0844 277 277 Mo-Fr 8-18 Uhr
CSS Versicherung
Zur Übersicht
medicine 2.0

Warzen und spitze Kondylome

Warzen sind häufig vorkommende gutartige Hautwucherungen mit unebener, manchmal zerklüfteter Oberfläche. Je nach Aussehen und Lokalisation unterscheidet man verschiedene Arten. Hauptursache von Warzen sind Viren, die praktisch überall vorkommen, die sog. humanen Papillomaviren (HPV). Eine Ausnahme stellen die Alterswarzen dar.

Harmlose Warzen treten oft an Fingern, Ellbogen, Knien, an den Füssen, im Gesicht oder an der Kopfhaut auf. Problematischer sind Haut- und Schleimhautwarzen des Genitalbereichs, denn es gibt starke Verdachtsmomente, dass sie im Zusammenhang mit gynäkologischen Krebskrankheiten stehen.

Ursachen und Risikofaktoren

Gemeine (gewöhnliche) Warzen und genitale Warzen sind Symptome einer Infektion; sie entsprechen einer durch verschiedene Typen des Papillomavirus (HPV) ausgelösten Haut- oder Schleimhautreaktion. Haut-Hautkontakt mit Warzen, das Berühren infizierter Gegenstände sowie kleinste Verletzungen begünstigen die Übertragung der Viren. Nicht jede Infektion führt allerdings zu Warzen; es gibt symptomlose Träger von HPV-Viren.

Die besondere Bedeutung der genitalen Warzen (Kondylome): Wegen der Häufigkeit und dem hohen Ansteckungspotential der Papillomaviren ist die Mehrheit der sexuell aktiven Bevölkerung mit HPV infiziert. Verbreitet wird das Virus demnach hauptsächlich durch jüngere Erwachsene. Genitale Warzen gehen einher mit einem erhöhten Risiko von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Das Verschwinden und Wiederauftreten ist teils vom Immunstatus (Abwehrlage) abhängig.

Alterswarzen werden dagegen nicht durch Viren hervorgerufen, sie beruhen auf dem Alterungsprozess der Haut. Die Veranlagung für ihr Entstehen ist erblich.

Infektiöse Warzen

Gemeine Warzen (Verruca vulgaris)

Das sind rundliche, verhornte Hauthöcker bis Erbsengrösse mit rauer Oberfläche, die häufig an Hand- und Fingerrücken sitzen. Sie sind gewöhnlich schmerzlos, aber kosmetisch störend. Warzen können über Jahre hinweg bestehen bleiben und sich auch vermehren, aber ebenso sind ein spontanes Verschwinden und eine narbenlose Heilung möglich.

An der Fusssohle kommt es beim Barfussgehen in Schwimmbädern und Turnhallen zur Infektion mit dem Virus. Wachsen einzelne oder mehrere Warzen durch den Druck beim Auftreten nach innen – was besonders unter dem Fussballen und an der Ferse vorkommt – wirken sie wie ein Fremdkörper und sind entsprechend schmerzhaft. In diesem besonderen Fall spricht man von Dornwarzen.

Weitere Formen von gemeinen Warzen sind die Pinselwarzen, die meist in der Augengegend und am Kinn auftreten, die Dellwarzen und die Flachwarzen. Letztere sind kleine, flache Erhebungen, hauptsächlich im Gesicht, an den Armen, den Knien und auf dem Handrücken. Meist sind Kinder oder Jugendliche betroffen.

Genitalwarzen (spitze Kondylome oder Feigwarzen)

Es handelt sich um rosafarbene bis weissliche, weiche, oft zipfelige Erhebungen an Haut- und Schleimhaut des Genitalbereichs. Spitze Kondylome kommen einzeln oder in Gruppen vor und können zu blumenkohlartigen Massen zusammenwachsen. Sie bevorzugen feuchte Lokalisationen wie Schamlippen, Scheide, Penis oder After. Daneben kann man sie im Enddarm und in der Harnröhre finden.
Oft verursachen die Genitalwarzen keine Symptome, andernfalls bestehen Juckreiz, Ausfluss, Schmerzen oder Blutungen. Einzeln stehende, flache Kondylome sind häufig schwer zu erkennen.
Spontanes Verschwinden kommt auch bei dieser Art von Warzen vor, doch kann das Papillomavirus latent im Körper verbleiben, wie wir das vom Herpesvirus kennen. Rezidive (Rückfälle) der Krankheit sind deshalb auch ohne Neuansteckung möglich.

