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Wechseljahre, Klimakterium und Menopause

Dieser Lebensabschnitt ist gekennzeichnet durch unregelmässig und meist schwächer werdende Regelblutungen und schliesslich deren Ausbleiben. Die Wechseljahre dauern an bis sich der Hormonhaushalt auf einem neuen Niveau stabilisiert hat; sie beginnen überwiegend zwischen dem 45. und 50. und enden zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr. Typische Beschwerden (s. unten) müssen nicht während der ganzen Zeitspanne bestehen bleiben.

Begriffserklärungen

Nicht alle in diesem Zusammenhang verwendeten Ausdrücke werden scharf voneinander abgegrenzt, sondern teils synonym gebraucht.

Klimakterium:

ist ein Synonym für Wechseljahre und abgeleitet aus dem Griechischen.

Prämenopause:

Drei bis sechs Jahre vor der Menopause („vor“ lateinisch „prä“) nimmt die Produktion von weiblichen Hormonen (Progesteron, später Östrogene) allmählich ab. Zyklusstörungen sind ein häufiges Symptom und es beginnen erste Wechseljahrbeschwerden (s. unten).

Menopause:

Die Auslegung dieses Begriffs ist uneinheitlich, man muss gut hinhören, um zu merken, was im Einzelfall gemeint ist.

  1. Definitionsgemäss handelt es sich um den Zeitpunkt der letzten Regelblutung. Der Begriff steht somit für einen ganz bestimmten Moment im Leben einer Frau, der sich erst nachträglich definieren lässt, nämlich ein Jahr nach der letzten Blutung.
  2. Gelegentlich wird der Begriff als Synonym für Wechseljahre benutzt.
  3. Oft verwendet man das Wort auch für den Lebensabschnitt nach Aufhören der Regelblutung, also im gleichen Sinn wie die nachfolgend angeführte Postmenopause.

Postmenopause:

Das ist die Zeitspanne nach dem Sistieren des monatlichen Zyklus („nach“ lateinisch „post“). Hormonelle Veränderungen finden noch statt, während die Ausfallserscheinungen nach und nach verschwinden. Diese Lebensphase ist gewöhnlich mit dem 65. Lebensjahr abgeschlossen.

Ursache

Während der Wechseljahre gehen die Reifung von Eizellen und die Hormonbildung in den Eierstöcken allmählich zurück und hören dann gänzlich auf. Entsprechendes gilt für monatliche Blutungen und Fruchtbarkeit.

Ein verfrühtes Auftreten der Wechseljahre kann bedingt sein durch:

  • Operative Entfernung der Eierstöcke (evtl. zusammen mit der Gebärmutter).
  • Diabetes mellitus, Schilddrüsen-Unterfunktion.
  • Familiäre Veranlagung.
  • Frauen mit spät einsetzender Menstruation (Menarche) tendieren zu einer frühen Menopause.
  • Rauchen.

Symptome

Ein Teil der Frauen erlebt diesen Lebensabschnitt ohne Probleme, doch die Mehrzahl – etwa zwei Drittel – hat leichtere oder heftigere Beschwerden.

  • Psyche: Typisch sind Depressionen, schlechte Laune und Reizbarkeit, Nervosität, labile Stimmung, Antriebsarmut, Erschöpfung, Identitätskrise, „Torschlusspanik“, Ängste.
  • Körper: Hitzewallungen und damit verbundene Schweissausbrüche, Herzrasen, Schlaflosigkeit. Des Weiteren Kopfschmerzen, Schwindel, Juckreiz, Sensibilitätsstörungen (Störung der Gefühlswahrnehmung), Blasenschwäche, Harninkontinenz, evtl. unwillkürlicher Verlust von Urin, beginnende Osteoporose, Elastizitätsverlust der Haut, Bildung einer bartähnlichen Behaarung, Ödeme (Flüssigkeitsansammlung in Gewebe), Zunahme des Unterhautfettgewebes an gewissen Körperstellen und Gewichtszunahme.
  • Genitalien: Zu erwähnen ist die Unregelmässigkeit der vaginalen Blutungen, die unter dem Stichwort Zyklusstörungen beschrieben sind. Wenn es in den Wechseljahren zu Dauerblutungen kommt, ist eine ärztliche Untersuchung angezeigt, auch um einen Gebärmutterkrebs auszuschliessen oder allenfalls frühzeitig zu erkennen. Dringend gilt diese Empfehlung überdies, wenn nach der Menopause erneut eine Blutung beobachtet wird.
    Mit dem Abnehmen der Hormonproduktion bilden sich Eierstöcke, Gebärmutter, Scheide und Schamlippen sowie die Brustdrüsen zurück. Diese Rückbildungsvorgänge betreffen ebenso die Schleimhaut, die trockener, empfindlicher und infektionsanfälliger wird.
    Von den Rückbildungsvorgängen positiv beeinflusst werden Endometrioseherde und manche Myome, die nach der Menopause kleiner werden.

