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Weichteilrheumatismus

Fachbegriff: Extraartikulärer Rheumatismus

Weichteilrheumatismus ist auf entzündliche Prozesse und oft auch auf Abnützung oder Verschleiss zurückzuführen. Wie der Name sagt handelt es sich um Vorgänge an „weichen Geweben“, insbesondere an Bindegewebsstrukturen, so an Sehnen und Sehnenscheiden, Fettgewebe, Gelenkkapseln, Knorpel, daneben an Muskeln und Nerven. So lassen sich denn auch Muskelverspannungen, z.B. im Schulter-Nacken-Bereich dem Weichteilrheumatismus zuordnen. Wenn Gelenke nicht mitbeteiligt sind, ist auch die Bezeichnung „extraartikulärer Rheumatismus“ (ausserhalb von Gelenken liegender Rheumatismus) geläufig.

Eine grosse Zahl pathologischer (krankhafter) Erscheinungen wird ohne feste Abgrenzung dem Weichteilrheumatismus, oder auch den entzündlichen rheumatischen Erkrankungen oder Unfallfolgen zugerechnet. Damit sind für die Klassifizierung Überschneidungsbereiche vorgezeichnet. Beispielsweise können Raynaud- und Karpaltunnel-Syndrom sowohl dem Weichteilrheumatismus wie auch dem entzündlichen Rheumatismus zugeordnet werden oder es handelt sich beim Karpaltunnelsyndrom um eine Unfallfolge, wenn ein Knochensporn auf den Nerv drückt.

Begriffserklärungen

Bindegewebe:

Es kann als „Gerüst“ des Körpers bezeichnet werden, da es in allen Organen vorkommt. Bindegewebe besteht aus Zellen und einer Grundsubstanz, die aus Eiweissen, Kohlenhydratverbindungen und unterschiedlichen Fasertypen aufgebaut ist – je nach Bindegewebstyp.

Pannikulitis:

Entzündung des Fettgewebes. Der (verkürzte) Ausdruck kommt von der lateinischen Wortschöpfung „panniculus adiposus“, das Fettgewebe, ergänzt durch „-itis“, was Entzündung bedeutet.

Rheuma:

Das griechische Wort ρεύμα  (Rheuma) bedeutet Strömung, Fliessen.

Arthritis:

Entzündung eines Gelenks, bisweilen hervorgerufen durch eine Autoimmunreaktion, manchmal in Zusammenhang mit einer viralen oder bakteriellen Infektion. Der Übergang zu Arthrose kann fliessend sein.

Arthrose:

schmerzhafter, destruktiver (zerstörender) Vorgang an einem Gelenk durch Abnützung, als Folgezustand einer anlagemässigen Deformation, nach unfallbedingtem Gelenkschaden oder nach Arthritis.

Bindegewebe:

Es kann als „Gerüst“ des Körpers bezeichnet werden, da es in allen Organen vorkommt. Bindegewebe besteht aus Zellen und einer Grundsubstanz, die aus Eiweissen, Kohlenhydratverbindungen und unterschiedlichen Fasertypen aufgebaut ist – je nach Bindegewebstyp.

Syndrom:

Kombination von Symptomen, die für eine Krankheit typisch sind.

Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig:

  • Entzündungsreaktionen: Es handelt sich dabei hauptsächlich um Folgen von Überlastung durch immer gleiche oder auch ungewohnte Bewegungsabläufe z.B. bei Tennisellbogen
  • Unfallfolge: z.B. beim Karpaltunnelsyndrom.
  • Umweltfaktoren: Kälte, Nässe usw.
  • Psychische Faktoren: Sie spielen oft eine erhebliche Rolle, insbesondere Stress irgendeiner Art.

Einzelne Krankheitsbilder

Pannikulits

Eine nicht seltene Form von Weichteilrheumatismus, bei dem das Fettgewebe betroffen ist, kommt hauptsächlich bei übergewichtigen, älteren Frauen vor. Es handelt sich um die sog. Pannikulitis oder Pannikulose. Das Unterhautfettgewebe ist unregelmässig geformt, druck- und kneifempfindlich und die Haut über den befallenen Körperpartien (besonders Hüfte und Aussenseite der Schulter) ähnelt im Aussehen der Zellulitis.

Muskelverspannung

Als rheumatische Beschwerden gelten auch akute und chronische Muskelverspannungen. Sie können in Zusammenhang mit anderen gesundheitlichen Störungen auftreten wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Bandscheibendegeneration.

Weitere Formen von Weichteilrheumatismus

Folgende Texte haben Bezug zum Weichteilrheumatismus:

Fibromyalgie

Die Fibromyalgie oder das Fibromyalgie-Syndrom wird gewöhnlich dem Weichteilrheumatismus zugezählt. Man schätzt, dass in Europa 1 bis 4% der Bevölkerung von dieser Krankheit betroffen sind, überwiegend Frauen im mittleren Lebensalter, gelegentlich aber auch schon Kinder. Die Ursachen sind nicht geklärt, familiäre Häufung kommt vor. Auslöser sind sowohl körperliche als auch psychische und soziale Faktoren, ferner spielen veränderte Schmerzwahrnehmung sowie -verarbeitung eine wichtige Rolle.

Typisch sind Monate bis Jahre andauernde Schmerzen am ganzen Körper, insbesondere in Gelenknähe, und dort vor allem im Bereich von Muskeln, Sehnen und anderem Bindegewebe. Besonders charakteristisch sind bestimmte Schmerzpunkte, sog. tender points. Es kommt nicht zur Gelenkzerstörung, aber zu oft ausgeprägter Steifheit.
Allgemeinsymptome wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Müdigkeit und Erschöpfung, Depressionen, Ängstlichkeit, Verdauungsprobleme und Herzrhythmusstörungen sind häufig. Der Verlauf ist schleichend, wellenförmig mit zu- und abnehmender Intensität und kann allmählich zur Invalidisierung führen. Oft tritt die Fibromyalgie kombiniert mit anderen Krankheiten des rheumatischen Formenkreises auf.

Weiterführende Informationen, Adressen

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
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