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CSS Versicherung

Fall Yasmin-Pille: «Das Urteil des Bundesgerichts sendet falsche Signale aus»

Medienmitteilung, 21. Januar 2015

Das Bundesgericht hat die Beschwerde gegen den Pharmahersteller Bayer im Zusammenhang mit der Verhütungspille Yasmin abgewiesen. Die Patienteninformation in Bezug auf das erhöhte Thrombose- und Lungenembolie-Risiko sei ausreichend gewesen, so das Gericht. Es besteht also keine Produktehaftung von Bayer. Die CSS Versicherung bedauert den Entscheid.

Im Mai 2014 wies das Zürcher Obergericht die Klage der CSS-Versicherten Céline Pfleger ab. Diese hatte nach der Einnahme der Verhütungspille Yasmin eine beidseitige Lungenembolie und als Folge des Sauerstoffmangels eine schwere Hirnschädigung erlitten. Seither ist sie schwerstbehindert. Die CSS entschied damals, als Nebenintervenientin eine Beschwerde beim Bundesgericht einzureichen. Die CSS war der Ansicht, dass die Lungenembolie ihrer Versicherten Céline Pfleger eine Nebenwirkung der Verhütungspille Yasmin sei. Diese weist gewissen Studien zufolge insbesondere bei jungen Frauen ein gegenüber 2. Generationspillen allenfalls erhöhtes Thrombose- und Lungenembolie-Risiko auf. Mit ihrer Klage wollte die CSS klären, ob der Pharmahersteller Bayer die Konsumentinnen der Yasmin-Pille genügend über diese Gesundheits-Risiken informiert hat.

Gemäss dem heute publizierten Urteil des Bundesgerichts besteht für die Firma Bayer keine Produktehaftpflicht. Die CSS Versicherung teilt diese Ansicht nicht und bedauert den Entscheid des Bundesgerichts. In ihrer Beschwerde machte die CSS unter anderem geltend, dass in der Patienteninformation – anders als in der Fachinformation für Ärzte – nicht dargelegt werde, dass bei der Pille Yasmin im Vergleich zu bisher bekannten Pillen von einem allenfalls doppelt so hohen Risiko für Embolien auszugehen sei und machte eine mangelnde Sorgfaltspflicht geltend, indem Bayer das Verhütungsmittel trotz der erhöhten Risiken als Lifestyle Produkt vermarktete. Auf diesen Aspekt ging das Bundesgericht nicht ein.

Nicht im Interesse der Versicherten und der Krankenkassen

«Mit diesem Urteil wird die Pflicht des Pharmaherstellers, Patienten über die Risiken und Nebenwirkungen ausreichend aufzuklären, geschmälert. Das ist weder im Interesse der Versicherten noch der Krankenversicherungen», sagt Philomena Colatrella, Generalsekretärin und Mitglied der Konzernleitung der CSS Versicherung.

Das heutige Urteil des Bundesgerichts sende falsche Signale aus. «Die Patienteninformation ist damit erheblich weniger relevant und aussagekräftig als die Fachinformation für die Ärzte. Den Patienten wird somit die Möglichkeit genommen, sich – nebst der Aufklärung durch den Arzt – umfassend und aus erster Hand zu informieren. Dies kommt einer Entmündigung der Patienten gleich», so Philomena Colatrella.

Die CSS wird ihre Verantwortung als Krankenversicherer wahrnehmen und für sämtliche Kosten im Fall ihrer Versicherten Céline Pfleger aufkommen. Das Bundesgerichtsurteil hat für das gesamte Versicherungskollektiv Folgen: Nicht die Pharmahersteller werden in die Pflicht genommen, es sind weiterhin die Versicherten, welche die Folgekosten solcher schweren Fälle tragen.

Kurzprofil der CSS Gruppe

Die CSS Gruppe mit Sitz in Luzern wurde 1899 gegründet. Das traditionsreiche Unternehmen versichert rund 1,73 Millionen Menschen und zählt mit einem Prämienvolumen von 5,248 Milliarden Franken zu den führenden Schweizer Kranken-, Unfall- und Sachversicherern. In der Grundversicherung ist sie Marktleader: 1,24 Millionen Menschen vertrauen der CSS, die mit 118 Agenturen schweizweit und rund 2600 Mitarbeitenden nahe bei ihren Versicherten ist. Auch im Unternehmensgeschäft nimmt sie eine Spitzenposition ein: Rund 20‘650 Unternehmen und Institutionen sind bei der CSS Gruppe kollektiv versichert.

Weitere Informationen

Ute Dehn Christen
Leiterin Corporate Communications
CSS Versicherung
Tribschenstrasse 21
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