene Durchfallerkrankungen.

  • Gemüse und Obst, das sich nicht schälen lässt, vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser waschen; auf Salat besser verzichten.
  • Kein Wasser trinken, das nicht zumindest abgekocht ist. Besser Mineralwasser verwenden, auch um die Zähne zu putzen. Keine Eiswürfel in Getränke geben; auf offen angebotenes Speiseeis und Gerichte mit Mayonnaise, ähnlichen Sossen sowie auf Rahm usw. verzichten.
  • Kein ungeschützter Geschlechtsverkehr.
  • Mückenschutz: Insekten abweisende Hautcremes (Repellentien), Moskitonetz, langärmlige Kleidung und lange Hosen.
  • Sonnenschutz: geeignete Kleidung (auch Kopfbedeckung und Sonnenbrille) sowie Cremes mit ausreichendem UV-Schutzfaktor.
  • Passende Garderobe für klimatisierte Räume und für eiskalte Tropennächte.
  • Zweckmässige Schuhe zum Schutz vor Dornen, Schlangen und anderen Tieren.
  • In Regionen, wo Bilharziose vorkommt nicht in Gewässern baden (Ausnahme: Meer) und auch nicht in Schwimmbädern, wenn das Wasser nicht chloriert ist.

Tropentauglichkeit

Es geht darum, besondere Risiken zu erkennen und zu berücksichtigen. Gegebenenfalls ist abzuwägen, ob besser auf eine Tropenreise verzichtet werden sollte.

  • Vorbestehende Krankheiten wie Diabetes mellitus und andere Stoffwechselerkrankungen, Herz-Kreislauf-, Lungen- und chronische Krankheiten im Allgemeinen. Sie erfordern eine besonders sorgfältige Abklärung und Beratung durch den Arzt.
  • Alter
    • Säuglinge grundsätzlich nicht auf Tropenreisen mitnehmen, Kleinkinder keinesfalls, wenn man sich in Gebiete entfernt von Touristenzentrenten begeben möchte. Kleinkinder und Kinder sind nur „tropentauglich“, wenn die nötigen Impfungen gegeben werden konnten. Dabei ist zu beachten, dass manche Impfungen mehrmals mit zeitlichen Abständen von mehreren Wochen bis Monaten verabreicht werden müssen, damit ein möglichst kompletter Schutz erreicht wird.
    • Ältere Menschen (über 50 bis 60 Jahre): Allgemein gilt es zu bedenken, dass die Infektabwehr älterer Menschen reduziert ist. Bei bereits bestehenden Krankheiten, die einer regelmässigen Therapie bedürfen, ist darauf zu achten, dass die Medikamente für die Reisezeit ausreichen. Auch ist eine ärztliche Abklärung nötig, ob allenfalls Änderungen der Verordnung nötig sind (Dosis, Anwendungsform usw.).
  • Schwangere
    • Gewisse Impfungen und Medikamente in der Frühschwangerschaft sind mit einer Gefahr für das ungeborene Kind behaftet. Vergleichbares gilt, wenn die werdende Mutter schwer erkrankt, z.B. bei grossem Flüssigkeitsverlust (starker Durchfall, hohes Fieber und Hitze) oder wenn es sich um Krankheitserreger handelt, die auf das Kind übergehen können.
    • Während der Schwangerschaft ist das Risiko für Thrombosen erhöht, dazu kommt die erhöhte Gefahr solcher Ereignisse bei langen Flug- und Autoreisen.

Weiterführende Informationen, Adressen

  • OSIR Ostschweizer Infostelle für Reisemedizin
    Weidstrasse 17 a
    9300 Wittenbach
    Tel. 071 / 288 32 55
    www.osir.ch

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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