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

Die Wechseljahre gehören zum normalen Alterungsprozess und lassen sich nicht verhindern, doch können einige unangenehme Begleiterscheinungen gemildert werden.

  • Sportliche Betätigung kann einer Osteoporose vorbeugen oder sie hinausschieben. Bewegung und – ganz allgemein – möglichst weiterhin so aktiv zu bleiben wie früher, wirkt sich auf das körperliche und seelische Wohlbefinden günstig aus und verlangsamt gewisse Alterungsprozesse.
  • Ernährung: viel Gemüse essen, weniger Fett und Fleisch. Eine hohe Eiweissaufnahme beschleunigt den Knochenabbau, Übergewicht verschlechtert die Symptomatik, weil das Fettgewebe den Hormonhaushalt beeinflusst. Der Körper braucht jetzt besonders regelmässig Kalzium und Magnesium sowie Spurenelemente (Zink, Mangan, Selen etc.) und Vitamine, insbesondere der Gruppe B.
  • Die Haut wird in den Wechseljahren trockener, deshalb sollte sie regelmässig eingecremt werden. Ausreichend trinken und genügend Schlaf tragen gleichfalls zur Pflege der Haut bei.
  • Physikalische Methoden: aktivierende oder aber entspannende Bäder (evtl. Moor, Sole etc.), wechselwarme Duschen, Kneipp-Anwendungen usw.
  • Verschiedentlich wird über Besserung der Beschwerden durch TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) und Homöopathie berichtet.
  • Entspannungsübungen und soziale Kontakte sind geeignet, ein neues inneres Gleichgewicht zu finden.
  • Hausmittel: Dinkelspreukissen zur Reduktion von Wallungen und Schwitzen nachts, sodann Tee aus Salbeiblättern oder Frauenmantel. Dazu jeweils 2 bis 3 Teelöffel mit einer Tasse heissem Wasser übergiessen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Des Weiteren können sich bestimmte Omega-Fettsäuren günstig auswirken, die z.B. in Nachtkerzenöl (erhältlich als Kapseln) enthalten sind. In Soja und anderen Pflanzen finden sich Phytoöstrogene (pflanzliche Östrogene), die teilweise jedoch ähnliche Nebenwirkungen verursachen wie chemisch hergestellte Östrogene. Präparate mit Extrakten aus z.B. Traubensilberkerze beinhalten östrogenähnliche Substanzen, die gewöhnlich weniger unerwünschte Folgen haben. In Apotheken sind unter anderem Kapseln erhältlich.

Wann braucht es den Arzt

Der zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr unregelmässiger werdende Zyklus an sich erfordert keinen Arztbesuch, ausser bei starken psychischen oder körperlichen Beschwerden. Diese lassen sich durch pflanzliche Präparate, Hormone (HET= Hormonersatztherapie), Beruhigungsmittel, gegebenenfalls Mittel gegen Depressionen oder andere Psychopharmaka lindern. Wegen der möglichen Nebenwirkungen und Interaktionen (Wechselwirkungen) mit anderen Medikamenten ist eine Beratung auch vor der Einnahme pflanzlicher Präparate angezeigt.

Regelmässige Krebs-Vorsorgeuntersuchungen bleiben im Klimakterium und danach empfehlenswert, denn bösartige Erkrankungen können weiterhin auftreten, z.B. auch Brustkrebs.

Eine Arztkonsultation ist zudem angezeigt

  • Bei Entzündungserscheinungen an Geschlechtsorganen wie Rötung, Juckreiz, Schmerzen (z.B. beim Geschlechtsverkehr).
  • Bei neu einsetzender Blutung aus der Scheide, weil dies auf eine Krebserkrankung (Gebärmutterkrebs) hinweisen kann.
  • Nach der Menopause sind Frauen hinsichtlich Bluthochdruck und Herzinfarkt ähnlich stark gefährdet wie Männer. Regelmässige Blutdruckkontrollen sind deshalb nötig. Der Anstieg des Herzinfarktrisikos ist unter anderem auf Stoffwechselveränderungen zurückzuführen, die eine vermehrte Einlagerung von Fettsubstanzen in die Blutgefässwand begünstigen.

Weiterführende Informationen und Adressen

  • Schweizerische Menopausengesellschaft
    Administration - Maya Weder
    Postfach 754
    3076 Worb
    Tel. 031 819 89 71
    www.meno-pause.ch

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler, Dr. med. H. Ganguillet

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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