0844 277 277 Mo-Fr 8-18 Uhr
Mo-Fr 8-18 Uhr  
 
Zur Übersicht
medicine 2.0

Zyklusstörung

Zyklusstörung bezieht sich auf Blutungsanomalien der Frau. Die Zyklen sind zu kurz, zu lang oder unregelmässig, ihre Intensität ist zu stark, zu schwach oder wechselnd. Unregelmässigkeiten während der Pubertät entsprechen einer Anpassung des Körpers an Umstellungen im Hormonhaushalt und sind somit keine Zyklusstörungen im eigentlichen Sinn. Entsprechendes gilt für die Wechseljahre.

Einleitung

Als Zyklus bezeichnet man die Zeitspanne vom ersten Tag der Regelblutung bis zum Beginn der nächstfolgenden Blutung. Zyklen zwischen 21 und 32 Tagen gelten als normal und bleiben weitgehend konstant, wenn sie sich einmal eingependelt haben.
Der Begriff der Zyklusstörung umfasst verschiedenartige, wiederholte Blutungsanomalien mit zu kurzen, zu langen oder unregelmässigen Zyklen, mit zu starker, zu schwacher oder wechselnder Intensität.

Menstruationsbeschwerden beziehen sich dagegen eher auf Schmerzen und andere subjektive Krankheitszeichen im Zusammenhang mit der Monatsblutung.

Zyklusunregelmässigkeiten während der Pubertät entsprechen einer Anpassung des Körpers an Umstellungen im Hormonstoffwechsel. Das allmähliche Abnehmen der Regelblutung um das 50. Lebensjahr gehört zum regulären Alterungsprozess und weist auf die nahende Menopause hin.
Eine neu einsetzende Blutung nach den Wechseljahren andererseits sollte vom Arzt abgeklärt werden, da eine schwerwiegende Krankheit dahinter stecken kann.

Begriffserklärungen

Störungen der zeitlichen Abfolge, also des Rhythmus der Periode

Oligomenorrhoe:

Seltene Blutungen, verlängerter Zyklus, das heisst er umfasst mehr als 32 Tage.

Polymenorrhoe:

Häufige Blutungen, verkürzter Zyklus mit einer Dauer von weniger als 21 Tagen.

Zwischenblutung:

Schmierblutung zwischen zwei Menstruationen, oft von bräunlicher Farbe. Sie dauert meist kurz und tritt im Zusammenhang mit dem Eisprung auf.

Metrorrhagie:

Vom Zyklus unabhängige, anhaltende Blutung. Möglich ist die Kombination mit Menorrhagie.

Amenorrhoe:

Völliges Ausbleiben der Regelblutung.

Anomalien der Blutungsstärke oder -dauer

Hypomenorrhoe:

Schwache, meist kurz dauernde Regelblutung.

Hypermenorrhoe:

Regelmässige aber starke Regelblutung.

Menorrhagie:

Lange andauernde Menstruationsblutung.

Schmerzen

Dysmenorrhoe:

Koliken in Zusammenhang mit der Regelblutung.

Ursachen und Folgen

Zyklusstörungen können auf Krankheiten oder Beeinträchtigungen der Funktion innerer Geschlechtsorgane zurückzuführen sein oder auf Allgemeinerkrankungen.

  • Entzündung oder Tumor (Geschwulst) der Gebärmutter (Zervixkarzinom, Korpuskarzinom, Myom).
  • Empfängnisverhütende Spirale im Uterus (Gebärmutter).
  • Hormonale Beeinflussung durch Medikamente; hormonbildende Tumore.
  • Arzneimittel: insbesondere Psychopharmaka, gerinnungshemmende Medikamente.
  • Psychische Faktoren wie Stress, Trauer, Magersucht, Angst vor einer Schwangerschaft, aber auch dringender Kinderwunsch.
  • Körperliche Belastungen: Leistungs- oder Extremsport, Hungern, starke Gewichtsab- oder -zunahme.
  • Erkrankungen der Schilddrüse, oder der Nebennieren, Diabetes.

Als Folge zu häufiger oder starker monatlicher Regelblutung kann Blutarmut (Anämie) entstehen. Die Frau ist blass, müde, ihre körperliche und mentale Leistungsfähigkeit ist herabgesetzt.

Was man selbst tun kann – Vorbeugen

Vorbeugend ist ein gesunder Lebensstil, wozu auch ausgewogene Ernährung, regelmässige Bewegung und Vermeiden von Übergewicht gehören. Leistungs- oder Extremsport kann dagegen Zyklusstörungen auslösen oder verstärken.
Das Führen eines Menstruationskalenders erleichtert das Erkennen von Veränderungen.

Wann braucht es den Arzt

Zyklusstörungen sind nicht selten verbunden mit Menstruationsbeschwerden, so dass einzelne Symptome gleichzeitig bestehen können. Schwache oder seltene Regelblutungen verursachen kaum körperliche Beschwerden und ein Arztbesuch erfolgt vornehmlich aus psychologischen Gründen.
Notwendig ist ein Arztbesuch in folgenden Situationen:

  • Auffallend häufige oder starke Regelblutung, Blässe und Müdigkeit.
  • Blutung, die mehr als 10 Tage andauert.
  • Sehr schmerzhafte Periode (Dysmenorrhoe), insbesondere wenn Bauchkrämpfe damit verbunden sind.
  • Ungewöhnliche Veränderungen des monatlichen Zyklus, wiederholte Zyklusstörungen.
  • Blutung oder Ausfluss von ungewohnter Farbe (bräunlich, fleischfarbig).
  • Kontaktblutungen anlässlich des Geschlechtsverkehrs.
  • Jede Blutung nach der Menopause.
  • Erfolgloser Versuch, schwanger zu werden.

Der Arzt klärt ab, ob anatomische Ursachen vorliegen, ob eine hormonelle Störung oder anderweitige Krankheit besteht. Die Palette möglicher Ursachen von Zyklusstörungen ist gross und entsprechend weit gefächert das therapeutische Spektrum, das von Medikamenten (auch Hormonen) über psychologische Beratung bis zu operativen Eingriffen reicht.
Oft ist eine ursächliche Therapie allerdings nicht möglich sie richtet sich dann nach den unangenehmen Symptomen.

Neben Hormonen werden heute vermehrt auch pflanzliche Präparate (Phytopharmaka) angewendet. Wegen der möglichen Nebenwirkungen und Interaktionen (Wechselwirkungen) mit anderen Medikamenten ist jedoch auch für die Einnahme von Phytopharmaka eine ärztliche Beratung empfehlenswert.

Autoren: Dr. med. Ute Hopp, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler
Abbildungen: Herr Eduard Imhof, PD Dr. med. Jürg Baltensweiler

aktualisiert am: 11.04.2016

 
Haftungsausschluss/Warnhinweis

Die CSS Versicherung übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Die publizierten Angaben können den fachkundigen Rat von Arzt und Apotheker in keinem Fall ersetzen.