Papillomaviren und Krebs

In verschiedenen bösartigen Hauttumoren lassen sich Papillomaviren (HPV) nachweisen. Ob diese Viren auch in jedem Fall der Grund für das Entstehen der Tumore sind, ist nicht abschliessend geklärt. Beispiele von Tumoren, in denen Papillomaviren gefunden wurden sind: Gebärmutterhals- und Vulvakrebs (Krebs an den Schamlippen), Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) sowie Kehlkopfkrebs. Der Krebs des Gebärmutterhalses (Zervixkarzinom) ist praktisch zu 100% mit dem Vorhandensein von Papillomaviren verbunden.

Bei Frauen sind regelmässige gynäkologische Kontrollen („Abstrich“) zur Früherkennung eines Zervixkarzinom dringend empfohlen – auch nach Abheilen allfälliger Genitalwarzen.

Nicht-infektiöse Warzen: Alterswarze (Verruca senilis)

Die so genannten Alterswarzen treten ab dem 40. Lebensjahr in Erscheinung. Es handelt sich um flache, leicht vorstehende, braune bis schwärzliche, oberflächlich zerklüftete Flecken, die oft in grosser Zahl überwiegend an der oberen Körperhälfte vorkommen. Selten besteht Juckreiz. Alterswarzen können kosmetisch stören, sie sind jedoch harmlos, obwohl sie einem Melanom ähnlich sehen.

Was man selbst tun kann

Viele Warzen verschwinden von alleine. Die Behandlung kann man zunächst selbst mit in der Apotheke erhältlichen Salizylsäurepflastern oder Tinkturen versuchen – mit Ausnahme von Genitalwarzen. Bei hartnäckigem Befall an Händen und Füssen unterstützen Wechselbäder möglicherweise den Behandlungserfolg, indem sie die Durchblutung verbessern.

Nicht empfehlenswert ist es hingegen, Warzen abzuschneiden oder abzukratzen. Es besteht das Risiko von Blutungen und Infektionen sowie des Verschleppens von Viren auf andere Körperstellen.

Wann braucht es den Arzt

Wenn auch ein Grossteil der Warzen selbst behandelt wird, gibt es doch Gründe für einen Arztbesuch:

  • Warzen im Genitalbereich (Kondylome).
  • Grössere oder stark störende gewöhnliche Hautwarzen, kosmetische Gründe.
  • Schmerz (Dornwarze).

Wenn alle konservativen Massnahmen (Tinkturen, Salben, Pflaster) nicht zum Erfolg geführt haben, lassen sich Warzen durch verschiedene oberflächliche Eingriffe entfernen, wozu die Elektrokoagulation („Verkochen“), Vereisung und Laserbehandlung gehören. Rezidive nach einer lokalen Behandlung sind allerdings möglich, wenn Viren latent (versteckt) im Körper verbleiben.

Vorbeugen

  • Vor Dornwarzen (Fusssohlenwarzen) – ebenso wie vor Fusspilz – schützen die in Schwimmbädern angebotenen Desinfektionslösungen.
  • Gegen jene Typen von Papillomaviren, die bekanntermassen am häufigsten genitale Warzen oder Gebärmutterhalskrebs verursachen (insbesondere die „Risikotypen“ 6 und 11, 16 und 18), existiert eine Impfung. Der optimale Schutz wird dann erreicht, wenn die Frau nicht bereits vorher infiziert wurde. Das BAG empfiehlt aus diesem Grund die Impfung aller Mädchen im Alter von 11 bis 14 Jahren, in jedem Fall vor der Aufnahme sexueller Kontakte. Impfnebenwirkungen sind selten und beschränken sich in aller Regel auf lokale Reaktionen an der Injektionsstelle. Für die volle Wirkung müssen innerhalb von 6 Monaten für Mädchen unter 15 Jahren zwei Impfdosen und für Mädchen über 15 Jahre 3 Impfdosen verabreicht werden.
    Bis im Jahr 2017 ist die HPV-Impfung im Rahmen von kantonalen Impfprogrammen und nach Ermessen des Arztes zusätzlich auch für Frauen von15 bis 26 Jahren kostenlos.

Weiterführende Informationen und Adressen

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler, Dr. med. H. Ganguillet

aktualisiert am: 12.05.2016

 
Haftungsausschluss/Warnhinweis

Die CSS Versicherung übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Die publizierten Angaben können den fachkundigen Rat von Arzt und Apotheker in keinem Fall ersetzen.